Azath – Through A Warren Of Shadow

Grenzüberschreitender Todesmörtel - Amis und Kanadier auf dem Pfad der Vernichtung

Artist: Azath

Herkunft: Kanada und USA

Album: Through A Warren Of Shadow

Spiellänge: 36:44 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 17.04.2020

Label: Pulverised Records

Link: https://www.facebook.com/azathdeath/

Bandmitglieder:

Gesang und Bassgitarre – Derek Orthner
Gitarre – Andrew Lee
Gitarre – Brandon Cors
Schlagzeug – Pierce Williams

Tracklist:

  1. Into The Charnel
  2. Draconian Impalement
  3. Mortal Sword
  4. Knight Of Chains
  5. Through A Warren Of Shadow
  6. Pale Light
  7. Worm Of Autumn
  8. The Whirlwind
  9. Children Of The Dead Seed
  10. Shifting Forms
  11. Dying Echoes

Azath sind erst seit 2018 zusammen und wurden von Gitarrist Brandon Corsair (Draghkar) gegründet. Später stießen dann Andrew Lee (Ripped To Shreds), Derek Orthner (Begrime, Exemious) und Pierce Williams (Lord Gore) hinzu. Bei Azath handelt es sich quasi um ein grenzüberschreitendes Projekt. Hier arbeiten Kanada und USA Hand in Hand.

Aus diesen Gründen wurde auch in beiden Ländern aufgenommen. Gemixt wurde der Spaß dann von Derek Orthner und das Mastering wurde von Dan Lowdes übernommen. Mark Riddick als Coverzeichner ist auch nicht der Schlechteste. Ein Deal mit Pulverised Records kam auch fix zustande. Gute Voraussetzungen als für das Debütalbum.

Lyrisch kümmert man sich um Fantasythemen, überwiegend hat Ihnen das Thema: „Malazan Book Of The Fallen“ (Das Spiel der Götter) beeinflusst. Und als Gastsänger konnte man Daniel Butler für sich gewinnen.

Aber was macht die Musik?

Nach dem etwas belanglosen, aber düsteren Intro geht es mit Draconian Impalement aber so etwas von los. 1, 2, 3 Attacke. Ohne großes Getöse wird hier angegriffen. Pfeilschnelle Riffs quellen aus den Boxen, gepaart mit einem donnernden Drumteppich. Kann man so machen. Der Gesang ist aggressiv und hallig und auf alte Schule getrimmt. Hier gibt es nur eins. Nach vorne. Das Riffing geht absolut in die alte Schule, strotzt vor Aggressivität und geht teilweise in die amerikanische, aber auch viel in die schwedische Rubrik. Diese Tremoligeschichte ist schon schön düster und wird schnell, aber absolut nachvollziehbar und eingängig vorgetragen und macht Laune. Drüber kommen die fetten Old School Blastbeats. Und Ende im Gelände. Zwischendurch geht man mal in einen langsameren Part. Auch hier ist das Riffing echt geil, wenn auch nicht neu. Natürlich ist dieses nur ein kurzes Intermezzo. Danach gibt es wieder was auf die Glocken. Gutes Zeug. Überrollt einen irgendwie wie ein D-Zug. Von der Intensität her erinnern sich mich ein wenig an meine Kumpels von Incarceration.

Mortal Sword und Knight Of Chains hauen in dieselbe Kerbe, ohne sich selber stumpf zu kopieren. Besonders der Anfang von Knight Of Chains mit dem Doppellauf und einem abgehackten Part kommt cool, bevor man dann natürlich wieder Fahrt aufnimmt. Diese melodischen Gitarrenläufe sind schon fett. Schockt, klingt aber teilweise sehr verspielt.

Bei Through A Warren Of Shadow kann man sich dann erst mal ausruhen, hehe. Los geht es wie immer. Schnell und erbarmungslos, wie ein Berserker wird man überfallen. Ohne Gesang, nur reiner Ballerpart. Bis 1:50 geht die Vernichtung. Break, Gitarrenvorspieler und dann? Genau, wieder auf die 12. Was denn da los? Lecker. Aber nach fast drei Minuten geht man dann mit einer schönen düsteren Melodie in einen Slow Motion Part. Bah, das kommt fett. Sehr gute Idee. Nimmt dem Album ein wenig die Hektik raus und der Part ist echt geil. So, wie man es vom schwedischen Death Metaller kennt. Nach 4:30 geht es dann aber natürlich wieder auf Angriff. Irgendwann setzt dann auch mal der Gesang ein und der Spaß ist zu Ende.

Mit Pale Light baut man ein kleines Instrumentalstück ein, welches auch die Hektik des Albums verringert, 90 Sekunden lang dauert und quasi den zweiten Teil einleitet.

Da gibt es natürlich wieder Vollgas, aber zu Beginn überzeugen sie mit einem geilen Uftatapart. Dann natürlich wieder die fetten Gitarrenläufe mit Geballer. Dieses wird schon abwechselnd vorgetragen. Kleines Breakintermezzo und weiter. Klingt teilweise sehr vertrackt und auch verspielt, aber die Uftatageschichte geht natürlich immer. Auch hier wird das Tempo mal kurz herausgenommen.

Richtig kreativ und abgedreht, besonders das klirrende Solo am Anfang, klingen sie bei Shifting Forms. Am Ende baut man wieder einen geilen Midtempopart schwedischer Natur ein. Geiles Stück.

Es ist aber alles nicht Gold, was glänzt. Die Intros sind zwar eine gute Idee, besonders mittendrin, klingen aber völlig belanglos. Die Produktion finde ich auch nicht so drückend, zwar auf Old School getrimmt, kann aber den Dreck nicht so wirklich rüberbringen. Ziemlich oft klingt das Element: “schnelle Gitarrenläufe und Blastbeat“ sehr gleich, aber ansonsten macht das Album echt Spaß.

Azath – Through A Warren Of Shadow
Fazit
Wie ein D-Zug rollt eine Mischung aus old schooligem amerikanischem und schwedischem Death Metal auf einen zu. Freunde der Endachtziger / Anfang Neunziger Klänge dürften ihre wahre Freude daran haben.

Anspieltipps: Draconian Impalement und Knight Of Chains
Michael E.
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