Helloween am 22.12.2018 in der Alsterdorfer Sporthalle, Hamburg

“Tourabschluss der Kürbisköpfe!“

Eventname: Pumpkins United World Tour 2017/2018

Headliner: Helloween

Ort: Hamburger Sporthalle

Datum: 22.12.2018

Kosten: 45,30 € VVK,  47,00 € AK

Genre: Heavy Metal

Besucher: 5500

Setlist:

  1. Intro (We Love To Entertain You)
  2. Halloween
  3. Dr. Stein
  4. Intermission (Seth & Doc)
  5. I’m Alive
  6. If I Could Fly
  7. Are You Metal
  8. Intermission (Seth & Doc)
  9. March Of Time
  10. Intermission (Seth & Doc)
  11. Perfect Gentleman
  12. Intermission (Seth & Doc)
  13. Starlight/Ride The Sky/Judas
  14. Heavy Metal (Is The Law)
  15. A Tale That Wasn’t Right
  16. Intermission (Seth & Doc)
  17. Pumpkins United
  18. Intermission (Seth & Doc)
  19. Drum Solo
  20. Ingo Tribute
  21. Livin’ Ain’t No Crime
  22. A Little Time
  23. Intermission (Seth & Doc)
  24. Waiting For The Thunder
  25. Sole Survivor
  26. Intermission (Seth & Doc)
  27. Power
  28. Hoy Many Tears

Encore 1:

  1. Eagle Fly Free
  2. Intermission (Seth & Doc)
  3. Keeper Of The Seven Keys

Encore 2

  1. Intermission (Seth & Doc)
  2. Guitar Solo
  3. Future World
  4. I Want Out
  5. Outro (For The Love Of A Princess)[/cbtab][/cbtabs]

Hamburg am Abend zur besten Fernsehsendezeit. Tausende strömen zur Alsterdorfer Sporthalle, um den heutigen Tourabschluss der vereinigten Kürbisse zu sehen. So treibt es auch mich zwei Tage vor Heiligabend hierher. Ein Parkplatz ist schnell gefunden und auch die Akkreditierung hat reibungslos geklappt. Ich bin gut eine Stunde zu früh da, aber so kann ich mich noch mit Kollegen austauschen, die, wie ich, das Event protokollieren, fotografieren und dann natürlich auch darüber berichten. Auch der Merchstand wird aufgesucht, um zu schauen, wie die Preisgestaltung der gut gehenden Helloween Maschinerie aussieht. Das aktuelle Tourshirt schlägt mit 24 Euronen zu Buche und das ist ok.

Treffpunkt für uns Pressemenschen ist in der Nähe des VIP-Einganges und da kommen im Laufe der Zeit schon viel lokale Prominenz, Freunde und sonstige wichtige Menschen, die das hier und heute verfolgen wollen. Eine viertel Stunde vor Beginn werden wir Fotografen geschlossen hinter die Bühne geführt. Die Instruktion sagt, dass wir zwei Songs Zeit haben zum Fotografieren, aber laut Aussage des zuständigen Begleiters reicht das, denn die ersten beiden Songs dauern gute 24 Minuten.

Um 20:00 Uhr geht das Licht aus und es ertönt Robbie Williams We Love To Entertain You aus den Boxen. Hinter dem mit leuchtenden Kürbissen und Helloween Schriftzug bemalten Vorhang bereiten sich die Jungs auf den beginnenden Auftritt vor. Der fällt dann auch entsprechend lautstark begrüßt aus. Es geht gleich in die Vollen und mit Halloween von Keeper Of The Seven Keys Part 1 startet die gut dreistündige Sause. Dass es ein Heimspiel wird, ist sofort jedem klar. In der ersten Reihe wird jeder Ton mitgesungen. Michael Kiske und Andi Deries fangen gemeinsam an und erst im Verlauf des Sets wird auch mal Solo gesungen, je nach Schaffensphase. Durch die drei Gitarristen Kai Hansen, Michael Weikath und Sascha Gerstner wird eine Klangwand aufgebaut, die wie ein unüberwindlicher Wall vor der Bühne steht. Markus Grosskopf, sichtlich gut gelaunt und auch Daniel Löble sorgen derweil für das mächtige Rumpeln und den Beat, der dem ersten Song gut zu Gesicht steht. So ein langer Anfangssong ist mutig und zeugt vom Selbstbewusstsein der Truppe. Dr. Stein setzt nahtlos an, ist aber wesentlich kürzer. Erst danach verlassen die Fotografen den Graben und haben dann die Wahl zwischen direkt in die Halle, oder wieder hintenrum zurückgeführt zu werden. Die Ausrüstung darf am Mann bleiben mit dem Versprechen, keine weiteren Bilder zu machen. So suche ich mir einen Weg durch die Menge, um einen strategisch guten Punkt zu erwischen, um mir den Rest des Konzertes anzusehen. Dadurch verpasse ich die erste Sequenz der eingestreuten kleinen animierten Filmchen, die auf der großen Leinwand hinter der Bühne gezeigt werden. Doc und Seth, zwei Markenzeichen der Pumpkins, werden da immer wieder im Verlaufe des Konzerts gezeigt. Sie zaubern Hinweise aus einer Kiste hervor, die auf die folgenden Songs hindeuten. Eigentlich eine gute Idee, aber auf Dauer etwas nervig. Die Zeit brauchen wohl die Akteure, um sich neu aufzustellen.

