Mit ihrem dritten Studioalbum The Ember Eye Part II: The Portal Of Truth entführen die schwedischen Power-Metaller Vandor ihre Hörer erneut in eine fantastische Welt voller Prophezeiungen, innerer Konflikte und heroischer Abenteuer. Trotz des verwirrenden Titels existiert ein erster Teil der Saga bislang nicht, was dem Konzeptalbum jedoch keinen Abbruch tut. Stattdessen konzentriert sich die Band auf zehn melodische Power-Metal-Tracks, die klassische Genre-Tugenden mit modernen Elementen verbinden.
Traditioneller Power Metal mit Herz und Fantasy-Flair
Musikalisch bewegt sich das Quintett klar im traditionellen skandinavischen Power Metal. Die Songs erinnern immer wieder an Größen wie Stratovarius, Edguy, Sonata Arctica oder auch frühe Rhapsody, ohne dabei zur bloßen Kopie zu geraten. Typisch sind die schnellen Doublebass-Passagen, die eingängigen Keyboard-Melodien, hymnische Chöre und die kraftvollen Gesangslinien von Vide Bjerde.
Bereits der Opener Turn To The Light macht deutlich, wohin die Reise geht. Rasante Gitarrenriffs, treibendes Schlagzeug und ein sofort mitsingbarer Refrain eröffnen das Album auf hohem Niveau. Auch Another Life und Portal Of Truth setzen auf Geschwindigkeit und starke Melodien, während Why Do I Remember Me? durch seine abwechslungsreiche Struktur und die markanten Chöre auffällt.
Thematisch erzählt das Album eine Fantasy-Geschichte voller Prüfungen, Selbstfindung und der Suche nach Wahrheit. Dabei geht es nicht nur um magische Portale und mystische Welten, sondern auch um persönliche Entwicklung, Zweifel und innere Stärke. Diese Mischung verleiht den Texten mehr Tiefe, als man bei einem klassischen Fantasy-Power-Metal-Album zunächst erwarten würde. Gerade die wiederkehrenden Motive von Licht, Wahrheit und Schicksal ziehen sich wie ein roter Faden durch das gesamte Werk.
Für zusätzliche Abwechslung sorgt das instrumentale The Unhinged Shadow. Hier liefern sich Gitarre und Keyboard ein technisch anspruchsvolles Duell, das die Instrumentalkompetenz der Band eindrucksvoll demonstriert. Auch Disease und Last One Of My Kind, bei denen Gitarrist Jack L. Stroem den Gesang übernimmt, setzen interessante Akzente und lockern das Album hörbar auf.
Allerdings liegt zugleich die größte Schwäche des Albums in seiner hohen Genretreue. Die Songs sind durchweg gut geschrieben und professionell umgesetzt, echte Überraschungen bleiben jedoch rar. Wer Innovationen oder neue Impulse im Power Metal sucht, wird hier nur begrenzt fündig.
Hier gibt es weitere Informationen zu Vandor – The Ember Eye Part II: The Portal Of Truth in unserem Time For Metal Release-Kalender.



