Das Interview mit Sänger Don Of The Dead zum kommenden Nunslaughter-Album „Satanic Chaos Legion“

Mit Satanic Chaos Legion feiern NunSlaughter die rohe Essenz des Death Metal – ohne Kompromisse und ohne Rücksicht auf Trends.

Band: Nunslaughter 

Herkunft: Pittsburgh, USA

Genre: Death Metal 

Label: Blkiiblk / Open

Link: https://www.facebook.com/NUNSLAUGHTER

Bandmitglieder:

Gesang – Don Of The Dead
Gitarre – Tormentor
Bassgitarre – Malum
Schlagzeug – Wrath

Seit den späten Achtzigern stehen Nunslaughter für kompromisslosen Old-School-Death-Metal, der sich konsequent jeder Modeerscheinung verweigert. Mit ihrem aktuellen Album Satanic Chaos Legion setzen die US-Amerikaner diesen Weg unbeirrt fort und liefern eine rohe, aggressive Mischung aus rasender Geschwindigkeit, eingängigen Riffs und provokanten Texten. Frontmann Don Of The Dead macht im Gespräch deutlich, dass ein polierter Mainstream-Sound für die Band niemals infrage kam und Death Metal für ihn auch heute noch schmutzig, kantig und unangepasst klingen muss. Wir sprechen über den explosiven Titeltrack, die Entstehung von Songs wie Rotten Messiah und Jesus Fucking Dies sowie über die Bedeutung von Dynamik und Songwriting im Extrem-Metal. Außerdem blickt die Band auf ihre jahrzehntelange Karriere zurück, erklärt ihre Haltung zu aktuellen Trends innerhalb der Szene und verrät, was Fans von den neuen Songs auf der kommenden Europatour erwarten dürfen. Eines wird dabei schnell klar: Nunslaughter haben auch nach fast vier Jahrzehnten nichts von ihrer Leidenschaft und Kompromisslosigkeit eingebüßt.

Time For Metal / René W.:
Mit Satanic Chaos Legion bleibt ihr eurer rohen Old-School-Death-Metal-DNA treu. War für euch jemals ein modernerer oder sauberer produzierter Sound eine Option?

Nunslaughter / Don Of The Dead:
Ich denke, wir haben den Sound nun so weit bereinigt, dass es für Nunslaughter überhaupt noch vertretbar ist. Allein die Tatsache, dass wir überhaupt in einem Studio aufnehmen, ist schon ein Upgrade. Ich habe kein Interesse an einem polierten Sound für die breite Masse. Das hier ist Death Metal – er soll Ecken und Kanten haben und ruhig ein bisschen widerlich sein.

Time For Metal / René W.:
Der Titeltrack Satanic Chaos Legion eröffnet das Album mit voller Wucht. Warum habt ihr euch entschieden, genau diesen Song als Aushängeschild für die Platte zu wählen?

Nunslaughter / Don Of The Dead:
Es ist einfach ein verdammt genialer Killer-Track – und die Idee dahinter ist natürlich absolut episch. Er passt perfekt zu dem, was wir vermitteln wollen – und zwar nicht nur mit diesem Album, sondern mit dem gesamten Back-Katalog von Nunslaughter. Es ist ein satanischer Marsch auf den christlichen Abschaum zu, über ihn hinweg und gegen ihn, der die Welt verseucht.

Time For Metal / René W.:
Jesus Fucking Dies
gehört zu den provokantesten Titeln des Albums. Welche Geschichte oder Botschaft steckt hinter dem Song?

Nunslaughter / Don Of The Dead:
Es ist ein Ereignis, das ich nur zu gerne noch miterleben würde – doch diese verdammten Christen klammern sich einfach weiter an ihren religiösen Bullshit. Letzten Endes – ganz egal, wie man die Geschichte auch dreht und wendet – stirbt Jesus nun mal. Und das ist einfach herrlich.

Time For Metal / René W.:
Auf dem Album wechseln sich rasende Blast-Beats und schwerere Midtempo-Passagen ab. Wie wichtig ist euch diese Dynamik beim Songwriting?

Party.San Metal Open Air 2022 – Nunslaughter – By René W.

Nunslaughter / Don Of The Dead:
Viele moderne Bands scheinen vergessen zu haben, wie man einen Song richtig aufbaut – einen Song, der genau an den richtigen Stellen an Intensität gewinnt und wieder abflaut. Tempo und Spannung aufzubauen, erzeugt Emotionen; und wir verstehen es sehr gut, unsere Songs entsprechend zu strukturieren. Permanent nur Vollgas zu geben – das war noch nie das Ding von Nunslaughter.

Time For Metal / René W.:
Rotten Messiah
besitzt einen erstaunlich eingängigen Refrain, der sofort hängen bleibt. Entsteht so etwas gezielt oder passiert das eher intuitiv im Proberaum?