Die nächsten drei Songs werden dann abwechselnd von Michael Kiske und Andi Deries gesungen. Dabei gefällt mit zunächst Michel Kiske etwas besser. Er kommt besser rüber, gerade bei den Songs der beiden Keeper. Auch hadert er nicht mit seinem Schicksal und gibt auch zu, dass er seit seiner ursprünglichen Zeit als Sänger doch so einiges zugelegt hat und das nicht nur stimmlich. Auch über sein nicht mehr vorhandenes langes Haupthaar, im Gegensatz zu Andi, wird ein Wort verloren. Nach I‘m Alive, If I Could Fly und Are You Metal kommt der nächste Einspieler. Inzwischen hab ich einen Platz auf der Tribüne ergattert und verfolge das Konzert von hier weiter. Auch Class Grenayde von Lord Of The Lost sitzt hier und verfolgt das Geschehen. Dabei wird er dann Zeuge, wie die Halle zusammen mit Michel Kiske lautstark March Of Time singen kann. Auch dieser Track ist vom Erfolgsalbum Keeper Of The Seven Keys, allerdings Part II. Sieht man sich die Setlist an, dann ist der Schwerpunkt ganz eindeutig auf diese Schaffensphase ausgelegt. Allein hiervon werden zehn Songs gespielt. Alle drei Gitarristen ergänzen sich derweil und so stehen oftmals alle drei auf dem Laufsteg und rennen dann spielend fast synchron zurück. Das sieht nach viel Üben und Spaß aus.

Nun kommt ein kurzes Intermezzo von der 94er Lord Of The Rings CD. Bei Perfect Gentleman kündigt dann Kiske den Gentleman Andi Deries an, der den Gentleman Kiske und dann allen anderen Gentlemen auf der Bühne ankündigt und so geht es dann harmonisch durch den Song. Immer wieder unterschiedliche Gitarrensoli, mal von Kai Hansen mal von Michael Weikat oder von Sascha Gerstner. Nach dem nächsten Einspieler ist dann auch noch Kai Hansen als Sänger dran. Der hat ja immerhin in den Anfangsphasen das Mikro sein eigen genannt und den Grundstein für den Erfolg gelegt. Leider wird dieser Zeit nur kurz gehuldigt und ein Medley mit Judas, Starlight, Ride The Sky und Heavy Metal Is The Law unter die Menge gebracht. Das kommt gut an und das Publikum feiert, als Kai seine markerschütternden Schreie bei Ride The Sky loslässt. Dann die einzige Ballade A Tale That Wasn’t Right. Sehr viele Handylampen lassen die Sporthalle leuchten. Das kommt gut an. Auf meinem Platz bemerke ich aber ab und an den nicht so optimalen Sound in dieser Halle. Das tut der gesamten Performance aber keinen Abbruch. Egal. Es folgt dann auch alsbald der neue Song Pumpkins United. Dieser neue Track passt gut ins Gefüge, ist aber insgesamt recht kurz gehalten. Nach einer kurzen weiteren Einspielung darf dann ein ausgiebiges Drumsolo nicht fehlen. Auf der Leinwand wird der viel zu früh verstorbene Ingo Schwichtenberg in Aktion gezeigt und dazu spielt dann zeitgleich, fast synchron, Dani Löble. Der hat gewaltig aufgefahren, vierfach Bass Drum und auch sonst allerlei Klang gebende Becken und TomToms werden traktiert. Nach diesem bewegenden Moment folgen zwei weiteren Blocks, jeweils mit Michael oder Andi als Sänger. Nun kommt schon der letzte reguläre Song. How Many Tears wird nochmals dreistimmig dargeboten. Das Publikum ist textsicher und so darf es auch weite Strecken allein singen. Es folgt die große Dankesrede. Immerhin ist das Team seit fast 14 Monaten unterwegs und so wird der Crew, den Technikern und all den Menschen gedankt, die diese Tour ermöglicht haben.

Die erste Zugabe beginnt mit Eagle Fly Free und dem Song Keeper From The Seven Keys, der fast 15 Minuten lang ist. Im zweiten Zugabenblock gibt’s noch ein beeindruckendes Gitarrensolo von Kai Hansen, der hier den Hall Of The Mountain King zelebriert. Es folgt Future World, mit seinen verrückten Strukturen und als letztes I Want Out, bei dem dann riesige Pumpkin Bälle durch die Halle fliegen und sich mit dem scheinbar endlosen Konfettiregen vermischen. So klingt nach fast drei Stunden der Abend aus. Die Alsterdorfer Sporthalle spuckt dann die erschöpften aber glücklichen Zuschauer aus, die ein denkwürdiges Konzert erleben durften.

Fazit: Gelungenes Abschiedskonzert der vereinigten Kürbisköpfe, bei denen die Spielfreude und die Einigkeit der beiden bzw. drei Hauptstimmen überzeugen. Ob eine neue Platte ebenso erfolgreich wird, wie die der Keeper Sessions, bleibt abzuwarten.

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