The Unguided: And The Battle Royale Tour 2018 featuring Demotional, Eyes Wild Open und Beneath My Feet am 25.10.2018 im Kubana, Siegburg

„The Unguided: And The Battle Royale Tour 2018 featuring Demotional, Eyes Wild Open und Beneath My Feet am 25.10.2018 im Kubana, Siegburg“

Band: The Unguided

Vorbands: Demotional, Eyes Wild Open, Beneath My Feet

Ort: Kubana Siegburg, Zeithstraße 100, 53721 Siegburg

Datum: 25.10.2018

Kosten: 23,00 Euro zzgl. VVK Gebühr, 27 Euro AK

Genre: Melodic Death Metal, Power Metal, Metalcore, Alternative Metal

Besucher: ca. 100

Veranstalter: Kubana Live Klub http://www.kubana.de/live-club/

Link: http://www.kubana.de/live-club/index.php?option=com_ohanah&view=event&id=283

Heute stehen The Unguided in meinem Lieblingsclub Kubana in Siegburg an. The Unguided promoten ihr neues Album And The Battle Royal. Die schwedischen Melodic-Death-Metaller sind auf Tour in Deutschland, Österreich, Tschechien und in der Schweiz. Einen Termin haben sie in meinen Lieblingsclub gelegt. Da bin ich ganz froh, denn ich habe bereits das Album rezensiert (hier geht es zur Rezension) und möchte natürlich gerne die Liveumsetzung sehen.

Supportet werden The Unguided heute und auf der gesamten Tour von ihren Landmännern Demotional, Eyes Wild Open sowie Beneath My Feet.
Bei vier Bands ist heute Abend natürlich recht früher Beginn. Das stellt in der Woche meist ein Problem dar, überhaupt ist momentan eine gewisse Übersättigung an tourenden Bands festzustellen. Im Vorfeld war bereits durchgesickert, dass am heutigen Abend nicht allzu viele Fans da sein werden. Genauso ist es dann auch. Es werden so ca. 100 Fans sein, die heute Abend dieses Package sehen wollen.

Das tut uns und den Bands jedoch keinen Abbruch, gute Stimmung zu haben. Die haben wir dann auch. Von den üblichen Verdächtigen, die sich sonst hier bei den Metalkonzerten herumtreiben, sehe ich heute niemanden. Ich denke für die True / Heavy Metal Fraktion ist die Kombination heute Abend auch nicht unbedingt was.
Mir macht es aber auf jeden Fall Spaß, da ich selbst sehr gerne Bands aus Genres außerhalb rechts und links von der üblichen Szene sehe!

Der Abend beginnt pünktlich mit der Band Beneath My Feet! Die Schweden bringen einen gefälligen Melodic Metalcore auf die Bühne. Auf der Bühne sind zwei kleine Podeste aufgebaut. Gleich wissen wir auch wieso. Auf diesen Podesten tummeln sich zunächst die beiden Sänger Sebastian Kågström und Marcus J Garbom. Das ist schon mal ein flotter Beginn. Der Wechsel der beiden Sänger zwischen Clean und Harsh Voices funktioniert richtig gut. Recht gängig und flott, was die Jungs da oben auf der Bühne machen. Die fünfundzwanzig Minuten, die der Band zur Verfügung stehen, werden gut ausgenutzt.

Weiter geht es mit Eyes Wide Open. Das Quartett aus Karlstad / Schweden schlägt doch etwas andere Töne an, als die Vorgängerband Beneath My Feet. Starker, rifflastiger (Melodic) Death Metal ist angesagt. So ganz leicht einordnen lassen sie sich nicht, denn auch in ihrer Musik sind Hardcoreelemente vorhanden. Sie selbst wollen sich eigentlich auch gar nicht in ein bestimmtes Genre einordnen lassen, denn sie sind keine Genrepuristen. Eyes Wide Open haben nur einen Sänger. Das reicht aber auch, denn der growlt, was das Zeug hält, in bester Death Metal Manier. Die beiden Podeste bleiben bei Eyes Wild Open relativ unbenutzt. Bis auf den Bassisten, der sich gelegentlich auf einem der Poteste aufhält, haben die Musiker von Eyes Wild Open kaum Poserattitüden. Beim Song Fist Up sind gleich drei Sänger auf der Bühne, denn die beiden Sänger von Beneath My Feet schließen sich für diesen einen Song der Band an. Es wird gebrüllt, was das Zeug hält!
Einen Keyboarder hat die Band nicht. Die Samples kommen vom Band. Das bedient der Schlagzeuger der Band. Bei einem Song dauert es dann etwas länger, bis er das Richtige gefunden hat. Sänger Erik Engstrand ermuntert ihn: Yes you can do it!
Erik Engstrand lässt die Tourmanagerin Nelly hochleben, denn die hat heute Geburtstag. Sie bekommt natürlich ein Ständchen von der Band.

