Lockhart – City Pulse

12.06.2026 – Melodic Rock, AOR – High Roller Records - 32:55 Minuten

Aus Kanada kommen Lockhart und liefern mit City Pulse ihre Debüt-LP aus. Nach der EP No Chance 2022 folgt circa vier Jahre später der erste volle Longplayer. Allerdings handelt es sich nicht um ein Old-School-Metal-Album. Lockhart sind in melodischen Rockgewässern unterwegs.

City Pulse frönt dem Stadionrock der 80er-Jahre

Das Trio orientiert sich auf seinem Debüt grob an Bands wie Journey, Boston, Toto, Foreigner oder REO Speedwagon. Interessant ist aber auch ein Blick auf die Bandbesetzung, wo drei nicht ganz unbekannte Namen auftauchen. Sänger, Gitarrist und Keyboarder Devon Kerr könnte von den Metallern Axxion bekannt sein. Ebenso ist Jason Junop als Bassist bei Cauldron aktiv und Drummer Fabio Alessandrini beackert bei Bonfire, unzähligen Frontiers-Records-Produktionen und den aktuell inaktiven Annihilator die Studios und Bühnen. Für das Namedropping bezüglich der bisherigen Aktivitäten bietet Lockhart anscheinend vor allem Kerr und Junop eine andere musikalische Spielwiese als ihre Stammbands.

Neun Stücke und circa 33 Minuten Musik hat uns das Trio kredenzt. Bereits der Titeltrack zum Auftakt erinnert an die Stadionrock-Heroen der 80er-Jahre, ohne dass Lockhart besondere Akzente setzen können. In dem Takt geht es mit Can’t Shake It weiter, woran auch die dritte Nummer The Dose That Made You Poison wenig ändert. Standardkost des melodischen Rock mit ordentlich Keyboard und den bekannten Zutaten zwischen Strophe und Refrain. Leicht verdaulich, leicht im Ohr und genauso leicht wieder vergessen.

Das mehr als fünfminütige Just Can’t Wait wäre eine Nummer, die etwas hervorstechen könnte, wenn so ein Ding nicht schon fünf andere Bands in den vergangenen Jahrzehnten veröffentlicht hätten und dabei selbst heute noch deutlich zwingender aus den Boxen tönen. Das zweigeteilte Finale mit dem Intro Before The Fall und No Chance In Heaven schickt Grüße an Neil Schon und Steve Perry, ohne dass das Trio den Altmeistern nur ansatzweise das Wasser reichen könnte.

Hier geht es für weitere Informationen zu Lockhart – City Pulse in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Lockhart – City Pulse
Fazit City Pulse
Lockhart sind mit ihrem Debüt City Pulse beim falschen Label. Jeden Monat wirft Frontiers Records fünf oder mehr solche Platten auf den Markt. Für Die-Hard-Melodic-Rockfans mag die drölfhundertste Scheibe aus der Richtung interessant sein. Der Masse der Anhängerschaft von Rock und Metal reichen die Platzhirsche, allen voran in einem Segment, das seit circa 50 Jahren intensiv bearbeitet wird.

Lockhart liefern viel zu wenig Haltepunkte, die sich im Kopf bei der Hörerschaft festsetzen. Für sich genommen laufen Lieder wie No Chance In Heaven oder Just Can't Wait geschmeidig durch. Mit dem Ende der Platte ist bereits nach einer halben Stunde der Anfang mit dem Titeltrack City Pulse in Vergessenheit geraten, sodass Lockhart mit ihrem Debütalbum in der monatlichen Veröffentlichungsflut untergehen.

Anspieltipps: No Chance In Heaven, Just Can't Wait oder besser gleich die Klassiker-LP Escape von Journey
Jürgen F.
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