Carnal Forge – Gun To Mouth Salvation

Facettenreich und willensstark

Artist: Carnal Forge

Herkunft: Schweden

Album: Gun To Mouth Salvation

Spiellänge: 44:39 Minuten

Genre: Thrash Metal

Release: 25.01.2019

Label: ViciSolum Productions, Sound Pollution

Link: https://www.facebook.com/carnalforge/

Bandmitglieder:

Gesang – Tommie Wahlberg
Gitarre – Petri Kuusisto
Gitarre – Jari Kuusisto
Bassgitarre – Lars Lindén
Schlagzeug – Lawrence Dinamarca

Tracklist:

  1. Parasites
  2. Reforged
  3. Aftermath
  4. Endless War
  5. Bound In Flames
  6. King Chaos
  7. The Order
  8. Hellride
  9. State Of Pain
  10. Sin Feast Paradise
  11. The Stench

Um die Schweden Carnal Forge wurde es die letzten Monde immer stiller – man könnte schon sagen, die fünf Musiker sind in der Versenkung verschwunden. Seit dem letzten Langeisen Testify For My Victims aus dem Jahre 2007 wurde es immer ruhiger um die Thrash Metal Band, die zumindest mit den beiden Singles Blood War (2010) und When All Else Fails (2014) kleine Lebenszeichen sendete.

Wenn man auf das Ergebnis von Gun To Mouth Salvation blickt, ist diese Abstinenz absolut schade, denn der neue Silberling hat es zweifelsohne in sich. Die elf Stücke gehen stets ambitioniert vorwärts, streifen den melodischen Death Metal nur knapp und entpuppen sich als eine extreme Form des Thrash Metal mit geschickten wie auch feinen Melodien. Tommie Wahlberg ist bei seiner Gesangskunst schroff und setzt nicht auf typische „wir rotzen unsere Thrash Attitüde herunter“, sondern kann mit seiner Ausrichtung an frostige Black Metal Growls herankommen. Finster aber nie pechschwarz preschen sie bereits mit dem Opener Parasites los. Hinter der Schießbude schwingt Lawrence Dinamarca seine Sticks und hämmert diese aggressiv in die Becken und in die Drums und lässt trotzdem viel Platz für die beiden Gitarristen Petri Kuusisto und Jari Kuusisto, die gemeinsam einen großartigen Job machen. Ganz nach dem Motto „Totgeglaubte leben länger“, bleiben Carnal Forge in diesem Frühjahr ohne Probleme im Kopf. 08/15 Gepimmel bekommt man zum Glück gar nicht auf die Ohren, alles zündet, macht Laune und kesselt in den Ohren. Da, wo andere Undergroundkapellen am Konzept bereits scheitern und ängstlich ausgetretene Wege ihr eigen nennen, wissen die Skandinavier genau, was sie wollen. Schöne Breaks wie bei Reforged legen prägnante Refrains offen. Hell fucking jeha bleibt einem bei Gun To Mouth Salvation nur laut zu brüllen. Carnal Forge sorgen damit für eine faustdicke Überraschung, ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Ergebnis so zu erwarten war. Zwischen den Stücken kaum Pausen, unnötiges Herunterschalten kommt nicht infrage und das Gaspedal wird bis zum Bodenblech durchgetreten. Mittendrin Tommie Wahlberg, der am Mikrofon zu hundert Prozent überzeugen kann und das auf seinem Debüt! Als wäre er schon immer dabei gewesen, führt er seine Jungs in die Schlacht, die man mit dieser Performance nur gewinnen kann. Schnörkellos, zielführend und trotzdem auf eine Weise verspielt, möchte man Gun To Mouth Salvation zum Leidwesen seiner Nachbarn endlos laut aufdrehen. Wichtig ist mir immer das Niveau zwischen den Stücken – ein bis zwei Highlights sind immer nett, aber kann das Studioalbum auch in der breiten Aufstellung der elf Kompositionen überzeugen? In diesem Fall schaffen sie beides: Bei den Höhepunkten kann man eben Reforged oder King Chaos nennen, die zwar auffallen, aber keinen abriss zu den anderen aufzeigen.

Fazit
Mit Carnal Forge bekommt man in diesem Jahr ordentlich was auf die Ohren. Deutscher Qualitäts Thrash Metal küsst, im wahrsten Sinne des Wortes, den Melodischen Death Metal Exportschlager aus dem hohen Norden. Bei Gun To Mouth Salvation wurde viel investiert und das Resultat spricht für die Schweden, die ein gelungenes Comeback feiern. Reinhören ist Pflicht!

Anspieltipps: Reforged und King Chaos 
René W.9
Leser Bewertung0 Bewertungen0
9
Punkte

Kommentare

Kommentare

Weitere Beiträge
The Trigger – The Time Of Miracles