New Model Army: feiern 40. Band-Gebutstag am 24.10.2020 mit einem Konzert

Am 23. Oktober 1980 spielte New Model Army ihren ersten Auftritt; eine wunderbare, lange, kreative und ereignisreiche vierzigjährige Reise began.

Zum Jubiläum waren zahlreiche Aktivitäten geplant, von denen die meisten notwendigerweise in die zweite Jahreshälfte 2021 verschoben wurden, aber zur Feier des 40. Geburtstages wird die Band am Samstag, 24. Oktober um 21 Uhr (deutsche Zeit) ein einmaliges Konzert geben, das absolut live aufgeführt und gleichzeitig online in die ganze Welt übertragen wird – ein gemeinsames Erlebnis für alle, die die Band jemals geliebt haben.

Tickets gibt es hier

Außerdem veröffentlichen New Model Army am 20. November die Neuauflage ihres 2005er Album Carnival bei Earmusic.
Zum ersten Mal auf Vinyl und mit 4 zusätzlichen Tracks.

New Model Army haben sich nie durch musikalische Genregrenzen definiert. 1980 in Bradford gegründet, wurde die Band zunächst dem Punk und Northern Soul zugeordnet, ließ jedoch mit der Zeit auch Inspirationen aus Folk, Metal, R&B, Hip-Hop und klassischer Musik erkennen – ein in der heutigen Musikwelt einzigartiger Stilmix.

Carnival wurde erstmals im September 2005 veröffentlicht.

In der langen Geschichte von New Model Army sind es die Alben zwischen 2000 und 2009, über die heute am wenigsten gesprochen wird.“, sagt Bandleader Justin Sullivan. „Es war eine seltsame Zeit für uns. Zum Teil, weil wir uns nach dem Ausstieg (und späteren Tod) von Robert (Heaton) und der Strange Brotherhood-Ära in den 90ern selbst neu finden mussten. Eight (aus dem Jahr 2000) war bereits eine direkte Reaktion auf das letztere, ein ‘primitives‘ Album, nicht viel mehr als eine Sammlung von Demos, schnell zusammengestellt von Michael (Dean), Dean (White) und mir. Carnival war ganz anders: Ambitioniert entworfen als eine Art eklektisch-wirbelndes Soundkarussell war es der Beginn meiner kreativen Partnerschaft mit Michael – mit einem endlosen Strom von neuen Ideen von Nelson, Dean und Dave (Blomberg).
Vielleicht wählten wir damals mit Chris Tsangarides den falschen Produzenten. Er war nicht dafür gemacht unser Chaos zu steuern und in Bahnen zu lenken; und die Dinge wurden durch das häufige Fehlen von Nelson und Dave (der aus familiären Gründen dabei war die Band zu verlassen) nur noch komplizierter. Wir hatten immer das Gefühl, dass Carnival das Album war, bei dem die Aufnahmesessions, das Mixing und das Mastering den Songs nie gerecht geworden sind.
Als earMUSIC uns anbot das Album zu lizensieren und eine Neuauflage zu planen, entdeckten wir vier dazugehörige Tracks (B-Seiten und unveröffentlichte Aufnahmen) und sahen unsere Chance, „Carnival“ von Grund auf neu zu erfinden.“

Die Band übergab die Originalaufnahmen an Lee Smith, dem Co-Produzenten und Mixer ihrer neusten Werke, inklusive dem letztjährigen Erfolgsalbum From Here, mit dem die Band ihre bislang höchste Chartplatzierungen in Deutschland und Großbritannien erzielte, und Carnival wurde neu geboren. Mit einem Sound, der deutlich schärfer, definierter, kraftvoller und zusammenhängender ist, als auf der Veröffentlichung von 2005.

Passenderweise beginnt Carnival nach wie vor mit einer Geburt (auf Water wird der Ultraschall von Michaels erstem Sohn verwendet) und endet mit einem Tod in Fireworks Night – gewidmet dem 2004 während der Albumaufnahmen verstorbenen Robert Heaton. Doch die Reihenfolge der Songs wurde durch die vier zusätzlichen Titel und die neue Dynamik des Materials dennoch stark verändert. Rumour and Rapture 1650 wurde von Sullivan für die Theatertour von Freeborn John, dem Konzeptalbum von Rev Hammer, geschrieben und erzählt die Geschichte eines desillusionierten Soldaten der Parlamentsarmee. Caslen (Christmas) war zunächst instrumental, von Nelson auf der Akustikgitarre eingespielt, und wurde nun mit einem Text von Sullivan erweitert. One Bullet und Stoned, Fired and Full of Grace sind Fans der Band als Live-Akustik-Songs bekannt, doch sie kommen auf Carnival als bisher unveröffentlichte Versionen, eingespielt von der gesamten Band, zum Einsatz.
Zudem widmen sich New Model Army auf Carnival weiteren, vielseitigen Themen: Das explosive Red Earth ist inspiriert von ihrer Reise nach Afrika im Jahr 2004, während das von Hip Hop beeinflusste Another Imperial Day eine frühe Studie der Flüchtlingskrise darstellt und die Bradford Riots von 2001 im Song Carlisle Road aus der ungewöhnlichen Perspektive eines amtsmüden Polizisten thematisiert werden. Bluebeat besticht durch den originell-experimentellen Einsatz von Orchesterklängen und Too Close to the Sun, BD3 sowie Island durch hämmernde Rhythmen. Ganz im Sinne des Leitmotivs der Neuerfindung hat Joolz Denby, Künstlerin und langjährige Weggefährtin der Band, das 2005er Album-Cover sowie weitere Illustrationen für diese Neuauflage überarbeitet.

Wir sind uns bewusst, dass es für eine Band gefährlich sein kann, sich ‘rückwärts‘ zu bewegen“, sagt Sullivan, „deswegen haben wir uns die Regel auferlegt, dass wir niemals Neuaufnahmen machen würden, und daher Lee gebeten, aus den originalen Multi-Tracks einen neuen Mix zu erstellen. Manche Songs haben sich ein wenig verändert, andere sehr viel. Unserer Meinung nach hat es funktioniert. Die grundlegenden Qualitäten des Albums wurden verstärkt und erweitert und so sind die damaligen musikalischen Ideen zu guter Letzt in einem für uns klanglich befriedigenden Rahmen arrangiert. Wir hoffen es gefällt euch.“

Das Album erscheint am 20. November als limitierte CD Hardcover Media Book Edition und – zum ersten Mal überhaupt – auf Vinyl, in einer streng limitierten 180g Doppel-LP Gatefold Edition, gepresst auf weißem Vinyl.

New Model Army Carnival (Redux)

Titelliste:

  1. Water

     

  2. Bd3

     

  3. Rumour & Rapture (1650)

     

  4. Red Earth

     

  5. Ls43

     

  6. Island

     

  7. Carlisle Road

     

  8. One Bullet

     

  9. Bluebeat

     

  10. Too Close To The Sun

     

  11. Another Imperial Day

     

  12. Prayer Flags

     

  13. Stoned, Fired, Full Of Grace

     

  14. Caslen (Christmas)

     

  15. Fireworks Night
Weitere Beiträge
Anderwelt: verschmelzen reale und virtuelle Welten in ihrem neuen Album “2084”