Es gibt neuen Stoff aus dem Hause Kamelot um Bandgründer Thomas Youngblood. Dark Asylum nennt sich das mittlerweile 14. Studioalbum der internationalen Band, bei der mit Oliver Palotei und Alex Landenburg auch zwei bekannte Gesichter (unter anderem Doro, Circle II Circle, Mekong Delta, Rhapsody) seit vielen Jahren aktiv sind. Tommy Karevik ist seit 2012 am Mikro und die Bandbesetzung seit Covid stabil. 15 neue Stücke mit einer Laufzeit von mehr als 50 Minuten haben uns Kamelot 2026 kredenzt.
Dark Asylum wandelt auf den Spuren von Avantasia
Karevik ist seit einigen Jahren bei Avantasia als Gastsänger aktiv. Das Konzept scheint in Teilen auch auf Kamelot abgefärbt zu sein. Ignacia Fernández (Decessus, Miss World Chile), Clémentine Delauney (Visions Of Atlantis), Avantasia-Mastermind Tobias Sammet oder Lea-Sophie Fischer (Eluveitie) an der Violine. Kamelot haben sich reichlich Unterstützung ins Boot geholt und erzählen die Geschichte von der RavenHill-Anstalt. Einst als prachtvolle Kathedrale errichtet, verschmelzen hier Wissenschaft, Glaube und Wahnsinn in unheimlicher Koexistenz.
Konzeptalbum, Metal-Oper und Kamelot. Wer nun „Moment“ sagt, das hatten wir doch schon mal. Völlig richtig, ist knapp 20 Jahre her. Ghost Opera nennt sich die Scheibe, auf der der legendäre Sänger Khan agiert. Der Auftakt sind circa 100 Sekunden Sanctorium als Intro, dann eröffnet Ashen World im bekannten Kamelot-Sound die Platte. Bereits hier gibt es eine zweite Stimme (Ignacia Fernández) zu Tommy Karevik, sodass das Gefühl eines Musicals oder einer Rock-Oper bereits früh entsteht. Dazu gesellen sich gelegentlich harsche Background-Töne, woran der Titeltrack Dark Asylum und Sanctuary nahtlos anknüpfen.
Interludes wie Nocte Veritas lockern die grundlegende Beschallung im aktuellen Kamelot-Gewand nur kurzfristig auf. One Last Masquerade reiht sich anschließend in die bisher gehörten Nummern ein, wo es Nuancen sind, die gelegentlich aufhorchen lassen. Es fehlen die Ecken und Kanten, die einzelne Stücke aus dem Gesamtkorsett hervorheben. Da helfen das kurze Gitarren-Intermezzo oder ein Tobias Sammet nicht. Im Gegenteil, das bekannte Avantasia-Duett transferiert sich zu Kamelot und kommt genauso rund und eingängig daher.
Wo sind die Ecken und Kanten geblieben?
Die noch fehlende Ballade gibt es auch (Ivy, My Dear), bevor es im bekannten Soundgebilde mit zum Beispiel The Sleeping Mind (Orphic Paradigm) oder Kaleidoscope weitergeht. Egal ob die zweite Ballade Enigma (Think of Me), Cassandra’s Disease oder das akustisch gehaltene Beneath The Moon (Tunglið). Kamelot anno 2026 schaffen es über mehr als 50 Minuten nicht wirklich, mitzureißen und die Hörerschaft aus der melodischen Dauerberieselung herauszuholen. Daran ändern auch die harschen Vocals zum Plattenende nichts.
Hier geht es für weitere Informationen zu Kamelot – Dark Asylum in unserem Time For Metal Release-Kalender.



