Tenside – Convergence

“Beißen den Großen der Szene mit Schmackes in den Nacken!“

Artist: Tenside

Herkunft: München, Deutschland

Album: Convergence

Spiellänge: 42:58 Minuten

Genre: Melodic Death Metal, Metalcore, Metal

Release: 13.01.2017

Label: BMG, Cargo Records

Link: https://www.facebook.com/TENSIDE/about/

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre – Daniel Kuhlemann
Gitarre – Michael Klingenberg
Bassgitarre – Max Weishaupt
Schlagzeug – Florian Schmid

Tracklist:

  1. This Is What We Die For
  2. Unbreakable
  3. Faith Over Fears
  4. The Shades Of Night
  5. Army Of The Dawn
  6. Eternal Contempt
  7. Built For Eternity
  8. New Slaves
  9. Raise The Flag
  10. Iron Will & Golden Heart
  11. The Faceless

Mit der Demo von vor 12 Jahren kommen Tenside bereits auf sieben Alben. Wahnsinn wie die Zeit verfliegt. Bereits in der Vergangenheit konnten die Süddeutschen sehr positiv auf sich aufmerksam machen. Längst zählen die vier Musiker aus der bayrischen Landeshauptstadt nicht mehr zu den kleinen Fischen – ganz im Gegenteil Daniel Kuhlemann und Co. darf man ruhig als Senkrechtstarter bezeichnen. Stück für Stück konnte mit Chain Reaction und Nova die Fanbase weiter aufgebaut werden. Seit wenigen Tagen darf nun Convergence bestaunt werden und die Betonung liegt auf „bestaunt“. Erstmal zu den Fakten. Tenside schicken elf Stücke ins Rennen, die über BMG und Cargo Records eingespielt wurden und erneut in die moderne Schiene des Death Metal greifen, um in ein dichtes melodisches Gewand eine Brücke zum Metalcore zu schlagen, ohne dort in Klischee-Fallen zu tappen.

Bereits beim Opener This Is What We Die For knistert es aus den Boxen. Heaven Shall Burn-Riffs greifen in Caliban-Strukturen, die dennoch in einem ganz eigenen Klangbild agieren. Nicht nur diese beiden Größen erkennt man in der Kunst von Tenside – auch Soliwork, Hatesphere oder Illdisposed sind zu vernehmen. Hammernde Beats erliegen dem Würgegriff der trabenden Midtempo-Aktionen – eine super abgeschmeckte Kombination, die wie ein Uhrwerk von Daniel Kuhlemann, Michael Klingenberg, Max Weishaupt und Florian Schmid aufgezogen wird. Die mehrstimmigen Refrians gehen zudem ebenfalls runter wie Butter. Die zwei Gitarren von Michael Klingenberg und Sänger Daniel Kuhlemann erzeugen eine geschickte Eigendynamik, die keine Angst hat vielschichtig zu agieren. Breit aufgestellt machen Faith Over Fears, The Shades Of Night oder Built For Eternity richtig Laune. Nach dem Motto „all killer, no filler“, ist die Leistung von Tenside fast schon ekelhaft. Kein Einbruch, keine langweilige Passage, kein gesanglicher Fehlgriff, noch nicht mal ein belangloser Refrain. Durch die enge Bindung an den Melodic Death Metal kann man Schritte in progressive Regionen einfach abnicken. „Abnicken“ ist ein ebenfalls gutes Stichwort, das wiederum kann man von Sekunde eins bis zur allerletzten. In der Vergangenheit haben meine Kollegen Tenside immer vor mir ergaunern können und daher wurden die schemenhaften Erinnerungen von vor einigen Jahren ohne Abstriche nach oben getrieben. Modern, teils Alternative passen Tracks wie Army Of The Dawn wie die berühmte Faust aufs Auge. Mit Iron Will & Golden Heart und The Faceless gibt es noch einen sauberen Abschluss, wozu gut ein feiner Moshpit durch den Club gezogen werden kann. Daumen hoch an das Quartett aus München!
Fazit: Tenside brauchen nicht viel Zeit, um den Hörer von Convergence zu überzeugen. Bei mir persönlich kommt die perfide Balance aus Härte und melodischem Verständnis in der nasskalten Jahreszeit wunderbar an. Direkt zum Jahreswechsel eine derart schicke Platte auf die Ohren zu bekommen, beflügelt zu größeren Schandtaten. Die große Tour ist zwar leider schon vorbei, aber weitere Gigs werden folgen und dort sollte man das neue Material von Convergence bei kaltem Gerstensaft standesgemäß abfeiern. So lange bleibt nur das aktuelle Studioalbum, das laut aufgedreht jedem Nachbarn den Verstand rauben wird.

Anspieltipps: Faith Over Fears und Army Of The Dawn
Rene W.
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