Die Finnen Omnium Gatherum haben im November ihr zehntes Studioalbum May The Bridges We Burn Light The Way über Century Media Records herausgebracht. Durch den Jahreswechsel ist das Album zumindest bei mir ein wenig ins Hintertreffen geraten. Die melodische Death-Metal-Formation mit kräftigen Hooks und eher geringer atmosphärischer Dichte, setzt im Gegensatz zu vielen Landsleuten mehr auf harte Handschriften, die harmonisch veredelt werden, als auf die dunkle Tränendrüse zu drücken. In 40 Minuten führt der sympathische Frontmann Jukka Pelkonen durch neun Kompositionen. Seit genau zwei Jahrzehnten ist er die Stimme von Omnium Gatherum und ist bereits auf dem dritten Album Stuck Here On Snake’s Way zu hören. Die Symbiose aus Jukka und seinen Kollegen an den Instrumenten funktioniert von Album zu Album besser. Markus Vanhala zieht an der Gitarre die Fäden und arbeitet dabei genauso engagiert wie bei Insomnium. Die jetzt anlaufende Tour mit Fallujah und In Mourning ist ein Grund mehr, um uns May The Bridges We Burn Light The Way noch mal zu widmen.
Melodischer Death Metal mit klarer Kante
Mit dem Intro May The Bridges We Burn Light The Way bringen sich Omnium Gatherum in Stellung und legen sofort mit dem ersten eigentlichen Titel My Pain nach. Griffig und mit einem bombastischen Sound versehen, preschen die Skandinavier direkt los. Schnelle Attacken fliegen in die Ohren der Hörer, ohne den finnischen Charakter zu verlieren. Natürlich reihen sich die sechs Musiker weiter in die typischen Klangwüchse ihrer Heimat ein, dabei versuchen sie jedoch immer, weiter ihren eigenen Weg zu gehen. Warum viele Genrefans die Truppe noch nicht auf dem Zettel haben, ist mir persönlich eines der größten Rätsel. An der Klasse kann es nicht liegen, was The Last Hero sofort unter Beweis stellt. Feste Klangwände werden durch härteres Drumming aus der Anlage geschossen und auch die deftigeren Vocals von Jukka passen perfekt ins Konzept. Die längste Nummer hört auf den Namen The Darkest City und bildet einen Höhepunkt der Platte. Trotz der Länge ist der Song kurzweilig, die Backvocals bleiben hängen und die frostige Basis lässt alle tausend Seen ihres Landes sofort eisig erstarren. Deutlich kürzer agiert Walking Ghost Phase und bleibt auf der Welle des Vorgängers schwimmen. Beide Tracks in Kombination bilden das Herz von May The Bridges We Burn Light The Way. Der Refrain bindet den Hörer final an die Produktion und macht Lust auf das letzte Drittel. Dieses wird mit Ignite The Flame und Streets Of Rage geformt. Mit einer hohen Geschwindigkeit prallen die Eisschollen aufeinander. Die Splitter fliegen hoch in die Luft und prasseln mit Barricades gen Erde. Bedacht startet das finale Road Closed Ahead. Bevor mit großen Schritten und einem drückenden Gitarrencocktail das zehnte Kapitel geschlossen wird.
HIER! geht es für weitere Informationen zu Omnium Gatherum – May The Bridges We Burn Light The Way in unserem Time For Metal Release-Kalender.



