Das Quintett Neophobic aus dem Bremer Umfeld hat sich in den letzten Jahren, überwiegend im norddeutschen Raum, eine ordentliche Fangemeinde erspielt. Seit dem Jahre 2016 ist man nun dabei und konnte schon den einen oder anderen geilen Gig abreißen. Da man aus dem Umfeld des Scheunengedresches kommt, ist man natürlich auch dort unterwegs. Nach einem Demo im Jahre 2020 erfolgte im Jahre 2022 das Debütalbum namens Above und zwei Jahre später Album Nummer zwei namens Below. Man bleibt sich treu. Der Zwei-Jahres-Rhythmus wird eingehalten. Nun erscheint Void. Aufgenommen wurde wieder beim Kollegen Jörg Uken im Soundlodge Studio und das Material wird selbst vertrieben.
Los geht es mit The Tree. Mit druckvollem Sound startet man mit einer langsamen Melodie und einigen Drumschlägen in das Geschehen und steigert sich dann so langsam ins Midtempo. Die melodischen Passagen werden aufgebaut und das Tempo ein wenig erhöht. Die Growls setzen ein und dunkle Screams gesellen sich dazu. Macht Spaß. Man treibt die Sau gut durch das Dorf und wechselt zwischen langsamem Uptempo und drückendem Midtempo hin und her, lässt dann noch einmal eine Melodie alleine sprechen und fügt ein Solo hinzu. Dann nimmt man die Fährte wieder auf und wechselt zwischen Midtempo und Uptempo hin und her, wobei man auch die Stimmlage pro Part ändert. Mit einem Argh endet dann der Spaß. Gefälliger Einstieg, absolut. Die Burschen haben ihre Liebe zum nordischen melodischen Death Metal gleich hier verkörpert.
Auch der nachfolgende Song Weeping Willows startet erst einmal bescheiden und ruhig, hat aber eine gewisse dunkle Atmosphäre, welche er ausstrahlt. Die Melodie klingt ganz geil. Dann spielt die Gitarre alleine vor. Klingt für mich erst einmal gewöhnungsbedürftig. Im Midtempo und mit melodischem Gitarrenspiel schreitet man vorwärts und groovt dabei langsam vor sich hin. Die kraftvollen Vocals gesellen sich dazu und hier werden Tempoverschärfungen vorgenommen, ohne wirklich schnell zu werden. Cool klingt der eingebaute Flüstergesang. Der hat was Mystisches. Kommt schon ganz geil, aber nimmt mich nicht zu hundert Prozent mit. Dann nimmt man das Tempo ganz raus, agiert spielerisch und schreitet langsam wieder voran. Man hat immer dieses melodische Gitarrenspiel am Start. Der Hauptpart wird noch einmal wiederholt und dann ist auch Feierabend.
Mit kleinen technischen Spielereien legt man zu Beginn von Night Demon los, wird dann aber schön brutal, allerdings im oldschooligen Sinne. Uptempo der gemäßigten Art. Das Hin und Her zwischen den Parts und die Tempoveränderungen kommen richtig geil, gerade dieser schleppende und drückende Part mit dem passenden Gesang, aber auch die etwas düstere Grundstimmung im Ganzen schockt. Der Song hat absoluten Drive und natürlich auch eine melodische Schlagseite. Das Solo könnte auch auf einem Heavy-Album landen, wird aber dementsprechend auch kurzgehalten, denn es handelt sich ja immer noch um eine Death-Metal-Band. Keine Sorge, dieses spürt man an allen Ecken und Kanten. Der gute Sound ist hier noch einmal absolut gut zu vernehmen, gerade die Drums sind geil abgenommen. Die gezielten Beckenattacken finden gut im Ohr des Empfängers statt. Doch, das Ding macht absolute Laune.
Textlich beschäftigt man sich mit der Leere an sich und dem Kontrast aus dem Nichts und Allem. Wie sonst auch haben aber auch alte Geschichten und Märchen ihren Platz. Diese werden im musikalischen Gewand neu interpretiert. Auch das nachfolgende Stück Echoing Void geht tendenziell in die alte skandinavische Schule und gefällt mir sehr gut. Der druckvolle Anfang macht einfach Laune. Die Drums betonen vorzüglich und erzeugen dadurch ordentlich Power und Energie. Das Riffing ist sicherlich nicht neu, hinterlässt aber einen absolut guten Eindruck. Schnelle Uftata mit anschließend geiler Melodie. Dann groovt man, nimmt wieder Fahrt auf und hat einen fetten, melodiösen Part. Der Groove übernimmt wieder das Zepter und alles sitzt und passt. So geht es hin und her. Wieder Aufnahme des Tempos, um es dann erneut zu verschleppen. Die Gitarre darf dann alleine ran und die Drums setzen dazu langsam und druckvoll ein. Cooler Part. Es folgt natürlich noch einmal eine schöne Melodie. Die Vocals passen ins Gesamtkonzept und somit hat man einen echt geilen Song kreiert. Gefällt mir sehr gut.
Und so machen sie eigentlich weiter und weiter.
Ein für mich weiteres Highlight ist der Song An Atom And A Star. Ein sehr schneller Song, mit Blastbeats, aber eben auch mit druckvoller Doublebass, einer gelungenen Melodie und effektivem Songwriting. Fetzt. Genau mein Ding. Hier geben sich Brutalität und Melodie die Klinke in die Hand. Sehr geil. Mein Favorit auf diesem Album. Auch das Solo sitzt ohne Ende.
Mit dem recht verspielten, aber musikalisch anspruchsvollen Song The Black Greet verabschieden sich die Bremer in die Nacht und hinterlassen einen absolut positiven Eindruck. Hier finden auch Sprachpassagen Einfluss ins Songwriting, aber diese klingen eben mystisch, dunkel und ein wenig evil und nicht albern, wie bei vielen allen anderen. Das Tempo wird auch des Öfteren gewechselt. Stimmung!
Hier geht es für weitere Informationen zu Neophobic – Void in unserem Time For Metal Release-Kalender.



