Nailed To Obscurity auf „European Tour 2025“ am 06.12.2025 im Live Music Center Emden in Hinte

Ein imposanter Tourabschluss in der heimischen Fan-Szene

Event: European Tour 2025

Bands: Nailed To Obscurity, Oak, Ash & Thorn, Yoth Iria, A Dying Home

Datum: 06.12.2025

Genres: Melodic Death Doom Metal, Black Metal

Besucher: ca. 250

Ort: Live Music Center Emden, Hinte

Kosten: 22,00 € VVK, 30 € Abendkasse

Setlist Nailed To Obscurity:

  1. Glass Bleeding
  2. Feardom
  3. Overcast
  4. Generation Of The Void
  5. King Delusion
  6. Spirit Corrosion
  7. Uncage My Sanity
  8. Resonance
  9. Liquid Morning
  10. The Ideas Of Life
  11. Echo Attempt
  12. Deadening
  13. Road To Perdition

Nicht nur das Jahr neigt sich in Windeseile dem Ende entgegen, sondern auch die erste Europa-Headliner-Tour der ostfriesischen Melodic-Death-Metal-Band Nailed To Obscurity. Zum Tourabschluss zieht es die Band in ihre Heimat und sie wird am heutigen Abend im Live Music Center Emden zum letzten Mal ihr 13 Songs starkes Set zum Besten geben. Mit im Gepäck haben sie dafür die Amerikaner Oak, Ash & Thorn, die Griechen Yoth Iria sowie A Dying Home.

Als lokaler Support starten in Hinte A Dying Home, die fünf Musiker aus Leer und Emden, die sich im Herbst 2021 aus verschiedenen Metal-Projekten zusammengefunden haben und mit ihrem Opener-Set nichts anbrennen lassen. In den letzten Monaten hat sich die Band hörbar gemausert und bringt heute einen druckvollen, sauberen Sound auf die Bühne. A Dying Home vereinen modernen Metalcore, mit der Wucht und Melodie des klassischen Melodic Death Metal. Ein guter Start in einen ereignisreichen Abend.

Oak, Ash & Thorn – 2025 – Emden

Der zweite Act, Oak, Ash & Thorn, stammt aus den USA und serviert dem Publikum ein ordentliches Extreme-Metal-Brett. Sänger Adam Armstrong überzeugt vor allem mit seinen kräftigen Growls, während die Clean-Vocals etwas Eingewöhnung verlangen. Musikalisch bewegt sich die Band im breiten Extreme-Metal-Sound, wobei der Gesamtsound eher in Richtung Black und Death Metal tendiert. Drummerin Cierra White treibt das Geschehen mit hohem Tempo konstant nach vorne. Auf der Setlist stehen Songs ihrer beiden Debütalben mit den Titeln Our Grief Is Thus und May Every Altar Linger. Oak, Ash & Thorn eröffnen ihr Set mit dem Rücken zum Publikum, in düsterer Atmosphäre aus Nebel und schwarzem sowie blau-gelbem Licht. Nach dem Intro servieren sie ihren Song Dying Culture. Die Stimmung ist gut, das Publikum begutachtet jedoch das Geschehen mit einem kleinen Sicherheitsabstand. Dunkle Vocals treffen auf kraftvolle Clean-Gesänge, unterstützt von zwei Backing-Vocals, was dem Sound viel Breite verleiht. Trotz Tourabschluss zeigt sich das Quintett agil und dynamisch. Sechs Songs, darunter Like The Sea I Raged und Headless, liefern ein wuchtiges Gesamtpaket, auch wenn der Clean-Gesang nicht immer ganz überzeugt. Nach rund 40 Minuten Spielzeit zündet Drink To Your Dead das Finale. Der Applaus fällt solide aus und schnell wird die Bühne für Yoth Iria vorbereitet.

