In Mourning – Garden Of Storms

Das letzte Stück ihrer Trilogie ist vollendet

Artist: In Mourning

Herkunft: Vansbro, Schweden

Album: Garden Of Storms

Spiellänge: 50:32 Minuten

Genre: Progressive Death, Melodic Death Metal, Metal, Melodic Doom Metal

Release: 04.10.2019

Label: Agonia Records

Links: https://www.facebook.com/inmourningband/,
https://agoniarecords.bandcamp.com/album/garden-of-storms

Produktion: Studios – Black Lounge (Drums & Bass) und Beckasinen (Gitarren, Gesang und Keyboards) Mixing & Mastering – Jonas Kjellgren, Artwork – Kristian Wåhlin

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre – Tobias Netzell
Gitarre – Björn Petterson
Bass – Sebastian Svalland
Gitarre – Tim Nedergård
Schlagzeug – Joakim Strandberg Nilsson

Tracklist:

  1. Black Storm
  2. Yields Of Sand
  3. Hierophant
  4. Magenta Ritual
  5. Huntress Moon
  6. Tribunal Of Suns
  7. The Lost Outpost

Rund drei Jahre hat es gedauert, bis der letzte Teil der In Mournings Trilogie mit Garden Of Storms die Zielgerade erreicht hat. In dieser Zeit fanden erneut Umbrüche innerhalb der Band statt. Im vergangenen Jahr wurde Schlagzeuger Daniel Liljekvist (Ex-Katatonia) durch Joakim Strandberg Nilsson ersetzt. Bassist Sebastian Svalland nahm den Platz von Pierre Stam (Ex-Oktober Tide) ein. Zusammen mit Gründungsmitglied, Gitarrist und Sänger Tobias Netzell sowie den Gitarristen Björn Pettersson und Tim Nedergård nahmen sie Garden Of Storms zwischen März und Mai 2019 in zwei verschiedenen schwedischen Studios auf. Am 4. Oktober 2019 wurde das fünfte Studioalbum durch das Label Agonia Records schließlich veröffentlicht. Schon die Vorgängeralben The Weight Of Oceans (2012), und Afterglow (2016) waren ein voller Erfolg, an den Garden Of Storms jetzt anknüpfen will. Schon beim ersten Anschauen des Coverartworks bleibt der Blick fasziniert auf der Schöpfung von Kristian Wåhlins (Bathory, At The Gates, King Diamond) hängen. Das Mixing und Mastering übernahm diesmal wieder Jonas Kjellgren, der bereits früheren Produktionen der aus Vansbro (Schweden) stammenden Formation den letzten Schliff verpasst hatte.

In Mourning werden oftmals als „Thronfolger“ von Opeth bezeichnet – hier gehen jedoch die Meinungen auseinander. Ich kann dem so nicht zustimmen. Wer auf Bands wie Swallow The Sun, Be’Lakor, Insomnium, Daylight Dies und Dark Tranqulility abfährt, wird definitiv auch an In Mourning Gefallen finden. Ihr breites Sound-Spektrum basiert auf doomigen Riffs, druckvollen Drumbeats und einem Gesang, der von tiefem knurrigen Growling bis hin zu Clean-Vocals variiert. Die Melodiestrukturen sind harmonisch und fließend.

