Darktribe – Forgotten Reveries

21.11.2025 – Symphonic Metal, Power Metal, Melodic Metal – Scarlet Records - 51:50 Minuten

Aus dem schönen Nizza von der Mittelmeerküste kommen Darktribe und veröffentlichen 2025 ihre vierte LP via Scarlet Records aus Mailand (Milano). Sich selbst geben die Protagonisten das Etikett progressiv. Nach dem Genuss von Forgotten Reveries wäre der Begriff Etikettenschwindel zu hart, aber die progressiven Elemente sind nahezu mit der Lupe zu suchen.

Forgotten Reveries agiert auf ausgetretenen Pfaden

Bei einer Band mit mehr als 20 Jahren Geschichte hält sich die Fluktuation innerhalb des Bandgefüges in Grenzen. Kern von Darktribe sind Sänger Anthony Agnello und Bassist Bruno Caprani, die die Band ursprünglich mitgegründet haben. Die Vocals von Agnello tendieren in Richtung Höhenlagen, ähnlich wie bei den modernen Power-Metallern Beast In Black oder Bloodbound. Auch für das neue Material bietet sich der Vergleich zu den bekannten neuen Power-Metal-Bands an. Viel Melodie, reichlich Keyboard, die Gitarrenarbeit im Hintergrund und immer leicht bekömmlich. Ohne Ecken und Kanten kommen die ersten Sachen wie I Walk Alone und The Fallen World rüber und von der angekündigten Progressivität ist keine Spur zu finden. Selbst Laufzeiten von knapp sechs Minuten mit gelegentlichen progressiven Nuancen bieten kaum große Anhaltspunkte für eine stärkere stilistische Handschrift, die nicht bereits von diversen anderen Bands angeboten wird.

Das Klavierintro zu Sicilian Danza weckt anfänglich die Hoffnung auf einen Richtungswechsel. Der Schein trügt, spätestens mit dem einsetzenden Gesang geht es im bereits bekannten melodischen Takt weiter. Wer es richtig rund und fröhlich haben möchte, springt zu Ghost Memories, etwas düsterer, aber genauso rund kommt Eden And Eclipse daher.

Auch das weitere Material setzt so gut wie keine Akzente, die dafür sorgen, dass die Hörerschaft die Ohren spitzt. Moderne Keyboardtöne, der bekannte Gesang, aber ohne die hervorstechende Melodie oder einen Chorus, der sich im Gehörgang festsetzt. Zum Ende der Platte gibt es mit Morning Of Fear und dem balladesken Son Of Illusion zwei Stücke mit einer Laufzeit um die sechs Minuten. Grundsätzlich ändern auch die beiden Dinger nichts an der Ausrichtung. Es kommt aber sowas wie ein progressiver Versuch um die Ecke, der aber durch Melodie und Keyboard im Keim erstickt wird.

Wer eine Kostprobe mag, der kann das Album jederzeit auf Bandcamp anhören.

Hier geht es für weitere Informationen zu DarktribeForgotten Reveries in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Darktribe – Forgotten Reveries
Fazit zu Forgotten Reveries
Darktribe haben durchaus ein Händchen für Melodien. Die Stücke an sich schmückt das Quartett aber primär mit dem Gesang von Agnello und dem Keyboard. Anstatt der Platte eine eigene Handschrift zu verpassen, fühlt sich Forgotten Reveries wie ein Gemisch aus Bloodbound, Beast In Black und Edenbridge an. Es stellt sich die Frage, wofür Darktribe eigentlich stehen und welche Trademarks die LP liefern soll. Unterm Strich ist das Material eine von vielen monatlichen Veröffentlichungen, die in der Masse untergeht und in den musikalischen Archiven verschwindet.

Besonders negativ sticht ein Nachsatz auf der Bandcamp-Seite vom Label Scarlet Records hervor. Für Fans von Symphony X, Dream Theater, Pain Of Salvation, Haken, Leprous. Klar, aber nur für die Leute, für die Sabaton genauso klingen wie Black Sabbath oder Motörhead.

Anspieltipps: Ghost Memories und Son Of Illusion
Franziska W.
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