Mitten im Oktober kommt das neue Insomnium-Album Netherworld in die Läden. Zur besten Herbstzeit lassen die Finnen um Gitarrist Markus Vanhala, der ja bekanntermaßen auch noch bei Omnium Gatherum tätig ist, von sich hören. Nach dem letzten Album hat sich Tourgitarrist Tomy Laisto als festes Bandmitglied etabliert und ist nun auch hier auf dem Album zu hören. Die Veröffentlichung wird dann auf der im Frühjahr stattfindenden Tour mit Amorphis (Bericht wird dann folgen) sicherlich mit einigen Songs in der Setlist vertreten sein. Im Vorfeld wurden bereits die Singles Shadowlife, Gleam In Black und Arch Of The Sky veröffentlicht.
Cineastischer Einstieg läutet den finnischen Melodic Death Metal ein
Gleich der Anfang ist kein typischer Song, sondern eher ein langes Intro mit cineastischen Zügen. Das könnte glatt einen monumentalen Dokumentarfilm begleiten. Dazu gesellen sich tiefe Vocals von Niilo Sevänen, die dem Ganzen etwas Erhabenes geben. Shadowlife ist ja bereits erschienen und zeigt die Finnen aus Joensuu in bester Form. Typisches Growlen mit einigen Clean-Passagen, einem ansprechenden Rhythmus und irgendwie einer gewissen Ähnlichkeit mit anderen finnischen Bands. Dark Tranquillity schimmern durch die Zeilen, ohne aufdringlich zu wirken. Gute Wahl als erster Aufschlag. Remembrance ist dann noch einen Tick schneller, und Gitarrenriffs stehen im Mittelpunkt. Der Klargesang beginnt schon fast filigran, um dann kraftvoll vom Growlen abgelöst zu werden. Mit Gleam In Black werden erneut Erinnerungen an Dark Tranquillity, zumindest aus Sängersicht, wach. Ansonsten ein schöner Track, der alles liefert, was Insomnium ausmacht. Da hat Jens Bogren super gemastert und Miro Varjus klasse produziert. Dies gilt nicht nur für die ersten Tracks, sondern für das gesamte Album.
Insomnium beweisen ihre melancholische Stärke
Mit The Hour Grows Late kommt eines meiner Highlights. Die Midtempo-Nummer mit einem sehr melancholischen Einschlag beginnt verhalten, aber zwingend, und fesselt ab der ersten Minute. Wer hier nun plötzlich musikalisch und gesangstechnisch an Amorphis erinnert wird, liegt richtig. Steuert doch Tomi Joutsen zumindest den Klargesang bei. Da bin ich gespannt, ob das auf der Tour zelebriert wird, denn beide Bands gehen gemeinsam im Frühjahr 2027 auf Tour. Wäre mega! Auch Tomi Koivusaari und Santeri Kallio sind hier zu hören. Mein absoluter Favorit auf der Scheibe. Arch Of The Sky löst die erzeugte Stimmung gekonnt ab. Es wird schneller und etwas härter. Die leichten progressiven Einflüsse sind ein neuer Zug auf Netherworlds und passen hervorragend zum lyrischen Inhalt, der sich an der Sámi-Mythologie orientiert. Niilo Sevänen growlt, was das Zeug hält, und gibt dem Track ein Gesicht. Es folgen Pathways Of The Night und Ethereal Sleep. Auch hier zeigen Insomnium, dass sie nicht müde werden, ihren angestammten Weg mit tiefgehender Melancholie weiterzugehen. Trotz dieser Kontinuität verweilen sie nicht auf der Stelle, sondern setzen neue Akzente und entwickeln sich weiter. Mit The Banished und Journey’s End (passt an dieser Stelle) geht die Reise zu Ende. Nochmals werden alle Register gezogen und damit beweisen Insomnium auf ihrer zehnten Scheibe den Status als etablierte Melodic-Death-Metal-Band.
Hier geht es zu weiteren Informationen zu Insomnium – Netherworlds in unserem Time For Metal Release-Kalender.



