Wenn es um die Ursprünge des Death Metals geht, führt an Paul Speckmann und seinen Bands kein Weg vorbei. Mit Speckmann als Sänger, Bassist und einzig verbliebener Konstante stehen Master seit den Achtzigern für eine Spielart des Extrem Metals, die nie Trends hinterhergelaufen ist. Mittlerweile von Tschechien aus operierend, liefert die Band mit ihrem mittlerweile 15. Studioalbum Among The Seeds Of Death wiederum genau das, was von ihr zu erwarten ist: schnörkellosen Old School Death Metal ohne Kompromisse, aber mit räudigem, fast schon punkigem Charme.
Wenn der Vater spricht, wird gebangt
Musikalisch bewegt sich das Material konsequent auf vertrautem Terrain. Die Riffs sind simpel, direkt und effektiv, das Tempo pendelt zwischen stampfender Wucht und wildem Vorwärtsdrang. Die neun Songs besitzen durchweg Energie und Druck, große Entwicklungen oder überraschende Wendungen oder gar Innovationen sind allerdings nirgends zu entdecken. Gerade das dürfte für viele Fans Teil des eigenwilligen Reizes ausmachen: Master klingen anno 2026 wie die Death-Metal-Ursuppe in Reinform. Wer auf die rohe Essenz des todbringenden Genres steht, bekommt reichlich Futter in die Fresse gepfeffert.
Master spielen Master spielen Master
Auch das inzwischen beinahe obligatorische Bass-Solo vom Meister himself darf natürlich nicht fehlen. Es gehört inzwischen genauso zu einer Master-Veröffentlichung wie die markante, kehlige, röhrende Stimme des Frontmanns, die rustikale Produktion, chaotische Soli oder die rumpeligen Passagen. Das sorgt zwar für einen gewissen Wiedererkennungswert, wirkt aber mittlerweile eher wie eine liebgewonnene Tradition. Überhaupt lebt das Album stärker von seiner Bodenständigkeit als von einzelnen Glanzmomenten. Glänzen tut hier nämlich gar nichts, sondern Grautöne in allen möglichen Schattierungen beherrschen das musikalische Bild.
Nach Speckmann die Sintflut
Positiv hervorzuheben sind wieder einmal die Texte. Während ein großer Teil des Death-Metal-Genres weiterhin auf Horror-, Splatter- und Gore-Themen setzt, richtet Speckmann seinen Blick auch auf gesellschaftliche Missstände, politische Entwicklungen und menschliche Abgründe. Schon Songtitel wie Injustice And Lack Of Remorse oder Watch As Children Burn verdeutlichen die kritische Stoßrichtung. Das verleiht dem Album Substanz als Gegenpol zum unbeirrbaren Geradeaus-Metal und hebt die Band seit jeher angenehm vom Genredurchschnitt ab.
Hier geht es lang für weitere Informationen zu Master – Among The Seeds Of Death in unserem Time For Metal Release-Kalender.



