Event: Mvrksfest
Bands: Landmvrks, Paleface Swiss, Guilt Trip, Dying Wish, Aurore
Ort: Maimarktgelände, Mannheim, Baden-Württemberg
Datum: 16.06.2026
Kosten: 59,99 € / 65 € Abendkasse
Genre: Metalcore, Hardcore, Beatdown, Nu Metal, Deathcore
Veranstalter: Delta Konzerte
Website: www.zeltfestivalrheinneckar.de

Mit dem Mvrksfest haben Landmvrks seit 2023 ihr eigenes Festival am Start. Ursprünglich in ihrer Heimatstadt Marseille ins Leben gerufen, fand das Event am 16. Juni 2026 erstmals in Deutschland statt. Im Rahmen des Zeltfestival Rhein Neckar in Mannheim verwandelte sich das Maimarktgelände zum Szenetreff für Fans härterer Gitarrenmusik. Neben den Gastgebern Landmvrks rockten Paleface Swiss, Dying Wish – alle drei haben gerade auch das Rock Am Ring begeistert – sowie Guilt Trip und Aurore das tropisch heiße Palastzelt.
Deutlich vor dem offiziellen Einlass um 16 Uhr tummeln sich die ersten Fans am Gelände, das mit abwechslungsreichen Essensständen, Getränkebuden, Merch – da ist richtig was los –, einem großzügigen Raucherbereich und gemütlichen Sitzgelegenheiten zum Verweilen einlädt. Zeltfestival-Veranstalter Delta Konzerte hat den groben Kiesplatz in eine Wohlfühloase verwandelt. Doch vom Zelt- zum Mvrksfest(ival).
Aurore (17:00 Uhr) stammen wie Landmvrks aus Marseille und spielen erstmals außerhalb von Frankreich. Mannheim heißt sie mit freundlichem Applaus willkommen. Aurores Mischung aus zeitgenössischem Metalcore und Melodic Hardcore pendelt zwischen heftigem Geknüppel und ruhigen Passagen, die sogar Alternative-Rock-Gefilde austesten. Frontmann Clément Vauchelle feuert giftige Screams ins Zelt, das sich rasch auf eine vorzeigbare Menge füllt. Der erste Pit lässt nicht lange auf sich warten, vorne singen die Fans, weiter hinten wippen die Köpfe. Im Zelt ist es nicht mehr nur warm, sondern langsam heiß.
Bei Dying Wish (17:45 Uhr) ist der Sound zum Sterben laut, wie eine Faust knallt die Bassdrum in den Bauch. Frontfrau Emma Boster und Bassist Jon Mackey fordern umgehend Action von den Fans und der Pit wird zum Ameisenhaufen. Auf dem Boden regieren 2-Step und Wall of Death, darüber beginnen die ersten Crowdsurfeinheiten. Boster dreht Pirouetten auf der Bühne, kickt in die Luft, die Band gibt richtig Gas und flext die Muskeln – literally. Nach jedem Song ist mehr Applaus zu hören und es sind mehr in die Luft gereckte Arme zu sehen. Dying Wish danken Landmvrks und der Community und lassen das Zelt mit dem „Taschenlampen-Spiel“ funkeln. Das Zelt gleicht allmählich einer Sauna.
Kurz bevor Guilt Trip (18:30 Uhr) die Bühne betreten, nutzen viele Besucher:innen die Pause, um sich eine Auszeit zu gönnen oder einen Snack zu greifen. Bei angenehmen Temperaturen lädt das Gelände zum Chillen ein. Insofern erscheint das Zelt zunächst leerer, als die Band aus Manchester lospoltert. Musikalisch bringt die Truppe trotz Crossover-/Thrash-Einschlag direkt nach Dying Wish zwar nicht allzu viel Abwechslung, doch die Moshfraktion hat Bock auf Bewegung. Die Publikumsreaktionen zeigen, dass Guilt Trip viele Fans im Publikum haben. Der Aufforderung zum Springen kommt die Menge gerne nach, die mit Guilt Trip ein reichhaltiges Animationsprogramm für den Headliner verpasst bekommt.

Doch zuerst sind Paleface Swiss (19:25 Uhr) oder vielmehr Paleface Schwitz angesagt. Temperaturen im Zelt und Pitaction haben bei vielen Besucher:innen ihre Spuren hinterlassen. Und jetzt geht die Show erst los. Die Schweizer sind geborene Stimmungsmacher und rasten mal komplett auf der Bühne aus. Fronter Marc Zelli singt, rappt und bringt das Zelt zum Flattern, der Sound ist deutlich klarer geworden und Paleface Swiss lassen fast vergessen, dass sie heute gar nicht der Headliner sind. „Make some Noise!“, schreit Zelli und das Mvrksfest ist überregional zu hören. „Mvrksfest, Mannheim, was auch immer. Ich will euch schreien hören.“ Ohrenbetäubender Jubel. Crowdsurfer:innen purzeln übereinander, es wird auf Schultern geklettert und textsicher mit der Band gesungen. Japp, das war fett.

Bühne frei für die Gastgeber. Schweiß und Vorfreude liegen in der Luft, als Landmvrks (20:40 Uhr) das Zelt erobern. Die Sehnsucht der Fans ist fast berauschend, der Beginn des Konzerts ein kollektiver Aufschrei, der fast die Zeltdecke wegfetzt. Vor der Bühne beginnen die Fans sofort zu springen, spätestens ab dem dritten – von Konfetti gekrönten – Song reißen die Surfer:innen nicht mehr ab. Das ist hier jetzt die ganz große Nummer aus inbrünstig singenden Fans und Körpern in Bewegung. Ein wenig Ruhe kehrt nur ein, als Sänger Florent Salfati das Set für eine Graffiti-Einlage unterbricht. Der anschließende Circlepit ist direkt danach fast doppelt so groß. Es gibt Sprechchöre für die Band, und Salfati, der auch die höchsten Töne trifft, kommt aus den Danksagungen („It’s unbelievable!“) gar nicht heraus. Auch Nicolas „Nico“ Exposito muss ans Mikro und dankt den Fans für die Treue, und sie feuern ihn dabei an. Für die zahlreichen Herzgesten im Publikum revanchieren sich Landmvrks unter anderem mit dem Song, den sie erstmals außerhalb Frankreichs spielen. Das war ’ne Party!
Bilder: Christian D.











