Eternal Returns – Let There Be Sin

Der ewige Kreis des Seins und die musikalische Vertonung der indischen Art

Artist: Eternal Returns

Herkunft: Indien

Album: Let There Be Sin

Spiellänge: 33:50 Minuten

Genre: Thrash Metal, Groove Metal

Release: 05.09.2025

Label: Brutal Records

Link: https://www.facebook.com/eternalreturns/

Bandmitglieder:

Gesang – Narendra Patel
Gitarre und cleanen Gesang – Shankul Chavan
Bassgitarre und Gesang – Harsh Makwana
Schlagzeug – Viktor

Tracklist:

1. Birth-Life-Death (Intro)
2. Sloth
3. Lust
4. Envy
5. Greed
6. Gluttony
7. Wrath
8. Pride
9. Emasculator

Eternal Returns ist eine Band aus Indien, und die hat man ja nun auch nicht jeden Tag auf dem Tisch. Sie gründeten sich im Jahre 2010 in Mumbai und haben sich beim Namen durchaus etwas gedacht, denn ihnen ist dieser, genau wie die Texte, anscheinend sehr wichtig. Der Name ist inspiriert von dem alten indischen Konzept der ewigen Rückkehr. Es geht um Geburt, Leben, Tod und Wiedergeburt im spirituellen Sinne. Sehr interessant. Allerdings hat es ein wenig gedauert, bis man das erste Album herausbrachte. Es dauerte bis zum Jahre 2023. Und nun also Album Nummer zwei. Ansonsten ist über die Band aber nicht so viel bekannt.

Das Album beginnt mit einem Intro, welches das Leben an sich gut umschreibt. Birth-Life-Death. So sieht es aus. Das Intro ist sehr majestätisch und bombastisch, aber auf angenehme Art und Weise. Mit akustischen und elektronischen Gitarren, Percussion und Chören. Eine Melodie, die sich wiederholt und dann hängen bleibt.

So richtig geht es dann mit Sloth los und man wird gleich brutal. Ein thrashiges Riff erklingt, ein Schrei ertönt und das Inferno startet. Man wechselt in einen kurzen Groove und wird dann wieder aggressiv, während die Gitarre aufheult. Wieder der groovige Part, aber auch hier bleiben sie aggressiv und geben dann auch gleich wieder Gummi. Die Vocals sind aggressiv und passen sich den Parts an. Die Gitarre klingt dann recht melodisch. Nun wird man modern und geht in Richtung Core. Ein melodisches Solo folgt und man spielt sich die Finger wund. Es geht ganz schön hin und her. Nun drückt man ein wenig im Death-Metal-Midtempo und holt wieder zu den wilden und thrashigen Momenten aus und schreit sich die Seele aus dem Leib. Puh, man muss sich erst einmal an die Vielfalt gewöhnen, aber beim dritten Mal hören muss ich sagen, knallt das ganz schön.

Die Burschen experimentieren gerne herum, wie zum Beispiel bei dem Song Lust. Das ist dann eher nicht so mein Fall. Groovig und ein wenig in Richtung Nu Metal zu Beginn mit Sprechgesang und einem industriellen Sound. Klingt für meine Ohren sehr komisch und merkwürdig. Der Gesang reißt das Ganze ein wenig heraus, denn er betont einige Passagen und klingt dann recht brutal. Einige Death-Metal-Elemente werden mit eingebaut, aber bei mir will das Ganze nicht so richtig fruchten, auch wenn es sich gegen Ende hin besser entwickelt. Definitiv mal eine andere Art von Songwriting, zumindest für meiner einer, aber begeistern kann mich das nicht.

Der nachfolgende Song Envy zeigt sie dann auch wieder von einer anderen Seite. Gesanglich bedient man sich hier der ganzen Palette. Cleane, scramige und growlige Vocals, immer passend zu dem Part. Okay, das passt. Die Melodie ist echt auch ganz geil. Der Deathcore-Part geht auch gut ins Ohr, das Solo ist wie immer wild und die Metalcore-Passagen sind auch zu gebrauchen. Wieder einmal eine wilde Mischung, an die ich mich gewöhnen muss. Das heißt ja nicht, dass es schlecht sein muss, im Gegenteil. Hat man sich erst einmal an die musikalischen Experimente gewöhnt, kommt das ganz gut.

Auch bei Greed zeigen sie ihre Vielfältigkeit. Nach einer langen und recht melodischen Einleitung, die im langsamen Tempo vorgetragen und von der Gitarre getragen wird, zeigt man sich erst einmal von der aggressiven Death-Metal-Seite und das ziemlich fett, und wechselt dann zum melodischen Metal mit Frauengesang. Screams ergänzen den Spaß dann. So geht es dann zwischen den beiden Richtungen hin und her.

Tja, so richtig kann ich mich nicht entscheiden, ob ich das mag oder nicht. Bei Gluttony haben sie coole thrashige und groovige Momente, dann aber eben auch Parts mit Frauengesang und das ist dann schon ein wilder Ritt auf Messers Schneide. Müsst ihr selber anhören.

Oder der Song Wrath. Hier mischt man Death Metal mit Thrash Metal und Metalcore bzw. modernem Metal und das ist schon eine Aufgabe, die sowohl für den Musiker eine schwierige Geschichte ist, als auch dem Zuhörer so einiges abverlangt.

Eternal Returns spielen definitiv keinen 08/15-Metal, das ist klar. Manchmal ist aber weniger auch mehr. Bei einigen Songs bin ich echt wegen der Mischung überrascht und überzeugt, bei anderen Songs allerdings auch genervt. Spricht aber irgendwie ja auch für die Band, denn sie traut sich was.

Eternal Returns – Let There Be Sin
Fazit
Eternal Returns beschäftigen sich auf ihrem Album Let There Be Sin mit der Mythologie, dem Existenzialismus und dem menschlichen Befreiungskampf und haben sich dazu eine offene Spielweise ausgesucht. Man vermengt die Aggression der extremen Spielweisen (Death Metal und Thrash Metal) mit den melodischen Klängen des Metalcores und dem melodischen Metal. Hinzu kommen noch viele groovige Passagen. Sehr experimentierfreudig und überraschend, aber an einigen Stellen nicht zielführend. Manchmal ist weniger mehr. Es handelt sich um ein Album, welches man selber gehört haben muss, und zwar mehrfach. Überwiegend finde ich den Mut gut, diese Stile so miteinander zu verbinden.

Anspieltipps: Sloth und Gluttony
Michael E.
7.5
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