Whirlwind – 1640

24.04.2026 – Heavy Metal – Dying Victims Productions – 46:18 Minuten

Whirlwind kommen aus Spanien und wurden vor mehr als zehn Jahren vom Gitarristen Mark Wild mit dem Ziel ins Leben gerufen, klassischen Heavy Metal auf die Speisekarte zu bringen. Andere musikalische Projekte und Bands wie Körgull The Exterminator oder die Death-Metal-Band Graveyard sorgten dafür, dass erst 2022 das Debüt auf den Markt kam. Zahlenspiele scheint Wild zu mögen: Auf 1714 folgt 1640 vier Jahre später. 

Auf 1714 folgt 1640

Wer sich in der Diskografie von Running Wild auskennt, dürfte die LP Pile Of Skulls in seinem Regal stehen haben. Der Opener der Platte nennt sich Whirlwind. Der finale Song ist das bekannte Treasurer Island mit einer Laufzeit von mehr als elf Minuten. Die Eckdaten von 1640 verraten, dass das Finale Marching To Victory mit circa dreizehn Minuten in eine ähnliche Kerbe schlägt.

Nach dem namensgebenden Intro, das bereits von der Melodie nach Riding The Storm klingt, eröffnet Days Of Doom mit schnellem Heavy Metal den Reigen. Die Saitenarbeit ist etwas dünn und buddelt tief in den 80ern. Der raue Gesang ist gewöhnungsbedürftig und dürfte nicht in jeden Gehörgang passen. Wer aber auf Running Wild aus den frühen 80ern steht, dürfte mit dem Track weit mehr Freude haben als mit den Veröffentlichungen von Rolf Kasperek in den vergangenen Jahren. 

Darf es noch mehr Running-Wild-Worshipping sein? Teile der Saitenarbeit von Rage Of The Conqueror klingen wie das Original, ohne die große Melodie zu liefern. Ein gutklassiger Metaller ist aber auf jeden Fall auf der Habenseite zu verbuchen. Nicht nur Running Wild, auch andere Teutonen-Metaller wie Accept, Grave Digger, Gravestone oder Stormwitch dürften für zum Beispiel Winds Of Ash And Dust, Through The Fire And Blood oder das eingängige By The Blood In Our Veins auf dem Plattenteller gelegen haben.

Mark Wild und Running Wild

Die Stärken von Whirlwind liegen jedoch im Running-Wild-Worshipping, wo es mit Lese Majesty (Corpus de Sang) oder Ready To Explode entsprechendes Material auf die Ohren gibt. Das Finale sind die bereits angesprochenen dreizehn Minuten Marching To Victory, was nicht Treasure Island kopiert, aber mit den spoken Words zum Einstieg schon unverschämt Rolf und Co. huldigt. Gut gemacht ist das Stück Musik trotzdem und kann mit dem an Udo und Accept erinnernden Gesang über die gesamte Laufzeit punkten.

Zum Antesten bietet sich Bandcamp an, wo bereits drei Titel verfügbar sind.

Hier geht es für weitere Informationen zu Whirlwind1640 in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Whirlwind – 1640
Fazit 1640
Wer mit 80er-Jahre-Metal und Namen wie Running Wild oder Accept nichts anfangen kann, sollte um Whirlwind einen Bogen machen. Die spanische Combo huldigt offen ihren Vorbildern, was zum Beispiel vor allem mit dem starken Abschluss Marching To Victory hervorragend gelingt.

Seine Stärken hat 1640 in der Huldigung von Running Wild, dagegen fallen Sachen wie Winds Of Ash And Dust oder Through The Fire And Blood etwas ab, ohne dass hier schlechtes Material zu konstatieren wäre. Insgesamt dürften Whirlwind mit ihrer Platte das richtige Veröffentlichungsdatum gewählt haben. Der 24. April ist der erste Tag des Keep It True Festivals in Lauda-Königshofen, und genau dort gehört die Musik von Mark Wild und Co. hin.

Anspieltipps: Lese Majesty (Corpus de Sang), By The Blood In Our Veins und Marching To Victory
Jürgen F.
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