Es gibt etwas Neues aus dem Hause Enslaved. Dass die norwegische Band ihre Wurzeln zwischen Bathory und den progressiven Bands der 70er-Jahre hat, ist nicht neu. Nur logisch, dass bei den Bathory-Tribut-Shows im Sommer auf unter anderem dem Wacken Open Air mit Ivar Bjornson an der Gitarre und Bassist Grutle Kjellson gleich zwei Enslaved-Member auf der Bühne zu erleben waren. Anscheinend hat das Ausbuddeln der alten Bathory-Klassiker auch auf der aktuellen Platte Mið, ein altdeutsches Wort für „Mitte“, seine Spuren hinterlassen, wobei Enslaved auf fast jeder Platte Bathory-Einflüsse durchblinzeln lassen.
Mið und der Einfluss von Bathory
Nach dem Intro und dem Auftakt I Am Ice, das zwangsläufig die Frage aufwirft, ob Ice Dale an der zweiten Gitarre hier seine Hommage bekommt, erklingt Solar Will, wo Quorthon nicht nur einmal durchblinzelt. Lyrisch geht es um Sonnenkulte. Laut Bjornson ist die Sonne ein klassisches und ehrfurchtgebietendes Objekt unserer Anbetung, das Mythen erfordert. Die Mischung aus progressiven Elementen, Viking Metal und Black Metal ist auch 2026 der Cocktail von Enslaved.
Über das zum Anfang akustisch melancholische Mountain (nein, kein Manowar-Cover), welches sich im Verlauf zu einem progressiven Stück Musik mit verschiedenen Wendungen dreht und insgesamt sehr eigenwillig aus den Boxen dröhnt, kommt der Spirit Helper ins Spiel. Nordic Folk by Enslaved? Zumindest sind die Töne eher ungewöhnlich, auch wenn der Track nach hinten Fahrt aufnimmt. Enslaved scheren sich nicht um Genregrenzen und komponieren die Sachen, die die Truppe im Kopf und den Fingern hat.
Die Spur des Vorgängers nimmt das mehr als achtminütige Parting direkt auf. Ruhige Töne mit Chorgesängen erklingen anfänglich, die sich im weiteren Verlauf zu einer Mixtur aus rauen und klirrenden Gitarrenläufen, Chorgesängen, keifendem und klarem Gesang kombinieren. Das Ding ist speziell, aber stark komponiert und strotzt vor Ideenvielfalt, die eher bei der progressiven Fanbase Wohlgefallen finden dürfte.
In Richtung Finale legen Enslaved an Härtegrad mit Tales Of Trees zu, wobei der Gesang wie bei Parting zwischen harsch und klar pendelt und irgendwo zwischen progressivem Black Metal und Viking Metal eine Schublade findet. Fast nahtlos knüpft der Sound des finalen I Miðju an Tales Of Trees an, wobei die Saitenarbeit in Teilen noch ein paar Härtegrade drauflegt.
Hier geht es für weitere Informationen zu Enslaved –Mið in unserem Time For Metal Release-Kalender.



