Bands: Diabolical, Devariem, Left Hand Path

Location: Bambi Galore Hamburg/Billstedt

Homepage: http://www.bambigalore.de/index.html

Datum: 17.09.2011

Kosten: VVK: 8 Euro, AK: 10 Euro

Besucher: ca. 60 -70

Das Bambi Galore in Billstedt ist definitiv ein Geheimtipp. Diese Location ist etwas versteckt, bietet aber den Bands und auch den Zuschauern einen gemütlichen Ort zum Verweilen. Mit Balken aus Beton als Trennungslinie wirkt der Raum wie ein Gewölbe, aber nicht dunkel oder erdrückend. Eine schön geschnittene Bar lädt zum Bierchentrinken ein und genauso sympathisch ist das ganze Team. Man fühlt sich direkt wohl und die Bühne liefert ausreichend Platz für Equipment und Bewegungsfreiheit. So kann es also losgehen. Ein buntes Programm erwartet die Besucher. Dennoch steht der Abend natürlich im Zeichen von Diabolical, die ihre Tour gerade gestartet haben. Aber auch die anderen beiden Acts sollte man sich unbedingt ansehen: Oldschool Death Metal aus Ostfriesland und dazu harter Thrash aus Lübeck heizen den Leuten ordentlich ein.

Den Opener gestaltet die ostfriesische Kombo Left Hand Path um Frontmann Michael. Zuerst fällt auf, dass nur vier Member auf der Bühne stehen und der Bassist fehlt. Laut Ansage ist dieser in Ostfriesland geblieben und so muss das heutige Konzert ohne ihn stattfinden. Oldschool Death Metal hat sich die Band auf die Fahnen geschrieben und bringt die Zuschauerschar schon mal kräftig in Wallung. Die brachiale Stimme des Sängers dröhnt tief und aggressiv durch die Boxen und verbreitet eine energiegeladene Atmosphäre. Die harten Riffs werden vom kraftvollen Schlagzeug unterstützt und wechseln Tempo und Melodie. Viel Power steckt in allen Tracks und so variiert auch die Stimme vom dunklen Growl zum hohem Scream. Die Zuschauer sind vom Auftreten der Band sowie dem Humor in den Ansagen begeistert und applaudieren lautstark. Die Musik von Left Hand Path ist sicher nichts für schwache Nerven, denn es geht die ganze Zeit rasant mit Vollgas nach vorn. Up Tempo-Nummern werden vorrangig gespielt und es gibt nur kleine Pausen, in denen es ruhiger wird. Auch ohne Bassisten ist der Spielspaß im Vordergrund und so lässt es sich Sänger Michael nicht nehmen, die kleine Stufe zum Publikum zu überwinden und einfach mit den Fans zu bangen. Bekannte Songs wie Revenge oder auch Diary Of An Unborn Child werden mit Leidenschaft und Engagement vorgetragen und vom Publikum sehr gut aufgenommen. Die Spannung auf der Bühne ist spürbar und wird mit jedem weiteren Stück erneut angefacht. Nach 45 Minuten verklingt der letzte Ton und Left Hand Path gehen zufrieden und völlig ausgepowert von der Bühne.

Die Stimmung im Konzertsaal nach dem Auftritt ist ausgelassen. Es hat etwas Familiäres, da sich auch die Bandmitglieder unter das Volk mischen und sich den Fragen der Zuschauer stellen. Es wird gelacht und getrunken und so herrscht trotz böser, dunkler Musik eine positive und fröhliche Stimmung.

Die Thrash Metaller kommen mit der nächsten Band auf ihre Kosten. Devariem aus Lübeck wollen ihre brutale Musik den Fans nahebringen. Etwas zurückhaltend sind sie, als sie der ersten Band lauschen, doch sobald das Quintett die Bühne betritt, fällt die Scheu ab und sie gehen vollkommen in ihren Songs auf. Dieser Eindruck ist auch enorm bei Sänger Alex zu merken, der sich auf der Stage sichtlich wohl fühlt und mit aggressiver Shout-Stimme sowie mit Headbangen und taktfolgendem Stiefelauftreten die Zuschauer begeistern kann. Bühnenpräsenz ist hier also in hohem Ausmaß zu finden. Spielerisch preschen sie voran und die virtuosen Riffs fliegen in die Ohren des Publikums. Die perfekten Soli lockern jeden Song auf und geben die entscheidende letzte Note. Die Stimmung kocht und die Band schwitzt aufgrund der starken Scheinwerfer. Es ist sehr warm in der Location und das merken natürlich die Musiker wesentlich stärker. Das Repertoire der Lübecker Jungs beinhaltet harten, brutalenThrash mit ruhigen Headbang-Passagen. Abwechslung und Kreativität bringen hierbei Lebendigkeit. Ein Song zum Mitgrölen ist Pain Train, der auch der Eröffnungssong ihrer gerade erschienenen EP ist und wie eine Dampflok durch das Publikum rast. Gerade hier wird man einfach in den Bann von Devariem gezogen und geht komplett in ihrem Werk auf. Die kurzen Ansagen lassen die Aggression nicht abreißen und so ist die Brutalität im Raum spürbar, indem gepogt sowie gemosht wird was das Zeug hält. Charakteristisch für ihre Definition von Thrash ist, dass kein Song identisch klingt und dennoch immer ihr Stil zu erkennen ist. Das kraftvolle Shouten ist unverwechselbar und bei jedem Auftritt kann man den Wahnsinn in den Augen des Sängers sehen. Er verinnerlicht seine Songs und kann mit Leidenschaft seine Emotionen hinauslassen. Das Herzblut aller Mitglieder vereint sich in ihren einzigartigen Werken und schafft einen explosiven Auftritt, der einfach nur einschlägt. Suicide zeigt das ganze Können der Band und ist einfach nur laut und gewaltig. Spielerisch wie stimmlich wird hier auf hohem Niveau gearbeitet und zur Hochform aufgelaufen. Eine temporeiche und kraftvolle Instrumentalisierung, die jeden Zuschauer zufrieden stellt und zum Mitmachen einlädt.

