Das Allhallowtide-Triduum (heilige Tage vor Halloween) wird in diesem Jahr feierlich am 30. Oktober eingeläutet, wenn Deathwards endlich ihr Debütalbum Realms Of Sin veröffentlichen.
Aus Chile stammend und bewaffnet mit blutverschmierten Sensen und verrosteten Messern, bahnen sie sich ihren Weg durch den Schleier, der diese verfluchten Reiche von der Welt des Endes trennt – sie schlitzen, zerreißen und schneiden sich hindurch. Seht euch das Video zum ersten Song Supplicum (Lust) hier an:
Deathwards spielen Death Metal in seiner frühesten und kompromisslosesten Form – hervorgegangen aus der gewaltsamen Mutation, die Thrash und Speed Metal durchliefen, als diese Musik sich noch gefährlich anfühlte und jedes Riff den Geruch echter Underground-Überzeugung verströmte. Inspiriert vom wilden Geist der späten 80er Jahre lassen Deathwards jene ursprüngliche Aggression, düstere Atmosphäre und das unerbittliche Songwriting wiederaufleben, die die Anfänge des Genres vor 40 Jahren prägten. Messerscharfe Riffs, giftiger Gesang, ungezähmte Soli und eine Darbietung, die so authentisch wirkt, als wäre sie gerade erst von einem vergessenen Masterband aus dem Jahr 1987 ausgegraben worden. Als wäre all das noch nicht genug, lauert unter den Knochen etwas noch Dunkleres.
Realms Of Sin taucht in den Abgrund von Schuld, Wollust, Völlerei, Gier, Zorn, Ketzerei, Betrug und ewiger Verdammnis ein und schöpft dabei reichlich Inspiration aus Dantes Inferno, biblischer Bildsprache und mittelalterlichen Visionen der Verdammnis. Anstatt auf Nummer sicher zu gehen und sich auf oberflächliche Horror-Klischees zu verlassen, erforschen die Texte den spirituellen Zusammenbruch, das metaphysische Leiden, das göttliche Gericht und die unumkehrbare Verdorbenheit der Menschheit.
Jede Komposition fühlt sich an wie der nächste Schritt in ein endloses Labyrinth, in dem Erlösung längst vergessen ist und nicht mehr existiert. Die Musik spiegelt diese Wahrnehmung wider und erzeugt eine Atmosphäre, die absolut erdrückend, feierlich und gnadenlos ist. Keine trendigen Spielereien, keine überproduzierte Künstlichkeit, keine sterile Perfektion – dieses Album ist der ausgestreckte Mittelfinger ins Gesicht all jener, die nach genau solchen Dingen dürsten. Jedes Riff atmet Schwärze; eines jagt das nächste und reißt sich in das nächste hinein – Riff um Riff, jedes scharf, tödlich und bösartig; jedes Solo brennt, jeder Schlagzeugschlag dient dem Song und liefert ab, statt sich in egoistischem Posen-Gedudel zu verlieren.
Realms Of Sin – Trackliste:
- Sting Of Guilt (Limbo)
- Supplicium (Lust)
- From Bread To Stone (Gluttony)
- Gold In The Abyss (Greed)
- Sullen Blood (Wrath)
- Unbound From Divine Omnipotence (Heresy)
- The Sore Weight Of Repentance (Violence)
- Worms Of Malebolge (Fraud)
- The Innermost Chasm (Treachery)
- Lawless Fire (Lucifer)
Realms Of Sin enthält urwüchsigen, bösen Death Metal, dessen Thrash-Wurzeln vollkommen intakt geblieben sind – wild, düster und unverkennbar authentisch. Trotz seiner Seele im Stil der alten Schule profitiert das Album von einer kraftvollen, kristallklaren Produktion aus dem Equinox Studio, die jedes Detail bewahrt, ohne den rohen Charakter der Darbietung zu opfern. Ergänzt durch ein beeindruckendes, handgemaltes Ölgemälde des jungen und vielversprechenden Jorge Olavarria, zeugt jeder Aspekt von Realms Of Sin von Hingabe und echter Handwerkskunst – fernab moderner Nachlässigkeit.
In einer Ära, die von Automatisierung, Quantisierung, austauschbarem Songwriting und digitaler Gleichförmigkeit geprägt ist, behaupten sich Deathwards als eigenständige, kompromisslose Kraft. Jede Note, jedes Wort und jedes Bild hat seinen festen Zweck. Realms Of Sin ist nicht bloß eine Hommage an die Vergangenheit. Es ist der wiedererweckte, echte Geist des Genres. Uralt. Bösartig. Kompromisslos. Death-Thrash-Metal.
Deathward online:
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