Comeback Kid in Oldenburg am 16.08.2011

Bands: Comeback Kid, Devil In Me, Blood Command und Living With Lions

Location: Amadeus in Oldenburg

Homepage: www.ah-entertainment.de

Datum: 16.08.2011

Kosten: VVK: 14 Euro, AK: 17 Euro

Besucher: 220

Nach dem Party.San-Wochenende steht für mich heute das nächste Event vor der Tür, was mich – wie bereits vor zwei Wochen – in das Norddeutsche Oldenburg ins Amadeus führt. Heute gibt es mal keinen Death Metal auf die Ohren, sondern das Amadeus wird auf Hardcore-Tauglichkeit überprüft. Gleich vier Bands stehen heute auf dem Programm: die Combo Comeback Kid + drei Support-Bands, die allen Besuchern vorher kräftig einheizen sollen.

Den Anfang machen Blood Command, die als einzige Combo mit Sängerin Silje Tombre auftreten. Als die ersten Töne erklingen, füllt sich allmählich die Location, doch für die Norweger scheinen sich die wenigsten zu interessieren. So bleibt der Bereich vor der Bühne spärlich besetzt und der große Teil der Konzertbesucher macht es sich an den Theken gemütlich oder schlürft in der abendlichen Sommersonne vor dem Amadeus gemütlich ein Bier. Musikalisch hingegen macht die Gruppe einen soliden Eindruck und kommt bei ihrer Performance schon gewaltig in Schwitzen. Silje Tombre ist gesanglich sehr vielseitig. Auch wenn sie nicht immer jeden Ton trifft, macht sie einen ansprechenden Job, der sich in das Gesamtbild der Band gut einreihen kann.

Als nächstes dürfen sich Devil In Me, denen schon deutlich mehr Interesse entgegengebracht wird als den Vorgängern Blood Command, beweisen. Die Portugiesen um Frontmann Poli beginnen recht kraftvoll und stören sich sichtlich an der Bühnenabsperrung. Wild gestikulierend versuchen sie die Besucher näher an die zu Bühne zu bringen, was ihnen stückweise auch gelingt. Im Takt schwenkend steht so etwa ein Dutzend Leute auf der Tanzfläche und lässt die harten Riffs mit fiesen Breaks auf sich herniederballern. Devil In Me machen keine schlechte Figur, sind aber leider nur eine durchschnittliche Hardcore-Gruppe, die mit keinen individuellen Fähigkeiten punkten kann. Die Live-Performance ist dennoch sehr amtlich vor allem schweißtreibend.

Der Abend wird später – bei der Umbaupause zu Living With Lions wird schon sichtbar, dass bereits mehr Musikliebhaber den Weg in die Location gefunden haben. So können die Punk Rocker von Living With Lions aus Vancouver vor gut gefüllten Rängen spielen. Je länger die Kanadier spielen, desto mehr Bewegung ist zu verzeichnen – zwar noch keine Mega Party, aber schon gut Schwung in der Hütte. Das merken Living With Lions, die versuchen, sich besonders Publikum nah zu präsentieren, auch. Ein Vorteil für die Publikumsnähe ist die Tatsache, dass die Bühnenabsperrung kurz vor dem Auftriff von Living With Lions einfach mal beiseite geschoben wurde. Endlich entsteht ein Feeling, was man so am Amadeus in Oldeburg liebt: eine handbreit neben der Band zu feiern und den Bandmitgliedern gegenüber zu stehen.

Die Support-Bands haben ihren Job erfüllt, das Publikum ist in Feierstimmung und die Tanzfläche wurde zum Kochen gebracht: beste Voraussetzungen für die Headliner Comeback Kid, die ihre Headliner-Position eindrucksvoll untermauern. Direkt beim erster Riff ist die Masse außer Rand und Band. Knapp 220 Menschen feiern den knallharten Hardcore in Oldenburg. Publikumsmagnet Andrew Neufeld hat alles gleich im Griff – zu Beginn bekommt er sogar von den ersten Crowdsurfern Besuch auf der Bühne. Genau dieses Feeling lieben Comeback Kid. Sichtlich gut gelaunt wird die Hardcore-Kelle ausgepackt und keiner steht mehr still. Wild drücken sich die Körper an die Bühne, um der Band ganz nah zu sein. Stagediver und Crowdsurfer, die von der aufgeheizten Meute getragen werden, dominieren das Geschehen. Besser könnte die Stimmung nicht sein. Eine so energiegeladene Show hat Oldenburg lange nicht mehr gesehen! Der Circle-Pit um den in der Mitte der Tanzfläche stehenden Pfeiler stellt den Höhepunkt der körperbetonten Show dar.

Wie der Death Metal schlägt auch der Hardcore wie ein Bombe in Oldenburg ein. Die Norddeutsche Stadt Oldenburg entwickelt sich dank Ah-Entertainment immer mehr zur Metropole der harten Klänge, die auch Besucher aus dem Umland zu den Events zieht. Nach der langen Durststrecke in der Region ist die Lust auf Live-Events förmlich zu spüren und so dürfen wir uns auf die nächsten tollen Events freuen!

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