Artist: Kouristus
Herkunft: Finnland
Album: Mielem Ja Maaliman Rappio
Spiellänge: 19: 24 Minuten
Genre: Grindcore, Hardcore
Release: 24.01.2025
Label: Visceral Circuitry
Link: https://visceralcircuitryrecs.bandcamp.com
Bandmitglieder:
Gesang – Pete
Gitarre – Larska
Bassgitarre – Jeeki
Schlagzeug – Ville
Tracklist:
1. Intro
2. Yksin Kotona Sekaisin
3. Kannan Arkkua
4. Irtiottoja
5. Karma Kostaa
6. Loppu Tulee
7. Kansanmurha
8. Pahin Vihollinen
9. Harmaa Valo
10. Lepositeet
11. Tyhjlo
12. Kalman Haju
13. Perintölahja
14. Koston Hetki
15. Kuolevainen Rääkyy
Die Finnen von Kouristus legen keinen Wert auf eine großartige Bandgeschichte, sind bereits seit zehn Jahren dabei und haben auch schon einiges herausgebracht. Nun konnte man einen Deal mit dem französischen Label Visceral Circuitry abschließen und weiter geht die wilde Reise. Das Teil ist auf 300 Stück begrenzt.
Mit einem kleinen musikalischen Erguss in Form eines Intros legen die Finnen los und sagen in den ersten achtzig Sekunden dieses Albums erst einmal noch nicht so viel aus. Der Bass brummt, die Drums und Gitarren gesellen sich dazu und im Midtempo schreitet man voran. Kleiner Aufwärmgalopp für die Dinge, die da noch kommen werden.
Der richtige Spaß geht aber erst mit Yksin Kotona Sekaisin los und genauso kann man es machen. Man legt mit einem Hardcorepart los, rumpelt vor sich hin und holt dann die Grindkeule heraus. Sicherlich kommt einem das alles bekannt vor, wäre ja komisch, wenn nicht, aber der aggressive Gesang und die Mischung aus eben diesen Hardcorepassagen, die während des Songs auch schneller gespielt werden und dem grindigen Drumming schocken total und bereiten mir Laune. Kurz und knapp und auf den Punkt gebracht und ohne großartig rumzueiern. Bin ich dabei. Die Finnen machen jetzt schon Laune.
Auch der nachfolgende Song Kannan Arkkua, der ebenfalls knapp über eine Minute geht, hat mich sofort, denn meine Ohren und ich sind durchaus empfänglich für solche kurzen Interruptionen, zumal das Teil auch mit einer ordentlichen Produktion versehen ist, die zwar auf der einen Seite dreckig, aber eben auf der anderen Seite auch klar zu vernehmen ist. Das Amp wird angeworfen, der Ton bleibt stehen, die Gitarre zockt vor und ab in den Hardcore. Aber nur ganz kurz, dann holt man wieder die Grindkeule heraus, verschleppt am Ende das Tempo und groovt ein wenig. Feierabend. Over and Out. So mag ich das. Bloß keine Gefangenen machen. Crust und D-Beat sind natürlich auch dabei.
Etwas Harcore-lastiger, aber deswegen nicht weniger brutal kommt der Song Irtiottoja aus den Boxen geknallt. Auch hier rumpelt man am Anfang herum und hat ordentlich Dampf auf dem Kessel. Circa sechzig Sekunden lang treibt man es bunt im Hardcorebereich und arbeitet mit zwei Stimmen, lässt dann noch einmal die Gitarre vorspielen und holt zum grindigen Finale aus. Fein, fein. 79 Sekunden reines Vergnügen, sofern man ein wenig den Krachfetischisten in sich trägt, hehe. Aber wer kann sich von diesem frei sprechen? Ich nicht!
Kansanmurha ist ein Vernichtungsschlag der alten Marke Napalm Death. In knappen 24 Sekunden geht hier die grindige Vernichtung ab und man ist fix und fertig.
Auch der nachfolgende Song Pahin Vihollinen erinnert an die Kollegen der Insel. Von Anfang an wird die Holzhammermethode angewendet. Bekanntes Riffing mit geilen, grindigen Blastbeats. Da trifft man bei mir genau ins Schwarze. Am Ende darf dann die Gitarre wieder vorzocken und man holt diese grindigen Grooveelemente heraus. Fett.
Mit dem längsten Song endet dieser Spaß. Koulevainen Rääkyy geht knappen 150 Sekunden und stellt damit die Welt von Kouristus quasi auf den Kopf. Aber keine Sorge, denn auch hier geht es ordentlich zur Sache. Am Anfang klingt man ein wenig punkig und bewegt sich auch wieder auf dieser Hardcore-Schiene, welche man mit einer kleinen Grindeinlagen supportet. Break und ab in den recht langen Groove. Okay, kommt einem total bekannt vor, schockt aber, auch wenn er meines Erachtens zu lang ist und dann läutet man überraschenderweise das Ende ein. Ich hätte jetzt noch mit einer kleinen Grinderruption gerechnet. Schade, aber so geht es natürlich auch, denn es kommt ja immer anders, als man denkt.
In knappen zwanzig Minuten sagen die Finnen alles, was sie sagen wollen, und ich bin absolut zufrieden und hab wieder neues Material für meine Sammlung und für meine Sendung Radio Mähdrescher, in der ich ja immer leckere Grindsmasher spiele. Mehr als solide Vernichtungskunst aus Finnland.




