Das Interview mit der Schweizer Desert Rock Band Sobchak zur Deaf, Cut And Calm EP

Artist: Sobchak

Herkunft: Muotathal, Schweiz

Genre: Desert Rock

Label: Monobuster Records

Link: https://www.facebook.com/sobchakband/

Bandmitglieder:

Gesang – Rolf Gwerder
Gitarre – Daniel Inderbitzin
Gitarre – Urs Schmidig
Bassgitarre – Jörg Gwerder
Schlagzeug – Hugo Schelbert

Time For Metal / Rene W.:
Hallo liebe Band,
wir sind heute zusammengekommen, um kurz über eure neue EP Deaf, Cut And Calm zu sprechen. Sobchak dürften bei uns in Deutschland noch nicht so viele kennen. Ihr seid als Kyuss Coverband gestartet und habt euch dann aus Pyuss für den ganz eigenen Weg gegründet. Stellt euch bitte einmal vor. Wann habt ihr zusammengefunden und wie kam es zur Abspaltung von Kyuss?

Sobchak:
Die Kyuss-Coverband Pyuss gründeten wir 2007. Teilweise spielten wir schon vorher zusammen in Bands. Wir sind alle vom selben Dorf. Muotathal ist dem einen oder anderen Leser dieses Magazins vielleicht ein Begriff wegen des Mountains Of Death Festival, das von 2001-2011 in unserem Dorf stattgefunden hat. Auch wir haben dort immer fleißig mitgeholfen, mitorganisiert und in verschiedenen Bands sogar gespielt.

Kyuss war aber schon zu jener Zeit eine Band, die wir immer sehr mochten und auf einmal kam die Idee, eine Coverband zu machen. Damals waren Kyuss fast nirgends mehr zu hören, Garcia Plays Kyuss und Kyuss Lives! kam ja dann erst später. Nach ein paar Jahren begannen wir während der Proben eigene Songs zu schreiben und als immer mehr Material zusammenkam, entschlossen wir uns zu einer Zweitband namens Sobchak. Von 2012 bis 2017 machten wir dann beides. Als wir dann unser erstes Album Mark It Zero veröffentlichten, traten wir mit Pyuss kürzer und machten dann zwei Jahre nur noch Gigs mit Sobchak.

Time For Metal / Rene W.:
Deaf, Cut And Calm blickt auf drei Stücke und ist der Nachfolger von Mark It Zero. Ihr habt euch für die Nummern gut drei Jahre Zeit gelassen. Wie kam es zur geringeren Produktivität? Oder habt ihr euch in der Zwischenzeit mehr auf Bühnen herumgetrieben?

Sobchak:
Wir waren schon immer eher langsam, was das Songwriting anbelangt. Auch für die acht Stücke auf Mark It Zero brauchten wir etwa fünf Jahre. Aber das kümmert uns überhaupt nicht. Wir haben da keinen Zeitdruck und nehmen es, wie es kommt. Es hängt natürlich auch mit unserem fortgeschrittenen Alter und den damit verbundenen Prioritäten, die sich verändern, zusammen. Wir sind alle zwischen 37 und 44 Jahre alt und seit der Bandgründung gab es vier Hochzeiten und zehn Kinder. Und auch beruflich mit Weiterbildungen und noch anderen Hobbys sind wir anderweitig viel beschäftigt. Konzerte hatten wir nicht allzu viele, aber auch das ist für uns völlig okay, wie es ist.

Time For Metal / Rene W.:
Im Vergleich zum Debütalbum ist die aktuelle EP Deaf, Cut And Calm deutlich griffiger. Wie haben euch die gemachten Erfahrungen in den letzten Monaten in die Karten gespielt? Seid ihr beim Songwriting weiter den Weg von Mark It Zero gegangen oder habt ihr andere Herangehensweisen eingeschlagen?

Sobchak:
Eigentlich entstanden die Songs wie bei Mark It Zero. Meistens kommt einer mit einem Riff, wir jammen dann mit diesem und feilen es aus, arrangieren das Ganze ein bisschen und so entsteht der Song. Das machen wir dann jeweils für ein paar Wochen so, bis der ganze Song für uns im Ablauf stimmt und wir dann zufrieden sind. Die Texte kommen dann jeweils erst später dazu.

Time For Metal / Rene W.:
Wollen wir mal genauer auf Deaf, Cut And Calm blicken. Könnt ihr bitte in einem kleinen Track-by-Track die drei neuen Nummern durchleuchten und eure Emotionen zu den Stücken offenlegen?

Sobchak:
Bei No One Hears The Bird geht es darum, dass es immer und überall viel zu laut und hektisch ist. Die kleinen Dinge nimmt man gar nicht mehr wahr.

Vasectomy handelt von Vasektomie. Normal schafft es meistens nur einer, anschließend keiner. Oder gleiches Vergnügen ohne Konsequenzen.

Unser „Hit“ auf dem Album ist wohl More Doors. Ist ein bisschen länger geworden als unsere bisherigen Songs, aber der Song hat wie zwei Abschnitte und diese sind so genau richtig in der Länge, wie wir finden. Im Text geht es darum, wie man mit dem Tod oder einem anderen Verlust umgeht. Jeder findet seinen eigenen Weg, um mit etwas abzuschließen.

