Undiluted – The Withering Path

“Schwächelndes Doom-Debüt“


Artist:
Undiluted

Herkunft: Deutschland

Album: The Withering Path

Spiellänge: 53:00 Minuten

Genre: Doom Metal

Label: STF Records

Link: www.undiluteddoom.com

Bandmitglieder:

Gitarre, Gesang – Hanzi Herrmann
Bass – Maxim Walter
Schlagzeug, Hintergrundgesang – Rico Skerra

Tracklist:

  1. World’s End
  2. Descending Winters
  3. Drifting
  4. The (Final) Dawn Of The Centuries
  5. From Time Immemorial
  6. Yearning

Undiluted - The Withering Path

Bereits 2010 veröffentlichten Undiluted ein Drei-Titel-Demo mit Namen Fading Silhouettes Of The Sun. Damals noch in Eigenregie als Ein-Mann-Projekt hat sich Hanzi Herrmann mittlerweile Schlagzeuger mitsamt Bassisten gesucht und bekommt obendrein noch Hilfe am Keyboard vom Ex-Orphaned Land-Tastendrücker Eden Rabin. Stilistisch soll es beim Debütalbum The Withering Path in eine melancholisch-melodische Doom-Richtung gehen. Klingt alles in allem erst mal verheißungsvoll.

Den ersten Schritt wagt World’s End. Erster Eindruck: Doom-typisch schleppende Drums, kluge Basslinie und viel künstliche Orgel-Violinen-Atmosphäre. Nach einem Break setzt der kratzige Gesang ein. Hat was von Lordi oder sogar Tom Waits. Was jedoch sofort hart stört, sind ein paar ganz verhauene Drums. Nicht aus dem Takt, aber auf keinen Fall punktgenau. Auch so klingen Undiluted vorerst nicht herausragend. Eine großartige Wendung bietet dafür das Synthie-Solo gegen Ende des Songs. Mutig und genau deshalb echt stark, da unerwartet. Weitere Momente wie dieser könnten das Album definitiv ordentlich nach vorn katapultieren.

Titel 2: Descending Winters. Herrje, bereits nach der ersten Strophe hat man genug von dem Song. Die gesungenen Worte werden einfach heruntergerasselt, ziemlich unangenehm zum eigentlichen Takt. Entweder sollten die Lyriks angepasst oder die Betonung abgeändert werden. Manche Silben werden zu lang, andere zu kurz betont. Man stelle sich jemanden vor, der am Mikro steht und sich einen Text zum Hintergrundsong ausdenkt. Jeder kennt das, wenn sich das dann nicht reimt und völlig aus dem Rhythmus gerät. Sowas ist in Jam-Sessions gang und gäbe, hier hingegen leider recht arm. Wäre das hier Rap, würde man sagen, der Flow suckt. Schade um die Parts danach. Vor allem der Refrain geht absolut klar und bleibt im Kopf. Auch das kurze Piano-Stück am Ende: Sowas mitten im Song oder länger bzw. prägnanter hätte durchaus Potenzial.

Kaum spricht man es an, liefert Lied 3 namens Drifting ab. Streicher, hämmernde Klavierpassagen und der melancholische Gesang treffen direkt ins Schwarze. Klingt sogar ein wenig nach neuen Enid. Bis jetzt wirklich der Höhepunkt.

The (Final) Dawn Of The Centuries kommt mit einem einprägsamen, aber eher nervigen Basslauf daher. Was nochmals zu gefallen weiß, ist der Refrain. Dort werden die Stärken von Undiluted solide genutzt, durch die Synthie-Spielereien hat das Ganze sogar eine leicht verspielte SummoningCaladan-Brood-Art. Ein wenig mehr Abwechslung im Gesang würde der gesamten Platte gut tun.

Mit From Time Immemorial geht der vorletzte Song in die Runde. Mittlerweile ist eine eher monumentale Richtung eingeschlagen. Lyrisch geht’s auch mehr um Wälder, Himmel, tiefe Dungeons. Der letzte Titel Yearning versucht sich ebenfalls, epischer und weiblicher Gesang unterstützt dabei, jedoch strengt es mittlerweile an, den immergleichen Tonlagen des Sängers zuzuhören. Alles in allem eher ein halbgares Ende nach einem mehr oder minder passablen Mittelteil.

Fazit: Alles in allem geht das als Debüt schon mal durch. Jeder fängt mal an. Ein paar gute Momente bietet The Withering Path auch auf jeden Fall, letztendlich langweilt es durch zu viel Monotonie und die fehlenden Gesangsvariationen dennoch. Dranbleiben und Kompositionen erweitern, dann wird das schon!

Anspieltipps: Drifting
Glenn V.4
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