Nach diesem grandiosen Auftritt sieht man einige Leute zum Merchandise-Stand pilgern, um sich die EP zu kaufen. Selbst der Sänger von Diabolical hält stolz ein Exemplar in seine Händen. Das dürfte die Band mehr als zufrieden nach Hause fahren lassen und sie können sich sicher sein, wieder neue Fans gewonnen zu haben.

Nach kurzer Umbaupause geht es auch schon mit dem Hauptact los. Diabolical sind keine Unbekannten in der Metal-Szene, da sie schon einige Veröffentlichungen vorweisen können. Viele Zuschauer sind nur wegen den Schweden gekommen. Harter Death/Thrash Metal steht jetzt auf dem Programm. Zusätzlich kann man die Cover ihrer Alben auf der Leinwand bewundern sobald ein Song erklingt. Somit gibt es nicht nur was für die Ohren sondern auch was für´s Auge. Zusätzlich wird auch ein Musikvideo eingespielt, welches hervorragend die Szenerie untermalt. Das Intro beginnt mit Soundeffekten, in die rasch die restlichen Rockinstrumente einsetzen und somit den ersten Song einläuten. Schnelle Riffs und das harte Schlagzeug sind vorrangig zu hören und auch zu spüren und geben den Grundtakt vor. Die Stimme des Frontmannes Sverker dröhnt dunkel durch die Boxen. Teilweise erhält er Unterstützung durch zwei weitere Member und so entsteht ein Stimmenspiel, welches sehr wohlklingend und angenehm erscheint. Die anfänglichen Soundeffekte sind den ganzen Song über zu hören und geben eine perfekte Hintergrundmelodie ab. Das Tempo ist hoch und die Wechsel sorgen für Abwechslung und Bewegung. Die Übergänge sind zeitweise fließend und so gibt es keinen Stimmungsabbruch. Lange instrumentale Passagen zeigen vielfach das perfekte Spiel. Die Schweden haben sichtlich Spaß auf der Bühne und animieren das Publikum zu mehr Bewegung, denn diese herrscht auch auf der Bühne. Selbst der Schlagzeuger Per kann seine lange Matte beim Trommeln schwingen. Aggressiv und brutal sind die Tracks, die viel Abwechslung bieten und auch nicht nur die laute, aggressive Seite der Band zeigen, sondern auch eine sanftere Facette. So wird auch ein ruhiger, melancholischer sowie melodischer Song geboten, der ruhig beginnt und sich schnell steigert. Instrumental sind Diabolical bombastisch und äußerst ideenreich. Diese Impression wird genau hier unter Beweis gestellt. Ein besonderes Highlight erwartet die Besucher mit Wolves. Dieser Song wird hier zum ersten Mal live performt und kommt wirklich gut an. Sehr dunkel, aber dennoch melodisch erklingen die anfänglichen Töne. Hohe Screams und tiefe Growls wechseln sich ab und ergeben ein großartiges Klangerlebnis. Auch hier wird auf die Mehrstimmigkeit und die perfekte Umsetzung geachtet. Das hohe Solo unterbricht den Fluss und wird nochmal besonders in Szene gesetzt. Kurze Stopps lockern den Song auf und Soundeffekte beschließen ihn. Nach einer guten Stunde geballter Power ist das Konzert leider schon vorbei.

Fazit: Der Abend ist mehr als gelungen und auch die musikalische Auswahl ist richtig getroffen. Das Publikum hat es sich nicht nehmen lassen, seiner Freude Ausdruck zu verleihen und hat ordentlich Stimmung gemacht. Ebenso war die musikalische Darbietung ein voller Erfolg und man hat den Musikern die Spielfreude angemerkt. Ein Abend in Harmonie und entspannter Atmosphäre, der nicht zuletzt Dank der Location derat gelungen ist. Wer kann, sollte das Bambi Galore auf jeden Fall mehr als nur einmal besuchen und sich von den sympathischen Menschen mitreißen lassen.

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