Amaranthe – Manifest

Kurzer Ausflug und doch wieder nach Holland an die See

Artist: Amaranthe

Herkunft: Schweden

Album: Manifest

Spiellänge: 40:19 Minuten

Genre: Melodic Metal, Pop Metal, Power Metal

Release: 02.10.2020

Label: Nuclear Blast Records

Link: https://amaranthe.se

Bandmitglieder:

Gesang – Elize Ryd
Gesang – Henrik „G66“ Englund Wilhelmsson
Gesang – Nils Molin
Gitarre & Keyboard – Olof Mörck
Bassgitarre – Johan Andreassen
Schlagzeug – Morten Lowe Sorensen

Trackliste:

  1. Fearless
  2. Make It Better
  3. Scream My Name
  4. Viral
  5. Adrenaline
  6. Strong
  7. The Game
  8. Crystalline
  9. Archangel
  10. BOOM!1
  11. Die And Wake Up
  12. Do Or Die

Von Amaranthe kann man viel behaupten, doch dass sie keine eingängige Musik produzieren würden, gehört keinesfalls dazu. Nachdem wir bereits in den Jahren 2016 und 2018 eine Rezension zu den jeweiligen Alben veröffentlichen konnten, ist es heute natürlich fast schon obligatorisch, dass wir uns das 2020er Release zu Gemüte führen. Mit Helix hat man bündig an Maximalism anschließen können. Ob das mit Manifest noch mal klappt, das werdet ihr in Kürze erfahren.

Die aus meiner Sicht als perfekte Einstiegsdroge in den melodischen Metal gehandelte Truppe, hat nach den ersten fünf Platten mit Spinefarm Records nun einen Vertrag mit der Donzdorfer Plattenfirma Nuclear Blast Records unterschrieben. Eigentlich kein schlechter Zug und für das Label eine sichere Sache. Denn dass man Massen zu bewegen weiß, das hat man bereits mit der ersten Single Hunger im Jahr 2011 bewiesen.

So jetzt aber genug zur Vorgeschichte und rein ins Album:

Mit Fearless starten die Schweden typisch atmosphärisch, um relativ schnell auf den Punkt zu kommen. Synthesizer-/ Keyboardsounds à la Sabaton mischen sich in ein Gerüst aus Melodic Metal und klarer Stimme. Die sehr poppigen Refrains ziehen sich wie ein roter Faden durch das Album. Mal darf ein wenig geshoutet werden, doch der Fokus liegt durchweg auf den beiden klaren Stimmen. Auch wenn ich sonst härtere Musik bevorzuge, ist es wieder so, dass ich mich selbst beim Kopfwackeln erwische. Die Gitarrenarbeit ist präzise und bei Weitem klarer als noch beim eher „roh“ wirkenden Helix.

Ordentlich gegrooved wird mit Make It Better und Adrenaline bringt dann einen waschechten Breakdown mit. Doch bleibt man sich und seinem Stil treu. Da, wo mir ein „na, mutig“ durch den Kopf geht, kommt kurz darauf ein Popchor, der alles wieder weichspült. Die Produktion ist gewohnt fett und vielleicht sogar ein My glatter als gewohnt. Von Mitsingsong geht es zu Mitsingsong – bis mit Boom!1 ein sehr hardcoriger Track den Singsang durchbricht. Jedoch schaffen es Amaranthe nicht ganz, den Song in seiner genialen Härte stehen zu lassen. Lustig ist, dass Elize Rye mit einem „Let Me Try – Boom“ ihre ersten Gehversuche im Shouting hinlegt. Dafür, dass sie sonst eher klar und hoch unterwegs ist, passt der kurze Versuch aber super ins Konzept.

Amaranthe – Manifest
Fazit
Da, wo man sich mit Boom!1 ein wenig aus der Komfortzone traut, sind hingegen die anderen Tracks eher Amaranthe Standard. Also serviert man neben dem allzeit beliebten Büffet diesmal ein paar Grüße aus der Küche, die ruhig als kompletter Zwischengang hätten serviert werden dürfen. Somit bleibt man sich treu, versucht Neues, traut sich aber nicht, es durchzuziehen. Ist das jetzt schlimm? Nein, denn ein Fan bekommt das, was er erwartet, und ich bin positiv beeindruckt, dass eine so poppige Band einen Ausflug in Richtung Metalcore/Hardcore wagt.

Anspieltipps: Boom!1, The Game und Adrenalin
Kai R.
7.5
Leser Bewertung1 Bewertung
8
7.5
Punkte
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