Eventname: Am Achteck Nichts Neues – Tour 2025
Bands: Montreal, FrauPaul
Ort: Die Pumpe, Kiel, Schleswig-Holstein, Deutschland
Datum: 28.03.2025
Kosten: VVK 34,70 € plus Gebühren, AK 38,00 €
Genre: Punk
Zuschauer: etwa 500
Setlisten:
- Am Achteck Nichts Neues
- Dreieck Und Auge
- Zucker Für Die Affen
- Walkman Revolution
- Neues Aus Der Hobbythek
- Idioten Der Saison
- Primadonna Und Primat
- Auf Der Faulen Haut
- Sommer ’96
- Bis In den Morgen
- Großstadtrevier
- Kino?!
- Pullover
- Eine Andere Stadt
- Stockholm Syndrom
- Max Power
- 120 Sekunden (Akustik)
- Zukunft
- Musik In Meinen Ohren
- Katharine, Katharine
- Fomo Sapiens
- 15 Jahre Für Die Punchline
Zugabe: - Das Falsche Pferd
- Tag Zur Nacht
- Endlich Wieder Discozeit
- Mein Korn (Akustik)
- Leben
- Owoho
- Burn Out
- Streichholz
- Family Guy
- Italien
- Es Tut Mir Leid
Wieder einmal Kulturverein Die Pumpe in Kiel. So langsam verwandelt sich die Location in mein zweites Wohnzimmer. Die beiden Hamburger Bands Montreal und FrauPaul versprechen ein Punkrock-Feuerwerk. Also warum in die Ferne schweifen, wenn man Party auch „ums Eck“ haben kann.

Beide Bands sind Trios, beide spielen deutschsprachigen Punkrock. Während ich die Newcomer-Mädels von FrauPaul schon mehrfach gesehen habe, sind Montreal für mich eine Premiere. Dabei besteht die Band schon seit 2003 und hat schon acht Alben und vier EPs herausgebracht. Ihr neuestes und erfolgreichstes Werk Am Achteck Nichts Neues, #Sechs der deutschen Charts, hat nun auch schon fast wieder ein Jahr auf dem Buckel. Wer sich wie ich über den Namen wundert, schaue sich nur das Cover an, dann ist alles klar. Das Achteck ist ein klassischer Bierverkaufsstand.
Die Pumpe ist zu zwei Dritteln gefüllt, etwas über 500 Fans der Band sind gekommen. Beim Einlass stehen die Jungs von D.M.S.D. (Da Muss Salz Dran), die hier aus der Region kommen, vor mir und man hat sofort ein Gesprächsthema. Auch sie wildern in diesem Genre. Es sind nur zwei Fotografen zugelassen, so ist der enge Graben übersichtlich besetzt.
FrauPaul beginnen etwas verspätet, nutzen ihre Playtime leider nicht voll aus. Die Songs ihres Sets stehen im Fokus ihres Debütalbums, das vor vier Wochen das Licht der Welt erblickt hat. Hol Mir Die Sterne Zurück heißt es. Die Band ist sehr vielen hier im Saal gänzlich unbekannt. Sie erfahren aber viel Zuspruch und ihr Gig wird abgefeiert. Nach dem Gig gehen die Vinyls schnell weg. Die Bühne der Pumpe ist nicht sonderlich tief, dafür sehr breit. So stehen die Mädels sehr weit auseinander und können nicht wie gewohnt energiegeladen miteinander agieren. Zudem steht ja auch noch das Schlagzeug von Linda Sidaro den beiden Saitenartisten Lisa Paul (Gitarre) und Mary Vonk (Bass) im Weg. Drei der sieben Songs sind vom Album, das ich mir hier natürlich gleich mitgenommen habe. So bin ich besser vorbereitet, wenn ich sie in vier Wochen als Support von 24/7 Diva Heaven in Lübeck wiedersehe.

Gespannt wartet die Menge nun auf das Herrentrio. Nicht aus Montreal, aber aus Hamburg. Lediglich der Geburtsort des Schlagzeugers „Max Power“ Maximilian Seibt diente als Namensgeber der Band. Die anderen beiden Protagonisten sind Sebastian „Hirsch“ Sievers am Bass sowie Yonas Farag an der Gitarre. Auch sie stehen weit auseinander und agieren nur gelegentlich mal miteinander. Ihr Programm umfasst satte 26 Songs ihres bisherigen Schaffens. Knapp zwei Stunden begeistern sie die Menge mit einer außerordentlich hohen Qualität. Mit viel Witz und Ironie führen sie durch das heutige Programm. Zum Song Idioten Der Saison wird sich über das Wahlverhalten der Rostocker ausgelassen. Zum Song Pullover übernimmt ihr Lichtmann die Gitarre. Etwas ruhiger geht es dann beim Track 120 Sekunden zu. Hier wird die Akustikgitarre ausgepackt und das Publikum singt nahezu das ganze Lied. Natürlich darf auch ihr NDW-Cover Katharine, Katharine von Steinwolke nicht fehlen.

Auch hier singt nahezu jeder Fan im Saal lautstark mit. Es versuchen sich einige als Crowdsurfer, scheitern aber meist an der lockeren Fandichte. Die akustische Gitarre kommt dann auch noch einmal ganz am Ende zum Einsatz. Montreal sind in der Die Pumpe die erste Band, die ich erlebe, die ihr Set mitten im Publikum am FOH beendet. Dazu marschieren sie durch die Menge nach hinten, klatschen Freunde und Fans ab. Nach dem Song Mein Korn geht es schnurstracks an den Merchstand. Das trifft natürlich bei den Fans offene Wünsche und das kleine Seitenschiff ist im Nu überfüllt.
Vinyl und Setliste signieren lassen, Pfandbecher abgeben und schwups, steht man nach einem sehr unterhaltsamen Abend wieder in der norddeutschen Kälte. Solche unterhaltsamen Abende begründen das Clubleben!
Ein Dank geht noch raus an Carlos von der Pumpe, der meinen kurzfristigen Einsatz möglich gemacht hat.











