Seit dem 22.05.2026 ist die neu aufgelegte Vinyl-Version der selbst betitelten EP von Isegrim über Fireflash Records erhältlich. Damit kehrt ein Stück deutscher Underground-Black-Metal-Geschichte zurück, das ursprünglich Ende der Neunziger (1998) erschien und nun als streng limitierte Edition erneut veröffentlicht wurde. Gleichzeitig dient die Wiederveröffentlichung als Vorgeschmack auf zukünftiges Material.
Rückkehr eines Underground-Relikts – roh, kompromisslos und traditionsbewusst
Bitte den Ludwigshafener Böse Wolf A. Blackwar aka Isegrim nicht mit den niederländischen Death-Metallern Izegrim verwechseln. Isegrim ist das Soloprojekt von A. Blackwar, der mit seiner anderen Band Mystic Circle auch keine Unbekannter im deutschen Black-Metal-Underground ist.
Isegrim setzt konsequent auf die klassischen Tugenden des traditionellen Black Metal: rasende Blastbeats, kalte Gitarrenriffs, eine raue Produktion und eine düstere Atmosphäre. Das unheilvolle Intro In Nomine bereitet den Boden für Diabolical Witchcraft, das sofort mit hohem Tempo und aggressiver Energie loslegt. Die Produktion bleibt dabei bewusst ungeschliffen und transportiert genau jenen rauen Geist, der viele Underground-Veröffentlichungen der späten Neunziger geprägt hat.
Musikalisch orientiert sich Isegrim deutlich an der skandinavischen Black-Metal-Schule. Rasende Hochgeschwindigkeitspassagen treffen auf schwere Midtempo-Parts und erzeugen eine kalte, aggressive Atmosphäre, die konsequent durchgezogen wird.
Die stärksten Momente der EP
Seven Legions gehört meines Erachtens zu den stärkeren Songs der Veröffentlichung. Hier verbinden sich Tempo, Dynamik und Atmosphäre deutlich besser als in manchen anderen Momenten der EP. Hear The Screams Of Hell weiß mit Tempowechseln und einem überraschenden Solo zu überzeugen.
Zusätzlichen Reiz bietet die Neuauflage durch die enthaltenen Bonusstücke. Vor allem das Cover von Destructions Bestial Invasion funktioniert erstaunlich gut und überträgt den Thrash-Klassiker in ein frostiges Black-Metal-Gewand.
Ungefiltert mit Underground-Charme
Natürlich ist Isegrim kein Album, das mit außergewöhnlicher Vielseitigkeit glänzt. Manche Songstrukturen wirken schlicht gehalten und die rohe Machart dürfte nicht jeden Hörer ansprechen. Genau darin liegt allerdings auch der Reiz dieser Veröffentlichung: Die EP klingt kompromisslos, ungefiltert und vollkommen dem alten Underground-Geist verpflichtet.
Hier! geht es für weitere Informationen zu Isegrim – Isegrim EP (Re-Release) in unserem Time For Metal Release-Kalender.



