Enemy Awake – Fallen World

Elchtod, HM2-Sound und ein Peruaner

Artist: Enemy Awake

Herkunft: Schweden

Album: Fallen World

Spiellänge: 34:09 Minuten

Genre: Melodic Death Metal

Release: 14.02.2021

Label: Eigenproduktion

Link: https://enemyawake.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Rebecca Hohn
Gitarre – Ivan Castro

Tracklist:

  1. Fallen World
  2. Hate
  3. Cryonation
  4. The Vampire
  5. The Visitor
  6. Dead Soul
  7. Devil Inside
  8. No More

Im Jahre 2017 gründete der Gitarrist Ivan Castro die Band Enemy Inside, nannte diese 2018 in Enemy Awake um und suchte sich eine Sängerin. Zusammen nahm man drei Singles auf und brachte das Debüt namens The Enemy heraus. Im Jahre 2020 fand ein Austausch bezüglich der Sängerin statt und 2021 wurden wieder drei Singles herausgebracht – nun folgt Album Nummer zwei.

Herr Castro war zuvor in keiner schwedischen Band aktiv, wenn ich es richtig überblicke. Dieses kann in der Tatsache begründet sein, dass er grundsätzlich aus Peru stammt und nach Schweden ausgewandert ist. Im Grunde spielt das Ganze ja auch keine Rolle, denn es geht wie immer um die Musik. Nicht mehr und nicht weniger.

Die Gitarren wurden von ihm selber eingespielt, die Drums stammen von der Maschine und Frau Holm hat die Vocals übernommen. Um einen typischen Schwedensound der Neunziger zu erlangen, haben sie den Spaß bei Tomas Skogsberg aufgenommen und mischen lassen. Das Sunlight Studio muss man ja keinem mehr vorstellen. Paul Lavigne hat das Material dann in UK gemastert.

Los geht es mit Fallen World. Nach ein paar Sekunden fühlt man sich an Iron Maiden erinnert, nur mit tiefer gestimmten Gitarren und tiefem Gesang. Dann folgt aber eine Melodie und wieder der Anfangspart, der dann doch ein wenig anders vorgetragen wird. Midtempo ist angesagt und den Spaß kann man durchaus als melodischen Death Metal bezeichnen. Das Tempo wird noch einmal verschleppt und ein melodisches Solo erfolgt. Es erfolgt ein ziemlich cooler, langsamer Part, der mit einer Melodie kombiniert wird. Celtic Frost kommen mir da in den Sinn. Die Produktion hätte auf jeden Fall etwas kraftvoller sein können, aber der HM2-Gitarrensound ist gut zu hören. Der melodische Teil überwiegt und das kommt eigentlich ganz gut, aber so richtig umgehauen hat mich der Song jetzt nicht.

Hate kommt mit quietschenden Türen und bösem Beschwörungsgeschwafel. Ein langsames Riff setzt ein, die Drums begleiten die düstere Geschichte. Hm, gefällt mir schon besser. Gutes Riffing, aggressiv, trotzdem bangkompatibel. So schleppt man sich von Sekunde zu Sekunde und groovt durch das Gebälk. Es wird gegrowlt und dunkel gescreamt. Das Riffing ändert sich, das Tempo bleibt gleich und auch das Drumming ändert sich kaum. Hm, irgendwie schockt der Song wohl. Der Sound ist auch viel besser als beim Opener oder man hat sich so langsam daran gewöhnt. Es passiert eigentlich nicht viel, aber trotzdem macht der Laune.

Cryonation kommt im Midtempo, mit einem melodischen Lead und wechselt dann in einen melodischen Part. Die Doublebass unterstützt den Part und es werden Erinnerungen an Amon Amarth wach. Im Midtempo kämpft man  sich durch den Song, verwendet ganz geile Riffs und die Stimme betont den melodischen Part. Ja, nichts Besonderes, kommt aber ganz gut. Vor allem das Solo mit der durchgehenden Doublebass im Gepäck. Das Album nimmt langsam Fahrt auf.

Kirchenglocken und Regen tropft auf die Erde. Schon sehr oft gehört, aber immer wieder gerne mit eingebaut und mal ehrlich, das ist doch auch geil. Als Intro kann ich es immer wieder hören. The Vampire bietet das gerade geschriebene Szenario und geht dann in einen langsamen Death Metal über, der druckvoll und atmosphärisch klingt. Leider ziehen sich die Parts sehr, sodass ein wenig Abwechslung besser gewesen wäre. Nach 3:15 hört man nur die Drums und dann setzt ein melodisches Solo ein. Danach geht es wieder in den alten Rhythmus. Ein richtig schneller Part wäre geil gewesen.

Diesen verwenden sie dann bei The Visitor und bringen damit totale Abwechslung in die Geschichte. Im feinsten Uptempo überfällt man den Zuhörer. Nach sechzig Sekunden dann der Wechsel in eine melodische Geschichte, bis man dann wieder den Old School Knüppel rausholt, das Uptempo durchzieht und danach wieder in den melodischen Part wechselt. Solo muss sein, folgt dann auch und wieder in das Uptempo. Ihr kennt das Spielchen.

Die drei Songs Dead Soul, Devil Inside und No More reihen sich nahtlos ein. Bei No More legt man wieder sehr rockig los und erinnert ein wenig an die Death ’n‘ Roll Phase von Entombed. Hier bietet man einen Refrain an, der gut mitzugrölen ist. Sicherlich live eine runde Sache.

War ich vom ersten Song eher nicht so begeistert, muss ich sagen, dass das Album ordentlich Fahrt aufnimmt und mich dann doch überwiegend überzeugen kann. Die Grundbasis ist melodischer Death Metal. Hinzu kommen thrashige Elemente und Anleihen aus dem Doom Sektor. Irgendwie breit aufgestellt und diese Aufstellung sinnvoll genutzt.

Enemy Awake – Fallen World
Fazit
Enemy Awake - das Duo aus Schweden bietet melodischen Death Metal mit thrashigen und doomigen Parts, HM2-Sound und guter Abwechslung. Es sitzt noch nicht alles und die Produktion klingt ein wenig wie im Homeoffice erstellt. Skogsberg hat das Zeug dann noch einmal gemischt und das beste, sprich nach Schweden Klingende, rausgeholt. Aber ansonsten macht das Zeug echt Laune.

Anspieltipps: Cryonation und The Visitor
Michael E.
7.1
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