Black Storm beginnt mit einem Mix aus akustischen Gitarrenklängen und stufenweise einsetzenden Stromgitarren. Voller Brachialpower growlt Sänger Tobias Netzell auch gleich los. Der Mann hinter der Schießbude, Joakim Strandberg Nilsson, bekommt alle Hände voll zu tun. Auch die Herren hinter den Stromerzeugern, Björn Petterson, Björn Petterson und Tim Nedergård bringen vollen Einsatz. In Mourning warten schon beim Opener mit ihrem gesamten Repertoire auf – Growling, Cleanvocals, progressive Starkstromlinien und gefühlvollen Melodic-Passagen. Da bleiben keine Wünsche offen. Yields Of Sand findet dann nicht so recht den Anschluss. Der Song plätschert anderthalb Minuten vor sich hin, bevor auch er seine eigentliche Wucht entfalten kann. Diese erschließt sich mir erst beim dritten Hördurchgang. Dabei hat Yields Of Sand vom Gesang und Riffing her einige Überraschungen in petto. Von denen lenkt das leicht schwächelnde Intro zunächst ab, was ich etwas schade finde. Hierophant legt danach gleich mit progressivem Riffing los. Der Song nimmt an Fahrt auf und die Melodieführung animiert erstmals zum lockeren Mitbangen. Aufheulende Leads rütteln die Gehörgänge zusätzlich kräftig durch. Bei Magenta Ritual gehts in doomige Gefilde. Der Song verleitet durch seine sphärische Atmosphäre zum Tagträumen. Er strahlt Ruhe und Besonnenheit aus, dabei wechselt sich stetig Klargesang und Growling mit untermischten Chorus-Einlagen ab. Die Melodiestruktur wendet sich mehrfach, es ist schon anspruchsvoll zuzuhören. Wehmut erzeugende Leads lassen eine gewisse Lethargie aufkommen. Huntress Moon setzt wieder auf volle Progpower. Dieser Track hat von Drum-Geballer, Lead-Gefrickel, dynamischen Riffläufen alles an Bord, was die Hörwindungen bestens durchpustet. Tribunal Of Sons macht genau dort weiter, wo Huntress Moon aufgehört hat. Düster und druckvoll scheppert der Sound durchs Gebälk, bis doomige Passagen wieder eine ruhigere Richtung einschlagen. Am Ende zieht das energischer werdende Growling die Dynamik wieder hoch, unterstützt von einer melancholischen Melodie. The Lost Outpost legt noch eins oben drauf – aufjaulende Leads, klagender Gesang und eine ordentliche Portion Bass-Vibes vom Mann am Tieftöner. Zum Schluss gibt es noch mal das volle Programm, von dynamischer Progpower bis hin in die tiefsten Doom-Abgründe, die den Puls auf gefühlte 50 Schläge in der Minute runterziehen. In diesen mehr als neun Minuten folgt ein Wechselbad der Emotionen – ein atemberaubender Rausschmeißer!

Garden Of Storms ist ein rundum gelungenes Album mit minimalen Schwächen. Je öfter ich die Scheibe rotieren lasse, desto besser gefällt sie mir. Das Songwriting überzeugt mit hoher Qualität und reichlich Abwechslung. Die frisch zusammengewürfelte Schweden-Formation hat ein ordentliches Brett geliefert!

Formate:

CD Jewelcase, CD BOX (inkl. Digipack, Bieröffner, Patch und Tasch/ ltd. Edition 500 St.), Double LP (schwarz, transparent/violett, transparent/ lila-orange gesprenkelt)

Order hier: agoniarecords.com/inmourning

In Mourning – Garden Of Storms
Fazit
Garden Of Storms spiegelt sinngemäß wider, was In Mourning selbst über ihr neuestes Werk aussagen: solide, ehrlich und konstant. Besonders sticht neben dem sehr gut aufeinander abgestimmten Instrumental-Sound die unglaubliche Stimmvariabilität von Tobias Netzell hervor, von dem das Langeisen unbestritten profitiert. Beachtlich ist auch die Qualität bei der Gitarrenarbeit und dem Drumming, wenn man bedenkt, dass die Band während der Entstehungsphase des Albums einen nicht unerheblichen Umbruch durchlebt hat. Kleine Schwächen machen sich dann doch an einigen Stellen bemerkbar, mindern das Gesamtergebnis allerdings nur marginal. Garden Of Storms kann ich ohne Weiteres empfehlen. Das Cover-Artwork finde ich schon massiv faszinierend!

Anspieltipps: Black Storm, Huntress Moon, Tribunal Of The Suns und The Lost Outpost
Sandra R.
8.8
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8.8
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