„Progressive Techniker aus Frankreich“

Artist: Gorod

Herkunft: Bordeaux / Frankreich

Album: Æthra

Spiellänge: 44:03 Minuten

Genre: Progressive Technical Death Metal

Release: 19.10.2018

Label: Overpowered Records

Link: https://www.overpoweredrecords.com/fr/search?controller=search&orderby=position&orderway=desc&search_query=gorod&submit_search=

Bandmitglieder:

Bass – Benoit Claus
Gitarre – Mathieu Pascal
Gitatte – Nicolas Alberny
Gesang – Julien “Nutz” Deyres
Schlagzeug – Karol Diers

Tracklist:

  1. Wolfsmond
  2. Bekthen’s Curse
  3. Aethra
  4. The Sentry
  5. Hina
  6. And The Moon Turned Black
  7. Chandra And The Maiden
  8. Goddess Of Dirt
  9. Inexorable
  10. A Light Unseen

Das neueste Werk der französischen Progressive / Technical Death Metal Band Gorod nennt sich Æthra. Erschienen ist es bei Overpowered Records, die den Longplayer als CD und als schwarzes Vinyl vertreiben. Æthra ist bereits das sechste Album der Band.

Gorod werden oft mit der deutschen Progressive Technical Death Institution Obscura verglichen. Ok, ein Vergleich sei gestattet. Es handelt sich jedoch nicht um eine Kopie, dafür sind die Franzosen dann doch zu eigenständig. Und schließlich sind sie auch schon fast so lange wie Obscura im Musikbusiness unterwegs.

2018 hat mich bisher im Progressive Technical Death Metal das neue Werk Where Owls Know Your Name von Rivers Of Nihil am meisten fasziniert. Jetzt kommen Gorod mit ihrer Veröffentlichung Æthra und machen dem Ding doch Konkurrenz. Vielleicht stehen Rivers Of Nihil mit ihrem Album Where Owls Know Your Name noch an vorderster Stelle. Gorod kratzen mit ihrem neuen Album jedoch schon gewaltig am Thron.

Auf jeden Fall kam man zu Æthra jetzt schon sagen: Die Eulen werden den Namen dieses Albums auch wissen.

Faszinierend die Fingerfertigkeit des Gitarristen bei den Leadläufen, während brutale Death Metal Riffs die Grundsequenz halten. Das eine oder andere Stück ist sicherlich ein wenig mehr Technical Death Metal, jedoch finden sich auf dem Album genügend Progressiv Metal Ansätze. Zudem nehmen einzelne Songs in sich einen anderen Verlauf, als man ihn erwarten könnte.

Kann eventuell noch der Opener Wolfsmond uns hinter das Mondlicht führen? Mit welch einem facettenreichen Album wir es hier zu tun haben, weiß man spätestens nach dem Titel Bekthen’s Curse, welchen Kurs dieses Album aufnimmt. Dieser hat ein paar Behemoth Anleihen. Wenn man jetzt denkt, es geht mit Black / Death Metal weiter, täuscht man sich. Bereits gegen Ende hin nimmt der Song wieder eine andere Richtung.

Der Titeltrack Æthra enthält eine Menge Anleihen von Postrock. So werden wir bei den weiteren Songs ein Wechselbad der Gefühle erleben.

Den progressiven Ansatz unterstreichen sehr oft die clean Voices, die den harsh Voices ab und an entgegenstehen. Der Gesang von Julien “Nutz” Deyres ist sehr wandlungs- und wechselfähig. Da kann ich mich gar nicht entscheiden, was mir besser gefällt. Er beherrscht auf jeden Fall beides, wobei die harsh Voices die am meisten eingesetzten Voices sind. Ja klar, muss auch so sein, denn wir befinden uns schließlich immer noch in einer Form des Death Metal, auch wenn noch die Attribute technical und progressiv dazukommen. Außerdem schafft es Julien “Nutz” Deyres noch seine kratzigen clean Voices harsh klingen zu lassen.

Bei solch einem tollen Progressiv Technical Death Metal Album fällt es recht schwer, den einen oder anderen Song hervorzuheben.

Einige der Songs könnten von ihren irren Wechseln her aus meiner Sicht durchaus anderen Genres zugeordnet werden. Die Grenzen des (Technical) Death Metal werden hier praktisch gesprengt. Noise, Post Rock und sogar (Jazz) Avantgarde werden zumindest angetestet, wenn nicht gar übertreten. Jetzt hebe ich dann doch noch einen Song hervor. Hört euch einmal den Song Chandra And The Maiden an, dann wisst ihr, was ich meine.

Gorod - Æthra
Fazit: Gorod legen mit Æthra ein Album hin, welches aufzeigt, wie man mit dem Einsatz verschiedener Stilmittel die engen Grenzen unterschiedlicher Genres mit Leichtigkeit überschreiten kann, aber trotzdem noch ein zuordnungsbares Gesamtwerk erhält. Entstanden ist dabei Progressiv Technical Death Metal auf allerhöchstem Niveau. Gerade die progressiven Elemente machen die Platte so spannend! Trotz des hohen Tempos und einem gewissen Maß an Disharmonie bleibt das Album für mich beruhigend und entspannend. Es mag jedoch sein, dass der eine oder andere Hörer dies anders empfindet, was ich ebenfalls verstehen kann. Auf jeden Fall ist Æthra ein Top Album von Gorod.

Anspieltipps: Bekthen's Curse, Chandra And The Maiden, Inexorable
Juergen S.9.4
9.4Gesamtwertung
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