Bereits am 26.06.2026 haben die mexikanischen Speed-/Thrash-Metaller Phantom ihr drittes Studioalbum Not Midnight Yet über High Roller Records veröffentlicht. Erhältlich ist der Longplayer als CD und Kassette sowie auf Vinyl in den Varianten Black, Red und Splatter. Für den passenden Sound sorgte die Zusammenarbeit mit den Nehtron Studios in Guadalajara, während sich für das Mastering Patrick W. Engel im Temple Of Disharmony in Deutschland verantwortlich zeigte. Das kommt dem neuen Album des Quartetts um Sänger und Gitarrist J.C. García, Gitarrist Harel O., Bassist Raír Tavizón und Schlagzeuger J. P. Alatorre sicherlich zugute.
Mit Vollgas, aber nicht eindimensional
Schon nach wenigen Takten wird klar, dass Phantom keine Zeit mit langen Einleitungen verlieren. Die Songs gehen direkt nach vorne, leben von scharfkantigen Riffs, hohem Tempo und einer angenehm rauen Stimme, die perfekt zum ungeschliffenen Charakter der Musik passt. Trotzdem beschränkt sich die Band nicht darauf, einfach nur ein Speed-Metal-Riff an das nächste zu hängen.
Vielmehr wirkt Not Midnight Yet sehr durchdacht. Die Stücke besitzen Dynamik, abwechslungsreichere Arrangements und zahlreiche kleine Details, die sich oft erst nach mehreren Durchläufen bemerkbar machen. Besonders die Gitarrenarbeit fällt positiv auf. Immer wieder wechseln sich aggressive Rhythmuspassagen mit melodischen Leads und ausdrucksstarken Soli ab, ohne dass der Spielfluss darunter leidet.
Zwischen Raserei und Atmosphäre
Natürlich kommen Fans kompromissloser Geschwindigkeit voll auf ihre Kosten. Hordes Of Bats, Summoned To Kill oder Sepulchral Majesty liefern reichlich Stoff für Headbanger und Moshpit-Fans. Gleichzeitig streut die Band immer wieder kleine Überraschungen ein. Dezente Keyboard- beziehungsweise Orgelklänge verleihen einigen Songs eine düstere Atmosphäre und sorgen dafür, dass sich das Album trotz seines hohen Tempos nicht abnutzt.
Besonders gelungen fällt The Pale Remains Of Time aus. Nach den zahlreichen Highspeed-Attacken nehmen Phantom hier bewusst Tempo heraus und setzen auf melodischere Gesangslinien sowie gefühlvolle Gitarrenarbeit. Der Song wirkt dabei keineswegs wie ein Fremdkörper, sondern fügt sich nahtlos in den Albumfluss ein und zeigt eindrucksvoll, dass die Mexikaner ihr Handwerk verstehen.
Auch der Titelsong Not Midnight Yet sowie Dracula’s Curse (einer meiner Favoriten auf dem Album) beweisen, dass Phantom genau wissen, wann einem Song etwas mehr Groove besser steht als dauerhaftes Vollgas. Diese Abwechslung sorgt dafür, dass die knapp 50 Minuten Spielzeit jederzeit spannend bleiben.
Hier! geht es für weitere Informationen zu Phantom – Not Midnight Yet in unserem Time For Metal Release-Kalender.