Yoth Iria – Ritual zwischen Feuer und Ekstase

Yoth Iria – 2025 – Emden

Yoth Iria verwandeln ihren Auftritt in ein intensives Black-Metal-Ritual fernab gewöhnlicher Konzertkonventionen. Eröffnet mit Blazing Inferno wird das Höllentor aufgestoßen, gefolgt von But Fear Not, In The Tongue Of Birds, Rites Of Blood And Ice und We Call Upon The Elements. Im Zentrum des Geschehens steht klar der Frontmann He – ein Sänger, der nicht einfach performt, sondern die Essenz von Yoth Iria verkörpert. Schwer emotional, rastlos und intensiv verlässt er immer wieder die Bühne, um direkt ins Publikum einzutauchen. Seine Vocals sind dabei nur ein Teil des Ganzen: Gestik, Blick und Körpersprache machen deutlich, dass jedes Wort, jeder Schrei Teil eines größeren Rituals ist. Symbolisch unterstrichen wird dies durch Kerzen und fließendes Wachs, das er sich über die Arme laufen lässt – als ein visuelles Zeichen völliger Hingabe. Währenddessen blieben seine Mitstreiter meist im Verborgenen, musikalisch jedoch alles andere als zurückhaltend. Brachial, präzise und unerbittlich tragen sie das Set, während der optische Fokus konsequent auf dem Frontmann liegt. Mit dem Rotting-Christ-Cover Non Serviam – besonders passend durch Bassist Jim Mutilator (Ex-Rotting Christ) – erreicht der Auftritt einen Höhepunkt, bevor Sid Ed Djinn den finsteren Schlusspunkt setzt.

Tourfinale vor Freunden und heimischen Fans

Nailed To Obscurity – 2025 – Emden

Für Nailed To Obscurity schließt sich ein Kreis. Vor 20 Jahren in Esens (Ostfriesland) gegründet, endet die erste Europa-Headliner-Tour ausgerechnet in ihrer Heimat. Das Live Music Center Emden in Hinte ist gut gefüllt und die Stimmung nach Yoth Iria blendend. Der Fokus liegt zweifelsfrei auf den Local-Heros, die nach zwei Jahrzehnten des Schaffens den ganzen Kontinent begeistern können. Der Bühnenaufbau ist vielversprechend, ein auf die gesamte Bühnenlänge platziertes Podest sorgt für eine agile Show, die Sänger Raimund mit breitgeschwellter Brust anführt. Stolz dürfen NTO zweifelsohne sein. Die Entwicklung ist beachtlich und der Schritt nach diversen Touren mit Top Acts der melodischen Death-Metal-Szene überfällig. Verstecken brauchen sie sich definitiv nicht mehr, das wird bereits beim Opener Glass Bleeding klar. Wahrscheinlich werden andere Acts eher auf die Show von Nailed To Obscurity blicken. Das Quintett hat einen bedeutsamen Sprung geschafft, der vielen Künstlern für immer verschlossen bleibt. Sie spielen auf ihrer Tour keine Konzerte, sondern Shows. Auf der rechten Seite agieren Jan-Ole Lamberti und Bassist Lutz Neemann. Beide wechseln blind ihre Positionen, passend zu den einzelnen Werken wie Feardom und Overcast. Mit einfachen Mitteln visualisieren sie ihren Auftritt. Mit LED-Säulen wird die Stimmung passend zu den Kompositionen beleuchtet. Im Hintergrund hat Jann Hillrichs alles fest im Griff und gibt permanent den Takt vor. Der Sound ist im Live Music Center Emden wirklich gut. Da gehen Generation Of The Void und King Delusion runter wie Öl. Trotz des wirklich langen Headliner-Sets über die vielen Shows und der Erkältungswelle, die auch vor den Bands keinen Halt gemacht hat, geben Nailed To Obscurity Vollgas. Vor der Bühne gibt es keine freien Plätze und trotz der großen Halle stehen die Reihen bis zum Mischpult bei Uncage My Sanity dicht zusammen. Die Resonanz könnte kaum besser sein. Liquid Morning und The Ideas Of Life werden euphorisch gefeiert. Raimund wird immer wieder von Volker und Lutz am Mikrofon unterstützt, bis Road To Perdition auch dieses Kapitel mit einem lauten Knall beendet. Die fünf Protagonisten verlassen zufrieden die Stage und kehren auch nicht für eine künstliche Zugabe zurück. Stark, was Nailed To Obscurity sowohl musikalisch als auch visuell auf die Bühne bekommen.