Words Of Farewell – A Quiet World

“Hier ist gar nichts leise“

Artist: Words Of Farewell

Herkunft: Münster / Marl / Beckum, Deutschland

Album: A Quiet World

Spiellänge: 51:15 Minuten

Genre: Melodic Death Metal, Progressive Death Metal

Release: 18.11.2016

Label: AFM Records

Link: https://www.facebook.com/wordsoffarewell/ und http://www.wordsoffarewell.com/

Produktion: von Words Of Farewell und in den Chameleon Studios, Hamburg von Eike Freese (Mix & Mastering)

Bandmitglieder:

Gesang – Alexander Otto
Gitarre – Erik Gaßmus
Gitarre und Backgroundgesang – Robin Dirks
Bassgitarre und Backgroundgesang – Konstantin Voßhoff
Keyboard – Leo Wichmann
Schlagzeug – Tristan Wegner

Tracklist:

  1. My Share Of Loneliness
  2. Gaia Demise
  3. Gallows Frame
  4. Limit Cycle
  5. Zero Temperance
  6. Momentary Life
  7. Oversoul
  8. The Farthest Reach
  9. This Shadow My Likeness

WORDS OF FAREWELL - A Quiet World

 

Wie die Jungs von Words Of Farewell es schaffen, alle zwei Jahre neue Alben auf den Markt zu bringen, ist schon eine tolle Leistung. Schließlich ist doch Sänger Alexander Otto scheinbar einen großen Teil des Jahres auf der ganzen Welt unterwegs, um Fotoenthusiasten wie mich und viele andere mit seinen tollen Fotografien zu erfreuen oder auch in Seminaren sein Wissen weiterzugeben. Aber auch zwei Jahre nach der Veröffentlichung von The Black Wild Yonder steht wieder ein neues Werk von Words Of Farewell an. Es trägt den Titel A Quiet World und erscheint am 18.11. wieder über AFM Records.

Für mich hatten sich schon bei der EP From Now On… aus dem Jahr 2008, spätestens aber mit dem Album Immersion aus 2010, Vergleiche mit der finnischen Band Insomnium aufgedrängt. Ob diese Nähe beabsichtigt ist, mag dahingestellt sein, aber ich denke, Words Of Farewell können mit diesem Vergleich gut leben, denn Insomnium werden ja mittlerweile oft als die Könige des Melodic Death Metal bezeichnet. Meine Lieblingsband waren sie bis dato auch, aber dann kamen die ersten Videos zum neuen Album von Words Of Farewell und schließlich auch dieses Review, für das ich das ganze Album hören durfte…

Mit den ersten drei Tracks legen Words Of Farewell noch ein ziemliches Tempo vor, lassen teilweise auch mal Gedanken an Omnium Gatherum oder Mors Principium Est hochkommen. Aber genau wie die jetzt insgesamt drei genannten Referenzbands vergessen auch Words Of Farewell nicht, ruhigere Passagen einzustreuen, in denen die Gedanken, genau wie die wunderbaren Melodien, auf Wanderschaft gehen und ausruhen dürfen, bevor die Growls von Alexander wieder einsetzen. Immer dabei die grandiose Kombination zwischen tief gestimmten Gitarren bzw. Bass und dem schönen Spiel der E-Gitarre. Bei Limit Cycle machen Words Of Farewell es dann mal anders herum, der Song ist überwiegend relativ ruhig gehalten, wartet aber mit einigen feinen Tempoverschärfungen auf, und, um mal bei Kontrasten zu bleiben, sei hier auch der schöne klare Backgroundgesang von Robin und Konstantin erwähnt. Den haben Insomnium ja auch irgendwann eingeführt, und ich persönlich empfinde das sowohl dort als auch hier bei Words Of Farewell genauso als eine Bereicherung für die Songs, wie das sehr schön eingesetzte Keyboard.

Sind die ersten fünf Tracks noch schön eingängig, habe ich mit den restlichen zunächst mal so meine Probleme, denn die sind etwas vertrackter. Das spricht zum einen natürlich für die Qualitäten im Songwriting, die Words Of Farewell definitiv auf- und ausgebaut haben, denn Songs von der Stange gibt es auf diesem Album wirklich nicht. Zum anderen muss man aber spätestens ab hier wirklich sehr aufmerksam hinhören, um all die Feinheiten zu erfassen und würdigen zu können, die in den Songs versteckt sind und sich nicht sofort offenbaren. Hier könnte man dann fast schon von melodischem Progressive Death Metal sprechen, den Words Of Farewell zelebrieren. Bis zum Äußersten reizen sie es dann mit Oversoul aus, das mit einem überirdisch guten Gitarrenspiel aufwartet. Auch The Farthest Reach mit seinen ständigen Tempowechseln verlangt die volle Konzentration vom Hörer.

Sind die Songs, bis auf den knapp acht Minuten langen Track Limit Cycle, normalerweise alle um die fünf Minuten lang, hauen Words Of Farewell zum Schluss dann mit This Shadow My Likeness eine knapp elf Minuten lange Granate raus. Die hat sich dann, während ich dieses Review noch schreibe, auch noch in meine Anspieltipps geschoben, denn das ist definitiv der Höhepunkt des Albums, auf den die anderen Songs, wie ich dann beim zigsten Hören endlich feststelle, hingesteuert haben. Nach dem knapp dreiminütigen instrumentalen Einstieg geht die rasante Achterbahnfahrt richtig los, und was Insomnium auf ihrem letzten Album in 42 Minuten machen, nämlich eine Geschichte erzählen, tun Words Of Farewell hier in knapp elf Minuten. Das ist ganz große Kunst!

Zu einem meiner Anspieltipps, nämlich meinem Lieblingstrack Gallows Frame, gibt es hier das Lyric-Video:

Fazit: Tja, wie ich schon schrieb, bislang waren Insomnium meine unbestrittenen Könige des Melodic Death Metal, aber mit diesem Album haben die meiner Meinung nach immer noch unterbewerteten Words Of Farewell das Zepter übernommen. Hier zeigen sie, dass man auch im Melodic Death Metal noch Spannung erzeugen kann, dass der Hörer durchaus mal was gefordert werden darf und trotzdem gern bei der Stange bleibt. Ich hoffe, dass Words Of Farewell mit dem Album jetzt endlich mal die Beachtung und den Status in der Szene finden, der ihnen definitiv zusteht. Ein MUSS für jeden Melodic Death Metal-Fan!!

Anspieltipps: My Share Of Loneliness, Gaia Demise, Gallows Frame, Zero Temperance, Oversoul und This Shadow My Likeness
Heike L.
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