Time For Metal / Rene W.:
Bei dem Artwork habt ihr euch sicherlich was gedacht. Könnt ihr mir die Idee hinter der überdimensionierten Box inkl. Verstärker in der Wüste nahebringen und wurde die Grafik von euch selber entworfen?

Sobchak:
Eine spezifische Idee hatten wir eigentlich gar nicht. Wir machen fast jedes Jahr eine Generator-Party, wo wir in einem Steinbruch bei uns im Dorf ein Konzert geben. Keine Bühne, kein Eintritt, je nach Wetter und nur vor einem sehr kleinen Publikum unter Freunden und Familien. Das ist mehr oder weniger das Highlight des Jahres. Und letztes Jahr machte unser Bassist ein Foto von seinem Verstärker mit der Bassbox. Das Bild gefiel uns sehr und passt auch gut zu unserem Sound. Unser Sänger gestaltete aus diesem Foto dann unser Artwork. Ist sehr geil geworden, nicht?

Time For Metal / Rene W.:
Corona bleibt ein bestimmendes Thema 2020. Wie konntet ihr die Kompositionen einspielen, welche Barrieren mussten überwunden werden und wie beeinträchtigt euch als Band diese unplanbare Situation?

Sobchak:
Da wir die Songs an einem Wochenende im Januar mit Jonas Marty von Monobuster Records aufgenommen hatten, tangierte Corona unsere Produktion eigentlich nicht. Auch fürs Abmischen konnten wir noch vor dem Lockdown ins Studio, um unsere Inputs zu geben. Den Endmix und das Mastering machte dann Deezl Imhof in seinem Foolpark Recording-Studio und schickte uns die Mixes dann jeweils per Mail. Gigs konnten wir halt noch keine machen in diesem Jahr und auch die Plattentaufe wird dann noch nachgeholt. Aber für uns als Band war es nicht so einschneidend wie für andere, die versuchen, von der Musik zu leben. Für uns ist und bleibt es ein wunderschönes Hobby.

Time For Metal / Rene W.:
Bei euch in der Schweiz und bei uns in Deutschland laufen die ersten Versuche, Konzerte mit Publikum durchzuführen. Habt ihr in der Hauptpandemiephase ein Geisterkonzert gespielt und wie steht ihr als Band dazu?

Sobchak:
Nein wir hatten keine Internet-Auftritte. Anfangs war es ja noch irgendwie lustig, solche Gigs am PC zu verfolgen, aber recht rasch wurde es auch irgendwie langweilig. Bei einem Konzert will man doch lieber live dabei sein, mit Freunden was trinken usw. Und bei eher härterem Sound sowieso, da braucht man einen gewissen Lautstärkepegel, damit es so richtig einfährt. Bei uns in der Schweiz waren zum Glück die Maßnahmen nicht allzu hart und man konnte rausgehen und auch schon recht bald wieder an kleinere Konzerte.

Time For Metal / Rene W.:
Die Bühnen werden langsam wieder bevölkert – vor allem Open Air. Könnt ihr die neuen Stücke in diesem Jahr noch live darbieten?

Sobchak:
Ja, eigentlich sollte es noch klappen. Wenn das Wetter schön ist, machen wir im September die Generator-Party und sollte das Wetter nicht mitspielen, holen wir den Gig im Earl Music Club im Oktober nach, falls es klappt. Am 30. Oktober haben wir noch ein Konzert im Sedel in Luzern. Darauf freuen wir uns sehr, endlich wieder Live zu spielen.

Time For Metal / Rene W.:
Deaf, Cut And Calm ist gerade einmal drei Songs stark, da kommt schnell die Frage: Wie geht es mit euch weiter? Arbeitet ihr bereits an neuem Material und zu wann dürfen Interessierte mit einem vollständigen neuen Silberling rechnen?

Sobchak:
Dass wir diese EP aufgenommen hatten, war eher ein Zufall. Ein Freund von uns (Joni von Monobuster Records) fragte uns, ob wir mal wieder was Aufnehmen möchten, so entschlossen wir uns kurzerhand für eine EP, da wir noch zu wenig Material hatten für ein ganzes Album. Momentan sind wir parallel an zwei-drei Stücken dran. Wie lange es dauert, bis wir wieder was Aufnehmen, können wir nicht sagen. Wird wohl wieder zwei-drei Jahre dauern, wir lassen uns Zeit…

Time For Metal / Rene W.:
Ich bedanke mich dafür, dass ihr Zeit gefunden habt, meine Fragen zu beantworten und wünsche euch, wie es gerade mehr als modern ist, beste Gesundheit! Das letzte Wort gehört, wie in meinen Interviews üblich, ganz alleine euch und ihr könnt es ganz offen an eure Fans und unsere Leser wenden.

Sobchak:
Ebenfalls vielen Dank fürs Interview!

Wäre cool, wenn ihr mal auf unsere Bandcamp-Seite, Spotify oder Apple Music geht und unsere Songs durchhört! Sind wirklich cool geworden!

Habt Sorge und nehmt nicht alles allzu ernst. Oder wie es der Stranger zu sagen pflegte: „Es gibt Tage, da verspeist man den Bären und Tage, da wird man eben vom Bären verspeist.“

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