Artist: Concrete Winds
Herkunft: Finnland
Album: Concrete Winds
Spiellänge: 25:01 Minuten
Genre: Death Metal, Grindcore
Release: 30.08.2024
Label: Sepulchral Voice Records
Link: https://www.facebook.com/aggressivenoisetorment/
Bandmitglieder:
Gesang, Gitarre und Bassgitarre – P.J.
Schlagzeug – Mikko
Tracklist:
1. Permanent Dissonance
2. Virulent Glow
3. Daylight Amputations
4. Infernal Repeater
5. Subterranean Persuasion
6. Hell Trance
7. Systematic Distortion
8. Demented Gospels
9. Pounding Devotion
Die ehemaligen Vorum Members P.J. und Mikka gründeten im Jahre 2019 diese Vernichtungseinheit, da Vorum seit 2018 nicht mehr aktiv sind. Ruckzuck kam auch gleich das erste Album der Finnen heraus und im Jahre 2021 folgte das Album Nerve Butcherer. Nun haben sie sich etwas mehr Zeit gelassen, um das dritte Werk auf die Menschheit loszulassen. Das deutsche Label Sepulchral Voice Records aus Zwickau war von Anfang an dabei und ist natürlich auch jetzt wieder mit an Bord.
Los geht die Reise in die Vernichtung mit dem Song Permanent Dissonance. Ohne Umschweife geht man hier gleich zur Sache, aber wer jetzt denkt, hier gibt es ein weiteres 08/15 Album zu hören, der hat die Rechnung nicht mit P.J. und Mikka gemacht. Die spinnen, die Finnen. Dieses hätte bestimmt Obelix gesagt, der alte gallische Death Metal Experte. Wild und ungestüm, so geht die Reise los, um dann ein verwirrendes Solo einzustreuen. Dass dann ein kakofonisches Feuerwerk entzündet wird, war meines Erachtens nicht ersichtlich und dass mir das auch noch gefällt, ebenfalls nicht. Klaro, wenn man sich den Vorgänger anhört, war das schon zu erwarten. Da ich diesen aber nicht so auf dem Schirm hatte, kam diese Eruption für mich jetzt doch ein wenig überraschend. Wahrscheinlich finde ich es auch so prickelnd, da Concrete Winds dieses hier nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag auskosten, sondern diese chaotische Fahrt zu Beginn nach 150 Sekunden beenden.
Death Metal, Death Metal, Death Metal. Immer wieder bekomme ich die Frage gestellt, warum ich jeden Tag so viel Death Metal hören kann. Okay, klar, wenn man immer wieder die Bands von früher anmacht und nostalgische Gefühle entwickelt, ist das verständlich, aber sich immer wieder neue Bands derselben Musikrichtung anzutun, ruft Unverständnis hervor. Und dann schmeiße ich eben solche Alben wie dieses hier in den Ring, denn der Death Metal ist eben vielschichtiger, als viele denken.
So eben auch die Mucke von dem finnischen Duo hier. Virulent Glow setzt die Party fort, die auch hier wieder in einer kakofonischen Zerstörung endet. Kurze Gitarrenanspieler mit Betonung und dann auf die Zwölf. Die Gitarre jault und es wird wieder abgehackt gezockt ohne Ende, allerdings nicht gerade, wie wir Nicht-Instrumentalisten diesen nennen würden. Tempo raus, kurze Verschnaufpause und wieder jault die Gitarre auf. Die Finger flitzen rauf und runter und bringen das Griffbrett zum Glühen. Was jetzt völlig wirr und durcheinander klingt, ergibt am Ende aber definitiv einen Sinn. Sie ziehen ihr Ding durch und bringen es einfach auf den Punkt, muss man sagen. Und auch hier gefällt mir, dass der Song recht kurz gehalten ist.
Lawrence Mackrory hat – mithilfe von Matti Mäkelä – diese kakofonische Eruption aufgenommen, gemischt und gemastert, hauptsächlich in den Rorysounds Studios in Uppsala, Schweden. Die wissen, was sie da machen und haben dieser menschlichen Demontage einen ordentlichen Schub gegeben.
Ein weiteres Beispiel dafür ist der Song Daylight Amputations. Paar Schläge auf die Tombs und dann Geholze, welches mit wahnsinnigen Riffs begleitet wird. So spielt man weiter und immer schön neben der Spur. Da haben die Burschen absolut Bock drauf und dann die Drums, die sich nahtlos einreihen, das klingt zwar alles sehr chaotisch, fügt sich am Ende aber wieder zusammen. Der Gesang wird dann schnell draufgeknallt und alles ergibt dann durchaus einen Sinn. Minus und Minus ergibt eben Plus. Geilste Rhythmuspassagen, Stakkato-Riffs und Leads.
Bei Subterranean Persuasion hat man kurz das Gefühl, die haben die treibenden Riffs und sogar den Groove für sich entdeckt, aber das ist natürlich ein Irrtum, denn auch hier folgt ein Solo neben der Spur und alles ist mindestens um eine Einheit versetzt. Macht aber eben Laune. Die spinnen, die Finnen – wie erwähnt.
Einfache Unterhaltung geht definitiv anders, aber das braucht man ja auch nicht jeden Tag. Wenn es draußen mal wieder regnet und alles Scheiße läuft, dann sollte man sich Concrete Winds reinziehen.