“Die lange Wartezeit hat sich definitiv gelohnt“
Artist: Vanishing Point
Herkunft: Melbourne, Australien
Album: Distant Is The Sun
Spiellänge: 63:07 Minuten
Genre: Melodic Metal / Progressive Metal
Release: 21.02.2014
Label: AFM Records
Link: http://www.vanishing-point.com.au
Klingt wie: Eyefear und Secret Sphere
Bandmitglieder:
Gesang – Silvio Massaro
Gitarre – Chris Porcianko
Gitarre – James Maier
Bass – Simon Best
Schlagzeug – Christian Nativo
Gastsänger:
Tony Kakko (Sonata Arctica) – Track 5
Tracklist:
- Beyond Redemption (Intro)
- King Of Empty Promises
- Distant Is The Sun
- When Truth Lies
- Circle Of Fire
- Let The River Run
- Denied Deliverance
- Story Of Misery
- Era Zero
- Pillars Of Sand
- As December Fades
- Handful Of Hope
- Walls Of Silence
- April
Bereits im Jahr 1997 wurde die Band Vanishing Point gegründet. Sie waren die ersten Band, die ohne Plattenvertrag auf dem Wacken Open Air gespielt und schon mit vielen namhaften Bands, wie Iron Maiden, Nightwish und DragonForce die Bühne geteilt hat. Bislang wurden vier Alben veröffentlicht. Nach einer Pause von sieben Jahren erscheint am 21.02.2014 das fünfte Album Distant Is The Sun.
Noch ziemlich verhalten beginnt Beyond Redemption (Intro), aber die letzten zehn Sekunden leiten dann über zum ersten Lied King Of Empty Promises und zeigen auch gleich, wo Vanishing Point uns mit diesem Album hin führen möchten. Und genau so ist es dann auch. Distant Is The Sun und When Truth Lies strotzen einfach nur so vor songschreiberischer und musikalischer Klasse. Hier wird nichts übertrieben, kein Bombast, nicht zu viele progressive Elemente, alles wohl dosiert.
Beim fünften Lied Circle Of Fire habe ich dann doch aufgehorcht. Abgesehen von dem klasse Hochgeschwindigkeits-Rhythmus war da plötzlich eine andere Stimme, die aber doch so wohl bekannt war. Und tatsächlich, Tony Kakko von Sonata Arctica hat wieder mal ein Gastspiel gegeben. Die beiden Stimmen ergänzen sich nach wie vor hervorragend.
Ich bin ja nach wie vor nicht so der Fan von Balladen, aber die folgende Power-Ballade Let The River Run ist einfach zu gut gemacht. Wem da keine Gänsehaut über den Körper rieselt, dem ist nicht mehr zu helfen. Die wohl dosierten Geigen, die klasse Riffs und über allem die nach wie vor markante Stimme von Silvio Massaro, das ist ganz großes Kino. Denied Deliverance erinnert mich dann, auch vom Gesang her, an die frühen Werke von Evergrey. Vor allem im Refrain sehe ich problemlos auch Tom Englund am Mikrofon. Die Melodie ist etwas progressiver gehalten, die Geigen erklingen genau zur richtigen Zeit, das Keyboard im Refrain schön zurückhaltend.
Nach der zweiten Ballade Story Of Misery gibt es dann mit Era Zero wieder einen Song, der sehr geschickt zwischen Hochgeschwindigkeit und Midtempo wechselt. Silvio Massaro beweist, dass er auch problemlos in höhere Tonlagen wechseln kann. Auch Pillars Of Sand ist nach diesem Schema aufgebaut, vermittelt aber eine andere Stimmung. Wie die Jungs das gemacht haben, weiß ich nicht, aber das ist einfach klasse. Hier dominieren die Gitarren, das Keyboard treibt zusammen mit Bass und Schlagzeug den Song nach vorn.
Nach dem ebenfalls sehr eingängigen, im Midtempo gehaltenen As December Fades wird bei Handful Of Hope das Tempo wieder etwas gedrosselt. Mit Walls Of Silence kommt dann erneut ein Lied, das auch Evergrey sehr gut zu Gesicht stehen würde. Hier sorgen die Geigen für noch mehr Dynamik, ohne das Lied zu sehr zu dominieren. Der Refrain wird mir wohl noch einige Zeit im Hirn bleiben. Mit dem ruhigen Instrumentalstück April, bei dem die Akustikgitarre schön vom Keyboard begleitet wird (herrlicher Kontrast), ist das Album dann auch schon zu Ende.