Tim Ripper Owens am 26.05.2026 im Meisenfrei, Bremen

Judas Priest und mehr auf kleiner Bühne

Event: Tim Ripper Owens – European Tour 2026

Bands: Tim Ripper Owens, One Machine

Ort: Meisenfrei, Hankenstraße 18, 28195 Bremen

Datum: 26.05.2025

Kosten: VVK circa 33,50 € inkl. Gebühren, AK 35 €

Zuschauer: ca. 100 Menschen

Genre: Heavy Metal, NWoBHM, Hard Rock, Power Metal, Progressive Metal

Link: https://www.meisenfrei.de/

Setlist:

  1. One On One
  2. Metal Gods
  3. The Green Manalishi (With The Two Prong Crown)
  4. Burn In Hell
  5. Painkiller
  6. Breaking The Law
  7. Hellfire Thunderbolt
  8. A Touch Of Evil
  9. Diamonds & Rust
  10. Jugulator
  11. One More Shot At Glory
  12. Living After Midnight
  13. Cheater
  14. Electric Eye
  15. Heaven And Hell

Den ehemaligen Judas-Priest-Sänger Tim „Ripper“ Owens in einer kleinen Location? Dafür lohnt sich auch die Fahrt in die andere Hansestadt. Die funktioniert heute erstaunlich entspannt, und um wenige Minuten vor 20 Uhr ist das Meisenfrei erreicht. Gerade angefangen haben One Machine, eine multinationale Progressive-Power-Metal-Band. Der erste Blick auf die Bandbesetzung lässt die Augen beim langhaarigen Gitarristen. Moment, der Herr ist nicht unbekannt. Richtig, an der Gitarre agiert Steve Smyth, bekannt von unter anderem Forbidden, Nevermore oder Vicious Rumors. Am Gesang ist Tasos Lazaris tätig, der vor allem als Sänger von Fortress Under Siege oder Savage Grace bisher in Erscheinung trat. Eine Art All-Star-Band liefert eine gute halbe Stunde ab. Technisch ist das Material stark, eingängig geht aber anders.

Eine Art All-Star-Band als Opener

One Machine – Meisenfrei, Bremen – 2026

Sieben Tracks gibt es auf die Ohren, die größtenteils von den mehr als zehn Jahre alten Platten The Distortion Of Lies And The Overdriven Truth und The Final Cull, die mit einer ganz anderen Bandbesetzung eingespielt wurden, stammen. Die aktuelle Single A New Plane Of Existence ist ebenfalls im Set und liefert einen Vorgeschmack auf zukünftige Aktivitäten. One Machine ist vielleicht nicht der perfekte Opener für einen Judas-Priest-Abend. Interessantes Material hat die Truppe aber am Start. Wer auf Nevermore, Savatage oder ähnlich gelagertes Material steht, sollte One Machine eine Chance geben.

Die Umbaupause ist kurz und gegen ein paar Minuten vor 21 Uhr steht Ripper Owens auf der Bühne und eröffnet gleich mal mit dem bekannten One On One vom 2001er-Release Demolition, einer von zwei LPs mit dem Ripper als Judas-Priest-Sänger. Es stehen primär die Judas-Priest-Nummern im Scope, aber auch einige KKs Priest-Tracks kredenzt der Sänger dem Publikum.

Ripper Owens spielt Judas Priest und mehr

Auch wenn Owens nie zu den Metal Gods zählte, kommt der Song selbstverständlich an und huldigt nicht nur Rob Halford, sondern Judas Priest als metallische Götter insgesamt. Highlights sind erwartungsgemäß nicht unbedingt die KKs Priest-Sachen oder die Lieder von der Jugulator oder Demolition. Painkiller ist ein Selbstläufer, Breaking The Law und Living After Midnight sowieso.

Tim Ripper Owens – Meisenfrei, Bremen – 2026

Beim Merch weist Owens vor allem auf die Vorband hin. Kauft lieber das Zeug von One Machine als meine Sachen. Dass ein Konzertabend, bei dem gerade einmal circa 100 Nasen vor der Bühne stehen, nicht den großen Profit abwirft, ist klar. Aber Musik bleibt Geschmackssache und das eher sperrige Zeug von One Machine passt nicht unbedingt in den Gehörgang von Priest-Fans.

Eine alte Nummer, die eher Hard Rock ist, buddelt Owens mit Cheater aus dem Jahr 1974 aus. Auf dem Debüt Rocka Rolla ist das Ding zu finden und laut eigener Aussage einer der Judas-Priest-Favoriten von Owens. Über Electric Eye geht es zur Huldigung des großen kleinen Sängers. Ronnie James Dio ist nicht nur für Owens eine Lichtgestalt. Heaven And Hell setzt den Haken unter circa 90 Minuten Ripper Owens und Judas Priest.

Unterm Strich bleibt eine Judas-Priest-Coverband mit einem Sänger, für den die Schuhe von Rob Halford viel zu groß waren. Owens bewies seine Klasse später bei Iced Earth oder auch aktuell mit KKs Priest. Beim Set werden die Geschmäcker auseinandergehen. Ob die totgenudelten Living After Midnight und Breaking The Law noch eine Version von Ripper Owens benötigen, werden die Fans unterschiedlich interpretieren. Gerade die unterschätzten Tracks wie Cheater oder Jugulator machen den Reiz des heutigen Gigs aus. Die Masse der Fans sieht das heute Abend aber anders, sodass Owens und Co. mit der Songauswahl alles richtig machen. Insgesamt war es ein mehr als angenehmer Konzertabend im Bremer Meisenfrei bei hochsommerlichen Temperaturen.