Watain, Rotting Christ und Profanatica am 03.11.2018 im Hellraiser, Leipzig

       „Watain, Rotting Christ und Profanatica am 03.11.2018 im Hellraiser, Leipzig“

Bands: Watain, Rotting Christ und Profanatica

Ort: Leipzig, Hellraiser

Datum: 03.11.2018

Kosten: VVK: 25 €

Genre: Black Metal

Link: https://www.facebook.com/events/2077541605906844/?active_tab=discussion

Watain und Rotting Christ zusammen in Leipzig? Natürlich sind wir von Time For Metal dabei.

Nichts geht über eine gehörige Portion Black Metal zum Jahresende. Wo sich schon Größen wie UDO, Ektomorf, Gorgoroth und Eisregen die Klinken reichten, wird es heute schaurig. Das Hellraiser Leipzig begrüßt Anfang November seine Gäste mit Watain, Rotting Christ und Profanatica. Genauer gesagt findet das Spektakel am 03.11.2018 statt.
Einlass wie gewohnt, ohne große Anstehzeit, mit einem Ticketdurchschnittspreis von 25 € lohnt sich allemal. Da sich die Halle glücklicherweise nicht überfüllt und man noch gut sehen kann, wo man hinläuft, gewinnt der Club am heutigen Abend an Sympathie. Normalerweise kannte ich diese Location von z.B. Soilwork noch überrannt. Daher freue ich mich um so mehr. Da sich die ostdeutsche Black Metal Szene auch gern einmal nach Leipzig niederlässt, komme ich direkt in Gespräche und treffe altbekannte Gesichter.

Mit Profanatica geht es los. Die Band aus Amerika, welche den weiten Weg nur für diese Tour auf sich nimmt, darf eine Stunde lang das zeigen, was sie ausmacht. Geschredder. Ohne jegliche Abweichung gleicht das Geknüppel einer Orgie. Wenn man bedenkt, dass es diese Zusammensetzung schon seit 1990 gibt (man bedenke nicht die Pausen zwischendrin), ein wahres Urgestein.

Mit Rotting Christ entspannt sich die Atmosphäre. Diese Jungs gibt es zwar auch schon seit 1988, dennoch werfen sie am heutigen Abend mehr Melodic in die Halle, als so manch andere Konstellation. Bereits zwei weitere Male konnte ich sie in Leipzig schon sehen und ich freue mich um so mehr, dass es diesmal in einer gemütlicheren Runde stattfindet. Auf dem alljährlichem Wave Gotik Treffen glich das Ganze einem trockenen „Abarbeiten“. Heute vernehme ich eher stressfreies Musizieren. Mit manchen Klassikern von meinem Lieblingsalbum Rituals läuten die Jungs eine ganz besondere Stimmung ein. Zudem wird Χ Ξ Σ (666) gespielt. Auch dem Publikum gefällt, was es sieht. Es scheint mir auch so, als ob keiner der Künstler altert. Klingt jetzt womöglich etwas weltfremd, aber würde ich die Bilder aus 2015 vergleichen, würde ich keinen Unterschied in der Optik vernehmen.

Als ob der Abend nicht schon schnell genug vergeht, treffe ich zuletzt auf Watain. Endlich, nach einigen Jahren, komme ich dazu, sie live in der Nähe anzusehen. Die Band, welche sich u.a. in Wacken niederließ, feiert in diesem Jahr 20-jähriges Jubiläum. Die Atmosphäre vor der Bühne ist kaum in Worte zu fassen. Als Allererstes fällt mir jedoch der Geruch in die Nase. Hier riecht es nach warmem Schweineblut. Dieses wird erhitzt durch die Bühnenaufbauten in Form von Fackeln, Bandlogobranding und Öllampen. Dazu ist das Ganze schön verziert mit Tierschädeln, welche nicht nur der Optik, sondern auch den Ritualen dienen. Die Absperrung zwischen Band und Publikum ist mit Folie überzogen. Dies leitet ein, dass es hier wohl blutig zugehen wird. Nach einer unschlagbaren Bühnenpräsenz, die ich so u.a. nur von Primordial oder Taake auffassen konnte, bin ich wie in Trance versetzt. Es war definitiv kein Fehler hierher zu fahren und ich würde es für diese Band wohl jederzeit wieder tun. Nach den ersten Songs verziehe ich mich für die Akustik in den hinteren Teil der Halle und verpasse, mit Blut übergossen zu werden. Ein Hammer Auftritt! Ich kann jedem Black Metal Fan nur ans Herz legen, hier noch einmal die Chance der Tour zu ergreifen. Diese läuft noch bis zum 25.11. und ist unter anderem in Bochum, Mannheim, Saarbrücken und München vertreten.

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