2018 tauchten Greyhawk im Fahrwasser von Visigoth mit Ride Out auf und veränderten ihren Sound in den folgenden Jahren. Im zweijährigen Rhythmus lieferte die Truppe neues Material. Das Hauptmerkmal war der Gesang von Rev Taylor, der zwischen Genie und Wahnsinn agierte. Episch, ausufernd und an der einen oder anderen Stelle bestimmt auch einen Tick drüber, drückte Taylor Greyhawk seinen Stempel auf. Gerade der Vorgänger Thunderheart (2024) profitiert von dem facettenreichen Gesang Taylors. Zwei Jahre später heißt es Warriors Of Greyhawk und der entscheidende Faktor der vergangenen Jahre ist nicht mehr dabei. Wie schlägt sich Anthony Corso am Mikro?
Warriors Of Greyhawk: Anthony Corso anstatt Rev Taylor am Mikro
Warum Rev Taylor nicht mehr bei Greyhawk agiert, ist nicht bekannt. Der neue Mensch am Mikro sorgt gleich mit für den Aufnahmeprozess von Warriors Of Greyhawk. Die Platte wird bei Cruz Del Sur Music das Licht der Welt erblicken. Wir reden über eine Undergroundband, bei der wahrscheinlich alle Protagonisten nicht von ihren musikalischen Aktivitäten leben können. Ohne Rev Taylor haben Greyhawk viel von ihrem bisherigen Charme eingebüßt.
Der Auftakt tönt noch ordentlich aus den Boxen. Spätestens mit dem einsetzenden Gesang wird Ascension austauschbar und bietet wenig Besonderheiten. Es ist eine Nummer zwischen Heavy Metal und Power Metal, die sich sowohl vom Gesang als auch von der gesamten Melodieführung als Durchschnittsware präsentiert. Der Nachfolger Land Of Ashes drückt mehr aufs Gaspedal, sodass Corso besser zur Geltung kommt. Das stampfende Take A Stand offenbart die fehlende Variabilität in den Vocals. Die Nummer ist grundsätzlich nicht schlecht, sticht aber nicht mehr so heraus, wie mit Rev Taylor auf der Thunderheart.
Es wird wieder schneller, was für ein Endless Race Sinn ergibt, sodass Corso zwar im Refrain nicht in die Höhenlagen seines Vorgängers kommt, sich aber durchaus im oberen Mittelfeld behauptet. Aber auch die Melodie ist stark komponiert, sodass ein gutklassiger Power-Metaller zu notieren ist. Mehr als sechs Minuten Warriors Of Greyhawk lassen nach den bisherigen Erfahrungen Zweifel aufkommen, was uns Greyhawk kredenzen werden. Es wird ein Midtempo-Stampfer, bei dem die Vocals unpassend wirken. Sowohl bei den Strophen als auch im Refrain dümpelt Corso lange vor sich hin. Erst mit dem Backgroundchor nimmt die Sache Fahrt auf, sodass Greyhawk das Ding noch retten, aber viel mehr als Standardmaterial mit viel A und O gibt es nicht.
Die weiteren Stücke wie Words Of Power, das balladeske Chosen, Hyperspace oder Embers Rise liefern metallische Kost, die mit Melodie und Keyboard anscheinend den Weg in die Moderne und aus dem Underground sucht und zu den angesagten Power-Metal-Bands aufschließen möchte. Zwei Langläufer mit mehr als sechs Minuten gibt es zum Ende der LP. Rise Above kommt als melodisch-balladesker Rocker um die Ecke, der Schlusspunkt Eternal Ques knüpft zunächst daran an mit einem verspielten Intro. Viel mehr als einen melodischen Rocker, der sich auch gut auf einem Frontiers-Release machen würde, gibt es leider nicht auf die Ohren.
Hier geht es für weitere Informationen zu Greyhawk – Warriors Of Greyhawk in unserem Time For Metal Release-Kalender.



