Annisokay – Fully Automatic Tour 2018 am 03.11.2018 in der Matrix in Bochum

“Es wurde heiß in der Matrix!“

Eventname: ANNISOKAY – Fully Automatic Tour 2018

Headliner: Annisokay

Vorband(s): I Set My Friends On Fire, A Thousand Suns, Rising Insane

Ort: Matrix, Bochum

Datum: 03.11.2018

Kosten: 18,00 € VVK

Genre: Metalcore, Post-Hardcore, Experimental, Funk

Veranstalter: Extra Tours

Link: https://www.facebook.com/annisokay/videos/270847146966566/

Setliste:

Annisokay:

  1. Coma Blue
  2. What’s Wrong
  3. Smile
  4. Thumbs Up Thumbs Down
  5. Carry Me Away
  6. Fully Automatic
  7. Good Stories
  8. Loud
  9. Gold
  10. Unaware
  11. Naked City
  12. Blind Lane
  13. Dominance
  14. Sea Of Trees

Zugabe:

  1. Monstercrazy
  2. Escalators
  3. Sky

In der Regel sieht für mich ein entspannter Samstagabend so aus: Couch, Freundin, Netflix und gutes Essen. Heute jedoch hat eine Handvoll Bands es geschafft, das gemütliche Wohnzimmerdomizil in die kultige Eventlocation in Bochum – Matrix – umzuwandeln. Dass es sich bei den Bands in erster Linie um Metalcore-lastige deutsche Vertreter handelt, ist dabei jedoch eigentlich eher Nebensache. Neben den Headlinern von Annisokay, dürfen in der Tube heute sowohl die Castrop-Rauxeler von Rising Insane, die aus Bremen stammenden Nintendo-Coreler von A Thousand Suns, als auch als der sogenannte Special Guest I Set My Friends On Fire zeigen, was sie können.

Die Anreise ist im Vergleich zu sonstigen Tagen heute eher entspannt. So kann man an einem Samstag, wirklich ohne Stau und sonstige Belästigungen, den Weg aus der Heimat in Richtung Ruhrgebiet bestreiten. Einzig die Baustelle vor der Matrix ist ein wenig lästig, wenn auch nicht wirklich hinderlich, denn trotz der Absperrung findet sich auf dem anschließenden Real-Parkplatz ohne Probleme eine Bleibe für das Fahrzeug. Kurz beim besagten Warenhaus mit Fokus auf Lebensmittel einen Zwischenstopp eingelegt, um den kleinen Hunger zu befriedigen. (Achtung, vor Ort gibt es nur einen Bäcker, nicht wie erhofft einen Dönerladen). Noch kurz die Verzehrkarte eingesammelt, geht es dann für uns direkt für einige Stunden in den Keller, in dem es heute sicher nicht nur laut, sondern auch warm werden wird.

Den Auftakt machen die Lokalmatadoren von A Thousand Suns, die trotz noch nicht ganz gefülltem Eventkeller, ein ordentliches Brett hinlegen. Doch auch wenn nur wenige die Texte der Band kennen, kann vor allem der Gesang überzeugen und die gelieferten Mitmachpassagen sorgen bereits dafür, dass die Gäste des heutigen Abends ihre Muskulatur auf Betriebstemperatur bringen.

Die Betriebstemperatur ist auch nötig, denn mit ihrem Song New Day bewaffnet sorgen Rising Insane für die ersten wirklichen Aktivitäten im Publikum. Wenn ein kleiner Moshpit (so groß kann der in der Martix ja kaum sein) und viele Mitmacher im Publikum zusammenkommen, dann kann das ja nur ein Grinsen ins Gesicht zaubern. Qualitativ fallen hier gerade extrem die Jungs an den Gitarren auf, die wirklich wissen, was sie tun. Persönlich wäre es perfekt gewesen, hätte man den Gesang von A Thousand Suns und die Gitarren von Rising Insane kombiniert, dann hätte das eine sehr interessante (fast schon perfekte Kombination gegeben).

In der nächsten Umbaupause zieht es uns an die Bar, die sich im vorderen Teil des Kellers befindet. Während auf der Bühne bereits die Soundchecks für die dritte Band (und Special Guest) I Set My Friends On Fire stattfinden, genießen wir bei normalen Preisen ein paar (natürlich alkoholfreie) Getränke. Kurze Zeit darauf dürfen die besagten Jungs aus Miami Florida die Bühne betreten. Ein wenig geschockt und mit ordentlich viel Humor ist einigen Gästen anzusehen, dass sie mit der eher experimentelleren Art der US-Amerikaner nicht so wirklich etwas anfangen können. Doch ein Großteil feiert mit, während einige die eben besagte Bar, besser gesagt, die dazu gehörende Preisliste ein wenig genauer studieren. Leider können I Set My Friends On Fire selbst mit ihrem Top-Song Things That Rhyme With Orange nicht wirklich überzeugen. Schade eigentlich, denn sie wurden ja sowohl auf allen Postern, als auch online als besonders angepriesen. So kommen hier fast nur die eigentlichen Fans auf ihre Kosten, während alle anderen dem Konzert den Rücken zudrehen.

Nach der letzten Umbaupause ist es nun endlich so weit, und mit dem Opener ihrer aktuellen Platte Arms (Coma Blue) eröffnen die Musiker aus Halle (Saale) die Bühne und begrüßen das nun vollzählige Publikum, welches wirklich in erster Linie für Annisokay die Halle des Bochumer Matrix nun fast vollständig füllt. Von meiner Position aus ist herrlich mit anzusehen, dass sowohl die Klassiker, als auch die aktuellen Songs des neuen Albums gefeiert werden. So bekommt die Band mit Moshpits und kleinen Wall Of Deaths als Dankeschön ein kleines Spektakel zurückgeboten. Das Schöne ist, dass die Jungs selbst dafür weder aufrufen, noch sonst wie animieren müssen – das Publikum weiß, wie das mit der Musik funktioniert.

Die Lichtshow ist für die Halle echt sehr gelungen und die LED-Steelen, die auf der Bühne verteilt sind, tauchen die Matrix in ein der Atmosphäre angepasstes Licht. Mit Songs wie What’s Wrong und Carry Me Away aber auch Blind Lane, Loud und Gold versucht man wohl nicht nur die Evergreens, sondern auch den einen oder anderen eher unbekannteren Song zu etablieren. Hier vor Ort würde ich sagen, dass das ohne große Probleme funktioniert und dass man mit dem siebzehn Song starken Set des Abends wirklich nichts vermissen würde, was die Band ausmacht.

So kann ich nach durchwachsenem Start (vor allem wegen des Special Guests) doch berichten, dass der Abend ein voller Erfolg gewesen ist und dass wir zufrieden den Heimweg wieder antreten konnten.

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