Vor circa drei Jahren legten Temperance Hermitage – Daruma’s Eyes Pt. 2 auf den Tisch und rückten damit ins Blickfeld von Fans von Metal-Opern bzw. dem, der die Metal Opera mit Part I und Part II kurz nach Millennium auf die Bühne gebracht hat. Was Tobias Sammet kann, das können Temperance auch und lassen nicht den zweiten Teil von Hermitage folgen. Bei Arcani geht es um Karten und die verschiedenen Stücke besingen unterschiedliche Kartensymbole.
Arcani und das Kartenspiel
Wer generell nichts mit süßen und gezuckerten Melodien anfangen kann, wird mit der neuen Temperance ebenfalls nicht glücklich werden. Wer aber neben seinen Black-Metal-Scheiben gerne einen melodiösen Ausflug genießt, kommt mit Arcani genauso auf seine Kosten wie Genrefans.
The Fool, The Magician: Into The Fire und Death: Right Before We Die sind die ersten drei Tracks und fahren einen ähnlichen Ansatz. Die Regie führen das Gesangsduo Michele Guaitoli und Kristin Starkey. Die Melodien sind Ohrwürmer und die Produktion ist fett und modern. Mit The Tower: Lean Into Fear übernimmt Starkey die Vocals komplett und zeigt genau das, was bereits auf der Bühne zu erleben war. Eine bärenstarke Performance.
Die Magie der Rock- und Metal-Oper entfaltet sich aber besser beim Duett. The Devil: Sin, Sin, Sin treiben die beiden Hauptprotagonisten und der Ohrwurmrefrain darf nicht fehlen. Der Refrain von The Tower: Lean Into Fear toppt den Vorgänger noch und packt dazu die bombastische Symphonie aus. Spätestens jetzt dürfte der Herr der Metal-Opern neidisch über die Alpen blicken, während er sich um Edguy kümmert.
Temperance sind auf dem Weg nach ganz oben
Egal welche Nummer läuft, der Ohrwurm ist garantiert. Gerade die symphonischen und leicht verspielten Arrangements lassen mehr als nur aufhorchen und legen die Messlatte für derartige Produktionen weit nach oben. Beispiele wären The Chariot: Alla Ricerca Dell’America oder The Star: Surrender Control.
Etwas aus dem Rahmen fällt das mit etwas zu viel Synthesizer aufgepeppte Wheel Of Fortune: Come And Call Me, wobei die Melodieführung ebenfalls stark ist, nur der überbetonte elektronische Unterton trübt den Hörgenuss. Bei The Moon: The Man Of Moonlight klingeln spätestens jetzt die Alarmglocken bei Herrn Sammet. Liefert Moonglow Part II demnächst Temperance und das als Band und ohne geliehene Rocklegenden? Der Langläufer The Hanged Man: Petrichor zeigt nochmals die Fähigkeit von Guaitoli und Co., verspieltere Nummern zu kreieren, die zum Beispiel an Kamelot erinnern. The World als akustisches Outro macht den Deckel auf eine mitreißende LP.
Hier geht es für weitere Informationen zu Temperance – Arcani in unserem Time For Metal Release-Kalender.



