Ripped To Shreds – 亂 (Luan)

Chinesisches Märchen im Death Metal Gewand

Artist: Ripped To Shreds

Herkunft: USA

Album: 亂 (Luan)

Spiellänge: 35:05 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 07.04.2020

Label: Pulverised Records

Link: https://www.facebook.com/rippedtoshredsband/

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarren und Bassgitarre – Andrew Lee
Schlagzeug – Justin Bean
Keyboards – Tom Warrior

Tracklist:

  1. Intro
  2. Righteous Fist To The Teeth Of The Wicked
  3. 白骨精 (White Bone Spirit)
  4. Eight Immortals Feast
  5. Throes Of A Dying Age
  6. Interlude
  7. Opening Salvo
  8. 黑木崖 – 日月神教第二節 (Massacre At Blackwood Cliff – Sun Moon Holy Cult Part 2)
  9. Ripped To Shreds
  10. Remnants

Ripped To Shreds ist das Projekt von Andrew Lee. Ihm zur Seite stehen Justin Bean (Daeva) und Tom Warrior (Death Fortress). Als Gäste steuern zudem Takafumi Matsubara (Gridlink), Phil Tougas (Funebrarum) und Damian Herring (Horrendous) Gitarrensoli bei. Seit 2016 besteht dieses Projekt bereits und dieses ist Album Nummer zwei. Gemixt wurde das Album von Greg Wilkinson (u.a. für Atrament tätig), das Mastering erfolgte durch Damian Herring (u.a. Blood Incantation).

Inhaltlich verspricht es schon einiges. Bands wie Nile oder Scarab singen über die ägyptische Geschichte und Ripped To Shreds haben sich dazu entschlossen, ein chinesisches Märchen zum Thema Krieg musikalisch umzusetzen.

Nach einem kleinen Intro geht es auch gleich in die Vollen. Schwedische Death Metal Gitarren und Riffs kommen einem aus den Boxen entgegengeflogen und werden dann mit Ballerparts kombiniert. Die Band hat sich nach einem Song von Terrorizer benannt und dieses muss man irgendwie mit einbauen, aber beim Opener Righteous Fist To The Teeth Of The Wicked klappt das nicht wirklich. Klingt irgendwie unstrukturiert. Schon wie eine geballte Kraft, aber nicht gebündelt.

White Bome Spirit ist eine Ballerattacke ersten Grades, die sehr ruhig und melancholisch anfängt und dann in einer Zerstörungswut endet. Der Song steht quasi für das Album, denn die melodischen Gitarrenläufe sind absolut geil, das langsame Spiel zwischendurch eher nicht so der Hit. Der Song ist schon cool, aber es fehlt irgendwie etwas.

Auch das nachfolgende Eight Immortals Feast fängt mit einem recht simplen groovigen Part an und geht in einen Midtempouftata, bevor man dann einen Terrorizergrind einbaut, wieder in den Midtempopart wechselt und einen schnellen Uftata folgen lässt. Klingt ein wenig chaotisch und wild. Danach ein melodisches Solo, welches wieder geil ist, um dann wieder völliges Chaos herzustellen, um dann in einen typischen, langsamen schwedischen Death Metal Part überzugehen, der aber keine Emotionen entfacht – dann ist aus.

So geht es im Grunde auch weiter. Die Amerikaner mit einen Faible für die chinesische Kultur machen so einiges richtig, aber eben noch nicht alles, um oben mitspielen zu können. Da gefällt mir das Projekt von Hauptsongwriter Andrew Lee namens Azath, welches ich kürzlich auch reviewt habe, wesentlich besser (hier nachzulesen).

Die Idee, Old School Death Metal mit grindigem Death Metal und teilweise doomigen Klängen zu verbinden, finde ich persönlich, der diesen Musikrichtungen zugeneigt ist, natürlich gut. Melodische Gitarrenläufe, schwedische Death Metal Uftatparts, Grindattacken und hier und da groovige Elemente. Vom Prinzip her eine gute Kombination, welche aber leider viel zu selten so richtig zusammenpasst, so wie bei Throes Of A Dying Age. Hier wird zu Beginn ziemlich geil groovig gearbeitet, man wird ein wenig eingelullt, um dann die Kelle rauszuholen. Zwischendurch ein melodisches Gitarrenspiel und am Ende ein fetter atmosphärischer Schwedenpart. Ja, da klappt es hervorragend, guter Song.

Die Produktion ist meines Erachtens auch ein wenig Grund dafür, dass man zu viel Chaos wahrnimmt. Und der Gesang sagt mir auch nicht unbedingt zu, aber man gewöhnt sich nach einer gewissen Zeit daran. Geht eher in Richtung Grind und klingt so, als wären die Vocals im Hintergrund verankert.

Ripped To Shreds – 亂 (Luan)
Fazit
Ripped to Shreds haben sehr viele gute Idee, aber eben auch jede Menge Standard im Angebot. Das Konzept finde ich interessant und schlecht ist es definitiv auch nicht, aber es fehlt etwas.

Anspieltipps: Righteous Fist To The Teeth Of The Wicked und Throes Of A Dying Age
Michael E.
5.5
Leser Bewertung2 Bewertungen
4.9
5.5
Punkte
Weitere Beiträge
Dragony – Viribus Unitis