Die Frage nach dem heißen Eisen im Nachwuchs versucht Wacken jedes Jahr mit einer weltweiten Schlacht herauszufinden. Manchmal kommen diese Eisen einfach aus dem Untergrund. Übersehene Talente? Oder stimmen manchmal die Fans einfach mit den Füßen ab? Bei The Night Eternal dürfte es die zweite Variante sein. Eine unglaublich hohe und starke Live-Präsenz und Performance, dazu kontinuierliche Entwicklung von Release zu Release. Der neuste Streich nennt sich Cold Velvet. Damit verbunden ist der Sprung von Van Records zum renommierten US-Label Metal Blade Records. Zu viele Vorschusslorbeeren, oder schieben sich The Night Eternal in die Bestenlisten des Jahres 2026?
Mit Cold Velvet gelingt der Sprung zu Metal Blade
Was machen die Ruhrpott-Metaller eigentlich für eine Musik? Das ist mit einem Satz gar nicht so einfach auszudrücken. Zumindest ist es Sänger Ricardo Baum und seinem Team etwas gelungen, was kaum eine Band schafft. The Night Eternal haben einen speziellen Sound. Eigentlich ist mit dem ersten Ton von When The Last Candle Dies klar, dass hier The Night Eternal am Werk sind. Etwas Gothic, auch eine Spur 80er-Jahre-Glam-Metal, und die Basis von allem ist und bleibt der metallische Sound der 80er, wo Angel Witch auf In Solitude, The 69 Eyes, Sisters Of Mercy und Danzig trifft. Eine sehr eigene und spezielle Mixtur, die in dieser Art und Weise eventuell noch die Kanadier Spell im Angebot haben. Der Auftakt legt gleich die Messlatte nach ganz oben und zeigt, dass die Entwicklung von The Night Eternal anscheinend noch lange nicht zu Ende ist.
Where This World Ends ist eine gute Frage. Musikalisch beantworten The Night Eternal diese Frage im düsteren Rock und erinnern an zum Beispiel Tribulation, bleiben aber bei ihrer eigenen Signatur und dem markanten Organ von Baum. Wer die Suppe etwas metallischer mag, wird mit Eurydice (Don’t Look Back) verköstigt, bevor es mit diversen Tempo- und Rhythmuswechseln durch The Watcher Of The Burning Veil geht. Trotzdem gelingt es der Band, eingängig zu bleiben und den Fans einen roten Faden zu liefern.
The Night Eternal machen einen Sprung nach vorne
Auch The Veins Of Time sortiert sich in den Plattenfluss ein, ist aber weniger spektakulär als der Vorgänger. Über den Düster-Rocker Caught In The Spell geht es zu Shape Of Sorrow, mit dem The Night Eternal das große Besteck auspacken. Gute fünf Minuten düsterer Heavy Metal. Von derartigen Stücken träumen ehemalige Szenegrößen. Auch wenn die 90er-Wurzeln mehr als deutlich durchschimmern, klingt das Material frisch und trägt die klare The-Night-Eternal-DNA und ist ein echtes Highlight auf Cold Velvet.
War es das? Nein, der Abschluss legt mit mehr als sieben Minuten Dance On Crimson Ground noch mal nach. Ein verspielter Einstieg mit reichlich Synthesizer, der sich kontinuierlich steigert. In der zweiten Songhälfte wird es etwas geradliniger. Die Instrumentalfraktion erhält aber genügend Freiraum und lässt Mercyful Fate mit Tribulation, dem Gothic Roll von The 69 Eyes und Unto Others verschwimmen. Der Begriff „Progressiv“ ist nicht deplatziert, passt aber nicht unbedingt zum Gothic-Sound. Oder gab es schon mal progressiven Gothic Rock?
The Night Eternal spielen drei Release-Shows. Am 19.08.2026 in Kassel, Goldgrube, am 20.08.2026 in Bambi Galore in Hamburg und am 21.08.2026 auf dem Nord Sommer Open Air in Essen am Viehhofer Platz. Wer in Hamburg noch mit dabei sein möchte, sollte sich beeilen. Bis auf wenige Restkarten ist der Billstedter Metalkeller ausverkauft (Klick).
Hier geht es für weitere Informationen zu The Night Eternal – Cold Velvet in unserem Time For Metal Release-Kalender.