Als vorletzte Band kommen Demotional auf die Bühne. Demotional ist auch wieder so eine Band, die man nicht unbedingt einordnen kann. Neben Metalcore gibt es ein wenig Death Metal und auch Alternativ Metal. Trotzdem würde ich sagen, dass die Band sich stark metalcorelastig gibt. Auch Demotional haben zwei Sänger am Start, die sich gegenseitig puschen. Demotional machen gewaltig Stimmung und fordern das Publikum zum Mitmachen auf. Beim Song Gallows müssen alle Fans mithüpfen. Die tun der Band den Gefallen und tragen zur ausgelassenen Stimmung bei. Nach Gallows kommt mit dem Song Ashes fast schon so etwas wie eine Metalcore Ballade, so würde jedenfalls ich diesen Song bezeichnen. Aber keine Angst, es geht dann doch mit wesentlich energiegeladeneren Songs weiter.

Schnell haben wir dann mit The Unguided den Höhepunkt des heutigen Abends erreicht. Nach dem Ausstieg des langjährigen Gitarristen und Sängers Roland Johannsson fanden The Unguided in Jonathan Thorpenberg einen würdigen Ersatz. Und mit ihm schrieb die Band eine Platte in metalcoriger Melodic-Death-Qualität – wild und herb, aber eben auch mit der honigsüßen Eingängigkeit.
In meiner Rezension befand ich das Verhältnis zwischen Härte und Sinnlichkeit als insgesamt sehr ausgewogen, wenn sich das wilde Geschrei von Frontmann Richard Sjunnesson mit den leicht angerauten Cleans von Jonathan Thorpenberg abwechselt. Ich selbst habe die Band bereits 2017 beim Metal Frenzy in Gardelegen live gesehen, bereits mit Jonathan Thorpenberg an Gitarre und Gesang. Auch heute legt die 2009 aus ehemaligen Mitgliedern von Sonic Syndicate hervorgegangene Band wieder eine klasse Perfomance hin.

Wobei es heute etwas anders ist. Denn das eigentliche Quintett ist heute nur ein Quartett. Der Bassist fehlt. Das kann aber eigentlich nicht sein, denke ich mir, da man den Bass richtig gut während des Gigs hört. Die Situation ist auch schnell aufgeklärt. Der Bassist sitzt hinter der Bühne und spielt von dort aus mit. Ihm ist übel, daher kommt er nicht auf die Bühne. Also wenn er einmal schnell flitzen müsste, ist er dort bestens aufgehoben. Der abtrennende Banner nach hinten wird auch einmal kurz weggeschoben, sodass wir den Bassisten kurz sehen können. Das muss beim Gig gestern in München auch so gewesen sein.

Auf der heutigen Setlist stehen mit The Heartbleed Bug, Dark Metamorphosis, A Link To The Past, Anchor Stone und Nighttaker fünf Songs des aktuellen Albums And The Battle Royale. Wie auf dem Album ist die Ausgewogenheit zwischen Clean und Harsh Voices vorhanden. Aus meiner Sicht werden die Songs auf der Bühne jedoch wesentlich kraftvoller umgesetzt. Da merkt man doch, dass am Album einiges ziemlich geglättet wurde. Da sollte man in Zukunft doch etwas mehr Mut besitzen, ein Album auch mal etwas rauer klingen zu lassen. Mir gefällt die Liveperformance jedenfalls sehr gut. Mit dem Bassisten kommt halt ein wenig komisch rüber. Aber Shit happens oder vlt. auch Vomit happens!?

Auch von The Unguided bekommt Tourmanagerin Nelly ihr Happy Birthday Ständchen. Mehr noch, sie wird von der Band auf die Bühne gebeten und erhält ein Präsent. Total nett die Jungs. Der Gig endet mit dem Song Hate vom Album Lust And Loathing. Die Fans hätten die Jungs gerne mit ihren Zugaberufen noch einmal für einen weiteren Song herausgeholt. Da ist aber leider nichts mehr zu machen.

Nach dem Gig gesellen sich Schlagzeuger Richard Schill und Gitarrist Roger Sjunnesson schnell zu uns. Auch Sänger Richard Sjunnesson lässt nicht lange auf sich auf warten. Nur Jonathan Thorpenberg kommt nicht raus. Dem ist, genauso wie dem Bassisten, schlecht. Die Jungs erzählen mir, dass gestern mit dem Bassisten bereits das gleiche Problem bestand. Was mit ihm los ist, wissen sie nicht! Es ist übrigens nicht ihr standardmäßiger Bassist, sondern jemand, den sie extra für die Tour mitgenommen haben. Da kann man wirklich sagen: Shit happens!!!

Fazit: Schönes Clubkonzert von The Unguided, die von drei weiteren guten Bands begleitet werden. Eine Band solchen Kalibers wird man nicht allzu oft bei solch einer feinen Clubshow sehen. Ein paar mehr Zuschauer hätten es ruhig sein dürfen. Den Fans und den Musikern hat es jedoch den Spaß nicht verdorben!

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