Nunslaughter / Don Of The Dead:
Perfekt! Du bist der Erste außerhalb der Band, der genau das gesagt hat. Genau darauf hatten wir es abgesehen, als der Song entstand. Es ist zwar irgendwie einfach so passiert, aber die Nummer ist tatsächlich ein echter Mitsing-Song – ganz wie die großartigen Punk-Hymnen der 80er-Jahre. Nachdem wir den Gesang aufgenommen und uns das Ganze ein paar Mal angehört hatten, wussten wir sofort: Dieser Song wird sich in den Köpfen der Leute festsetzen. Es ist wirklich schwer, bei Rotten Messiah nicht einfach mitzusingen.

Time For Metal / René W.:
Seit den späten Achtzigern verfolgt ihr konsequent euren Stil. Was reizt euch heute noch daran, klassischen Death Metal zu spielen, ohne Trends hinterherzulaufen?

Nunslaughter / Don Of The Dead:
Ich kann stolz auf mich und die Band sein, im Wissen, dass wir uns weder modernen Trends gebeugt noch dem nachgegeben haben, was gerade populär war – nur um wenige Jahre später wieder in Vergessenheit zu geraten.

Time For Metal / René W.:
Seit dem Demo Ritual Of Darkness von 1987 haben sich Nunslaughter über Jahrzehnte eine treue Fangemeinde aufgebaut. Was hat sich in all den Jahren am stärksten verändert – und was ist bis heute exakt gleich geblieben?

Nunslaughter / Don Of The Dead:
Die Bandbesetzung hat sich gewandelt, doch der Fokus ist derselbe geblieben: Death Metal auf eine Art und Weise zu präsentieren, die viele andere längst vergessen haben. Auch unsere Arbeitsweise im Studio hat sich zum Positiven entwickelt. Im Studio geschieht die wahre Magie: Ideen werden umgesetzt und die Songs entfalten ihr volles Potenzial.

Time For Metal / René W.:
Viele junge Death-Metal-Bands orientieren sich heute wieder an den rauen Produktionen der Achtziger und frühen Neunziger. Wie nehmt ihr diese Entwicklung wahr?

Nunslaughter / Don Of The Dead:
Das ist doch großartig für sie – nur zu! Es gibt eine Balance, die man finden muss; es ist ein schmaler Grat, auf dem eine Aufnahme entweder großartig klingt oder aber zu überproduziertem Unsinn verkommt. Doch wer diesen idealen Punkt findet, dem gelingt genau das, woran viele andere Bands scheitern.

Party.San Metal Open Air 2022 – Nunslaughter – By René W.

Time For Metal / René W.:
Ihr kommt mit den neuen Songs bald nach Europa. Auf welche Länder oder Festivals freut ihr euch diesmal besonders?

Nunslaughter / Don Of The Dead:
Rumänien wird bestimmt ein absolutes Highlight. Es ist unser allererster Auftritt in diesem Land. Ich habe Rumänien bereits vor einigen Jahren privat bereist und es ist ein wirklich großartiges Land. Auch Deutschland ist für uns seit jeher eine feste Bastion; wir wurden dort in der Vergangenheit schon unzählige Male herzlich empfangen und durften dort gastieren. In Polen wiederum ist mein Herz zu Hause. Es fällt mir also schwer zu sagen, worauf genau ich mich am meisten freue.

Time For Metal / René W.:
Die neuen Stücke wirken wie geschaffen für die Bühne. Welche Songs von Satanic Chaos Legion wollt ihr unbedingt live spielen und warum?

Nunslaughter / Don Of The Dead:
Wir haben Unsacrament bereits einige Male live gespielt, und der Song scheint beim Publikum sehr gut anzukommen. Derzeit diskutieren wir noch, welche Stücke wir auf dieser Tour ins Programm aufnehmen sollen: Einerseits möchten wir natürlich unser neues Album promoten, andererseits wollen wir jene Fans nicht enttäuschen, die sich darauf freuen, Songs aus unserem umfangreichen Back-Katalog zu hören.

Time For Metal / René W.:
Nunslaughter
sind für intensive und schweißtreibende Liveshows bekannt. Was dürfen die europäischen Fans von der kommenden Tour erwarten?

Nunslaughter / Don Of The Dead:
Diese Band gibt auf der Bühne alles, damit es jeder sieht. Wir sind voller ungezügelter Begeisterung und geben bei unseren Live-Auftritten immer alles. Zu viele Bands reißen ihr Programm einfach nur lustlos ab – das ist bei Nunslaughter definitiv nicht der Fall. Man weiß nie, ob nicht jeder Auftritt der letzte sein könnte, also muss man 100 % geben.