DGM – Tragic Separation

Melodisch progressive Töne aus Italien

Artist: DGM

Herkunft: Rom, Italien

Album: Tragic Separation

Spiellänge: 56:48 Minuten

Genre: Progressive Rock, Progressive Metal, Melodic Rock, Melodic Metal

Release: 09.10.2020

Label: Frontiers Music s.r.l.

Links: http://www.dgmsite.com/
https://www.facebook.com/dgmprog/

Bandmitglieder:

Gesang – Marco Basile
Gitarre – Simone Mularoni
Bassgitarre – Andrea Arcangeli
Keyboard – Emanuele Casali
Schlagzeug – Fabio Costantino

Tracklist:

  1. Flesh And Blood
  2. Surrender
  3. Fate
  4. Hope
  5. Tragic Separation
  6. Stranded
  7. Land Of Sorrow
  8. Silence
  9. Turn Back Time
  10. Curtain

Seit 1994 existieren DGM, welche zunächst als reine Instrumentalband an den Start gingen. 1996 fand man mit Luciano Regoli einen Sänger, dessen Wurzeln im Progressive Rock der 1970er-Jahre lagen und mit ihm entstand die erste EP Random Excess Zone. Ein Jahr später kam das erste Langeisen auf den Markt namens Change Direction und zwei Jahre später folgte Wings Of Time. Es gab einige Umbesetzungen in der Band, bevor 2001 Dreamland mit Titta Tani als neuen Sänger veröffentlicht wurde und man verdiente sich einen Plattenvertrag. Zwei Jahre später folgte Hidden Place und das Kommen und Gehen von Musikern hielt an. Misplaced (2003), Different Shapes (2007) und Frame (2009), erstmals mit dem aktuellen Sänger Mark Basile, folgten. In den letzten zehn Jahren hat man sich mit Neuveröffentlichungen etwas zurückgenommen. Momentum (2013) und zuletzt in 2016 The Passage waren die weiteren Outputs des Quintetts. Nun also der zehnte Longplayer der italienischen melodisch progressiven Rocker, welche Dream Theater und Symphony X als ihre Haupteinflüsse beschreiben.

Dass die progressive Musik aus Italien evtl. nicht ganz so sperrig ist, wie andere Genrevertreter, liegt auf der Hand und wird von den Herren auch so kommuniziert – man hat halt Melodien im Blut, wo wir auch schon beim Opener Flesh And Blood wären. Nach dem Intro gibt es intensive progressive Gitarren mit ordentlich Tempo. Mit dem Gesang erinnert die Nummer zunächst an Powermetal, der Refrain geht aber wieder in das progressive, aber auch melodische Fahrwasser zurück. Surrender ist ein Mix zwischen Hardrock und AOR, sehr rund und mir fehlen da schon progressive, kantige Elemente, die das Teil etwas spannender gestalten würden. Fate knüpft an den Opener an und melodischer Hardrock mischt sich mit schnell gespielten Gitarren und progressiven Elementen. Eine Nummer, die mir durchaus zu gefallen weiß. Mit melodischem Hardrock im progressiven Soundgewand und Hope geht es weiter. Die Gitarren wissen zu überzeugen, allerdings ist mir der Gesang und der Refrain etwas zu einfach gestrickt. Der Titeltrack begrüßt den Hörer symphonisch mit Piano und Geige, nach ca. einer Minute gibt es ordentliche Arbeit der Saitenfraktion. Leider nimmt der Gesang auch hier wieder die Power und Spannung etwas runter, zum Refrain baut sich die Nummer noch mal etwas auf, bleibt aber insgesamt vorhersehbar und rund und damit wenig spannend. Stranded kommt mit ordentlich Tempo um die Ecke, insgesamt irgendwo zwischen Hardrock und Powermetal verortet. Mit einigen progressiven Elementen und intensiver Gitarrenarbeit geht es vorwärts, die Gitarren pushen den Song deutlich. Land Of Sorrow startet im Symphony X Style und Gesang und Gitarren liefern gemeinsam einen Spannungsbogen – gefällt mir ausgezeichnet, klasse Nummer und für mich bisher das Highlight. Silence geht in die melodische Hardrock Richtung und bietet mir zu wenig Spannung trotz einiger sehr netter Gitarrenpassagen. Turn Back Time tönt erst mal elektronisch aus den Boxen, es geht aber in einen progressiven, von Gitarren geprägten Sound über, recht schnell gespielt und für progressive Musik recht schnörkellos, die Gitarrenarbeit gibt dem Teil aber einen gewissen interessanten Touch. Zum Ende geht es um den Vorhang, wo der Letzte hoffentlich noch nicht gefallen ist, aber für die Scheibe hier fällt. Mit ruhigen instrumentalen Klängen über etwas mehr als zwei Minuten wird der Hörer aus dem Werk begleitet, wobei der schrille Ton zum Ende recht gewöhnungsbedürftig ist.

DGM – Tragic Separation
Fazit
Eine italienische Band und progressive Musik – das kann nicht so komplex und verschachtelt sein, wie es andere Genrekollegen liefern. Es ist ein interessantes Werk, welches vor allem im zweiten Teil seine progressiven Stärken hat und im ersten Teil eher melodisch rüberkommt. Der Anhänger von verschachtelten Strukturen und knallhartem Riffing, wie z.B. bei Haken auf der letzten Scheibe, wird sich hier eher langweilen. Wer es bei Hardrock bzw. Metal melodisch, aber auch etwas komplex mit intensiven Gitarren mag, der sollte mal in das Werk aus Italien reinhören.

Anspieltipps: Fate, Stranded und Land Of Sorrow
Jürgen F.
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