Eventname: Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs EU-Tour 2025
Headliner: Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs
Vorband: Grinding Eyes
Ort: Strom, München
Datum: 24.05.2025
Kosten: 26 €
Genre: Stoner Rock, Noise
Besucher: ca. 350 Besucher
Veranstalter: target concerts GmbH
Link: https://strom-muc.de/event/pigs-pigs-pigs-pigs-pigs-pigs-pigs/
Trotz Baustelle und Schienenersatzverkehr mache ich mich am Samstagabend auf den Weg ins Strom. Denn wenn eine Band mit dem ebenso absurden wie genialen Namen Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs in München spielt, kann mich selbst die MVG nicht davon abhalten. Zumal die Jungs aus Newcastle upon Thyme den Ruf genießen, live ordentlich abzuliefern.

Doch vor den Mainact haben die Götter den Opener gesetzt. In diesem Fall: Grinding Eyes. Als das Trio aus Australien die Bühne betritt, ist der Club noch relativ leer. Ein Gast fällt früh mit ekstatischen Tanzeinlagen auf – ob sich die Euphorie allein auf die Musik zurückführen lässt, oder doch eher chemisch induziert ist, sei mal dahingestellt. Die restlichen Anwesenden quittieren das Dargebotene mit höflichem Applaus, halten sich ansonsten aber noch zurück.
Grundsätzlich gibt’s am Psychedelic-Rock der Truppe aus Sydney nichts auszusetzen. Wenn in den punkigeren Passagen Schlagzeug, Bass und Gitarre im Gleichschritt Riffs auf das Publikum loslassen, wird klar: Die beiden Jungs und das Mädel können was. In den atmosphärischen Parts allerdings verliert das Ganze schnell an Zugkraft. Die endlosen Synthflächen ermüden schnell und klingen mehr nach Konzept als Gefühl.
Die Umbaupause kommt da wie gerufen. Nach einem kurzen Ausflug an die Bar begebe ich mich wieder vor die Bühne. Die Wartezeit hält sich in Grenzen und zu AC/DCs For Those About To Rock (We Salute You) begeben sich Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs Pigs (oder Pigs x7, wie wir sie aus Zeit- und Lesbarkeitsgründen ab jetzt nennen) auf die Bühne. Sänger Matthew Baty – barfuß, in Boxhose und Gym-Shirt, das sich über einen gut sichtbaren Bauchansatz spannt – springt vom ersten Ton an wie angestochen über die Bühne. Verschnaufpausen gönnt er sich nur, wenn er den am Bühnenrand aufgebauten Synthesizer bedienen muss. Auch die anderen Musiker sind mit Hingabe am Werk und reißen das Publikum sofort mit. Das Strom ist inzwischen gut gefüllt. Eingefunden hat sich ein Publikum, das genauso ungenormt daherkommt wie der Sound: Neben Metalkutten sieht man auch ein paar grau gewordene Rock-Fans und mit Kompaktkameras bewaffnete Hipster.
Eine Mischung, die zur Musik passt. Musikalisch bewegen sich Pigs x7 im Spannungsfeld von Stoner Rock, Sludge und Noise. Diese Zutaten formen sie zu einem brachial-eingängigen Sound-Gebilde. Es ist laut, es ist dicht und in einem kontrollierten Maße chaotisch, ohne nervig zu werden. Auf Platte schon gut, live noch mal besser: druckvoller, direkter, unkontrollierter.

Diese chaotische Energie behält Baty auch bei seinen wohldosierten Wortmeldungen bei. Album Nummer fünf – Hilarious Death, Anlass der Tour – sei für Pigs x7 ein echter Meilenstein, erklärt er. Deshalb habe man sich auf die Suche nach „Rocklegenden“ gemacht, die weniger Alben veröffentlicht haben. Dabei sei man auf die Vengaboys gestoßen. Die haben’s nur auf drei gebracht. Auch die Vorstellung seiner Band nutzt Baty für eine Anekdote: Bei einem Festival in Polen habe ihn ein Zuschauer angesprochen: Die Band sei hervorragend, er selbst allerdings ein „Arschloch“. Den Affront scheint der Sänger bereits verwunden zu haben und legt los wie ein Wrestling-Ansager: Am Bass Randy Savage, am Schlagzeug Rowdy Roddy Piper, an der Gitarre Nature Boy Rick Flair. Und als Höhepunkt, The Undertaker an der Lead-Gitarre, direkt aus dem Death Valley.
Bevor sich die Band von der Bühne verabschiedet, steht noch eine letzte Einlage an. Man wolle etwas zurückgeben, weshalb man den „Headbanger des Abends“ küre. Informiert habe man, so Baty, das Publikum vorab nicht, um keine zu kompetitive Atmosphäre zu schaffen. Der Sieger ist ein alter Bekannter. Der Preis, ein Cap, geht an den Herren, der bereits beim Opener mit seiner Tanzwut aufgefallen ist. Dass seine Leistung so honoriert wird, freut ihn sichtlich. Beim letzten Song gibt er noch mal alles.
Dann ertönt auch schon das Outro. Pigs x7 haben sich für We Like To Party! (The Vengabus) von den bereits erwähnten Vengaboys entschieden. Dem Urteil des polnischen Festivalgastes – „Band geil, Sänger Arschloch“ – dürften sich die Münchner heute kaum anschließen. Baty und seine Truppe liefern eine druckvolle, schräge, schweißtreibende Show, die hängen bleibt. Das sieht auch das Publikum so: Vor dem Merch-Stand bildet sich nach dem letzten Ton sofort eine lange Schlange. Und das, obwohl für ein Shirt 30 Euro fällig werden. Der zusätzliche Umsatz sei den Briten nach einem solchen Abend aber vergönnt.



















