Bereits am 03.07.2026 haben die portugiesischen Gothic-Metal-Veteranen Moonspell ihr mittlerweile 14. Studioalbum Far From God über Napalm Records veröffentlicht. Das Album ist dort als CD sowie auf Vinyl in den Varianten Schwarz, Rot und Splatter erhältlich. Nach mehr als fünf Jahren seit Hermitage war die Spannung entsprechend groß, wohin die musikalische Reise diesmal führen würde. Zwar verkürzten zwei Livealben die Wartezeit etwas, neues Studiomaterial ließ jedoch lange auf sich warten.
Ich durfte Moonspell im vergangenen Jahr beim Prophecy Fest in der beeindruckenden Balver Höhle live erleben. Einen passenderen Ort für den atmosphärischen und düsteren Sound der Portugiesen kann man sich kaum vorstellen. Die besondere Kulisse und Akustik verliehen dem Auftritt eine nahezu magische Wirkung und sorgten dafür, dass meine Erwartungen an Far From God entsprechend hoch waren.

Atmosphäre statt schneller Effekte
Moonspell setzen auch auf ihrem neuesten Werk nicht auf sofortige Eingängigkeit. Stattdessen entfalten Cross Your Heart und der Titeltrack Far From God ihre Wirkung Schritt für Schritt. Melancholische Gitarrenmelodien, dezent eingesetzte Keyboards und Fernando Ribeiros unverwechselbare Stimme erschaffen eine dichte Stimmung, die den Hörer langsam in ihren Bann zieht. Gerade diese Zurückhaltung macht den Reiz der ersten Albumhälfte aus, denn viele Details offenbaren sich erst nach mehreren Durchläufen.
Mit Biblical verändert sich die Dynamik. Die Gitarren gewinnen an Schärfe, die Rhythmusarbeit wirkt druckvoller und auch gesanglich zeigt Ribeiro eine rauere Seite. Dennoch bleibt das Album jederzeit stimmig und verliert nie seine atmosphärische Grundausrichtung.
Abwechslungsreiches Songwriting
Eine der größten Stärken von Far From God ist das vielseitige Songwriting. Moonspell verlassen sich nicht auf einfache Strukturen, sondern lassen ihre Songs wachsen und entwickeln. Dadurch wirkt das Album über die gesamte Spielzeit lebendig und abwechslungsreich.
The Great Wolf In The Sky entwickelt sich schnell zum emotionalen Mittelpunkt des Albums. Die geschmackvoll eingesetzten Streicher verleihen dem Song zusätzliche Tiefe, während Gitarren und Keyboards eine eindrucksvolle Klanglandschaft erschaffen. Dass das Stück einem verstorbenen Freund und Fan der Band gewidmet ist, macht seine Wirkung noch intensiver.
Auch For The Love Of Mortals überzeugt mit einem gelungenen Spannungsbogen und einem starken Gitarrensolo. Kurz darauf zeigt Our Freedom To Fall, dass Moonspell trotz aller Melancholie nichts von ihrer Härte eingebüßt haben. Druckvolle Riffs und eine kraftvolle Rhythmussektion setzen einen gelungenen Kontrast, bevor Reconquista das Album stimmungsvoll ausklingen lässt.
Hier! geht es für weitere Informationen zu Moonspell – Far From God in unserem Time For Metal Release-Kalender.



