Die Australier von Crypt Crawler sind seit 2018 dabei und seitdem ziehen sie ihr Death-Metal-Ding ordentlich durch. Erst 2025 kam ihr drittes Full-Length-Album namens The Immortal Realm raus. Zusätzlich gab es noch ein Livealbum und eine EP. Mittlerweile sind sie beim Label FDA Records untergekommen. Das deutsche Label bringt nun noch einmal das Debütalbum namens To The Grave (2019) und die EP namens Blood Sustenance (2020) heraus.
Ob Wiederveröffentlichungen einen Sinn ergeben oder nicht, ist ja immer so eine Sache. Sicherlich werden die beiden Erstwerke den meisten unbekannt sein und bekommen wird man sie auch nicht, und hier bekommt man noch eins gratis dazu, also alles in Ordnung.
Nach einem düsteren und satanisch klingenden Intro bekommt man mit An Exorcism gleich erst mal schönen, wuchtigen Death Metal um die Ohren gelatzt. Im Midtempo walzt man sich durch Down Under. Kraftvolle Riffs unterstützen dieses Unterfangen. Im Prinzip nichts Besonderes, aber es macht eben Spaß. Es wird ein doppelter Gesang verwendet und melodische Leads. Erinnert natürlich dann immer an Bolt Thrower, aber auch an meine ostfriesischen Kollegen von Weak Aside. Ein fetziges Solo kommt noch hinzu, man nimmt kurz das Tempo ganz heraus und fügt eine Frauenstimme mit ein, und auch eine männliche Sprachstimme erklingt. Danach wiederholt man den druckvollen Moment. Guter Song, macht Laune. Purer Death Metal der alten Schule. Da braucht man sich nichts vorzuwerfen.
Auch beim nachfolgenden Skinned Alive lässt man sich nicht lange bitten und holt zur groovigen Attacke aus, aber hier bedient man sich dann auch des Uptempos. Das macht dann schon eine gewisse Abwechslung aus und passt gut ins Gesamtbild. Auch hier kennt man die Riffs alle schon, aber man erzeugt einen gewissen Flow. Der Song geht schön ins Ohr, ist absolut bangfreundlich und zwingt den geneigten Zuhörer quasi förmlich, den Kopf zu schütteln. Nach einem Break wird ein melodisches Solo verwendet und man startet die Attacke erneut. Das läuft, flutscht und erzeugt Stimmung. Der Song ist dann ziemlich schnell vorbei, aber man hat alles gehabt und kann einen Haken machen. Eben guter Death Metal.
Mit einer kleinen Zombieattacke ist man bei Cremator unterwegs. Es klingt so, als würden diese keine guten Absichten mit sich bringen. Nach einigen Sekunden ist alles überstanden und mit langsamem Gitarrenspiel startet man die nächste, old-schoolige Granate. Im Midtempo und mit growligem Gesang übernimmt man die Weltherrschaft, fügt dann die langsame Doublebass dazu und kehrt zum Anfang zurück. Mit Stakkato-Riff ackert man sich weiter vorwärts, natürlich langsam, und holt dann ein melodisches Solo heraus. Man steigert nun das Tempo geringfügig, baut den Song auf und erzeugt eine gewisse Spannung. Dieses triolische Riffing macht dann auch extreme Laune, richtig schnell wird man aber nicht und man baut logischerweise ein Solo mit ein. Dabei wird aber ein gelungener Rhythmus weitergespielt. Das Tempo nimmt man dann wieder raus und groovt sich danach wieder den Wolf. Kann man machen, überzeugt mich aber nicht so wie die ersten beiden Granaten.
Geschwindigkeitsfanatiker und Prügelknaben werden hier natürlich nicht unbedingt auf ihre Kosten kommen, aber das muss ja auch nicht immer sein, vor allem im old schooligen Sektor ist dieses ja auch nicht so angesagt, und so agieren Crypt Crawler auch auf dem ganzen Album eher im langsamen oder im Midtempo. Dafür braucht man natürlich gute Riffs und ein anständiges Songwriting. Und dieses haben sie auch überwiegend. Gutes Material, wie zum Beispiel der Namensgeber To The Grave. Hier schleppt man sich durch die Botanik und verwendet bösartige Riffs, und wenn man gerade so richtig eingelullt ist, kommt eine Geschwindigkeitsverschärfung, welche eine gelungene Abwechslung ans Tageslicht fördert.
Wie gesagt, als Bonus gibt es die EP namens Blood Susteance und hier schlägt man einen modernen Weg ein. Gefällt mir sogar noch ein Tickchen besser, denn hier holt man auch mal ordentlich den Knüppel aus dem Sack, besonders der Opener Vengeance For The Unborn hat es mir da angetan. Eine gewisse Weiterentwicklung ist zu hören und zu sehen. Schockt. Auch die anderen drei Songs machen wohl Laune!
Guter, solider Death Metal!
Hier geht es für weitere Informationen zu Crypt Crawler – To The Grave / Blood Sustenance in unserem Time For Metal Release-Kalender.



