Die Briten von Ingested sind ja auch schon seit 2006 dabei und feiern somit zwanzigjähriges Bandjubiläum. Da ist es natürlich mehr als passend, dass man ein neues Album im Gepäck hat, nachdem man im letzten Jahr eine Single namens Nefarious Tongues herausgehauen hat. Die Burschen sind sehr viel unterwegs, und haben bereits acht Alben draußen. Die Band konnte sich somit einen Deal mit Metal Blade Records ergattern, welches am 08.05.2026 nun das neunte Album namens Denigration auf die Menschheit loslassen wird.
Dragged Apart kommt dann direkt zum Punkt, startet aber eher mit einer kleinen Geräuscheeinheit. Langsam und bedrohlich steigt man ins Geschehen ein. Die Instrumente gesellen sich dazu und man hat schon mal einen düsteren Wohlfühlmoment, welcher nach einem kurzen Break und dem Einsatz der growligen Vocals vorbei ist, denn man holt sofort den Knüppel aus dem Sack und feuert Riffsalven und Blastbeats ab. Gevatter Death Metal übernimmt die Macht und ist bei mir da natürlich genau an der richtigen Stelle. Das ist klar. Kurze Zeit später merkt man die Vorliebe für Deathcore, denn diese Elemente werden gekonnt mit eingebaut. Doppelter Gesang folgt und es wird wieder das Tempo angehoben. Sehr interessant. Nun wechselt man innerhalb des Parts das Tempo, growlt zu Beginn und am Ende hört man wilde Screams. Dann wird wieder geholtzt und eine kurze, slammy Einheit für die Tanzfreunde unter euch darf natürlich auch nicht fehlen, bevor man dann ein langes, verspieltes, aber völlig geiles Solo mit einbaut, welches man ziemlich ausarten lässt. Es folgt eine Mischung aus Slam und Geballer. Puh, starker Tobak, aber man merkt, dass die Burschen sich in diesen Richtungen zu Hause fühlen. Stumpf ist definitiv etwas anderes. Am Ende drückt man einem noch einmal mit einem kraftvollen Deathcore-Schlag die Faust in die Fresse. Dabei agiert man recht technisch, erzeugt aber trotzdem diese Punishment-Wirkung. Gute Mischung, die absolut fruchtet. Als Gast hat man sich hier Skyler Conder von Cell und Variales dazugeholt.
Die Briten gehen natürlich ihren eigenen Weg gnadenlos, und auch bei Merciless Reflection hat man sich mit Damonteal Harris von Peeling Flesh Verstärkung ins Boot geholt. Hier startet man im heimischen Keller und drückt die Wände von unten aus komplett ins Dachgeschoss. Druck wird hier großgeschrieben und nicht nur im alphabetischen Sinne. Stampfend wird der Moshpit in der Menge agieren, wenn man live so beginnen würde, da bin ich mir ziemlich sicher. Dieser Einbau von einem Stopp und dann ins Slammige ergibt schon Sinn und gute Laune. Zwischendurch gibt es immer kleine Spielereien, wie z. B. das Agieren der Klampfe alleine vorweg. Nun denkt man, das Geballer geht los, aber weit gefehlt. Man bleibt bei der Tanzeinlage. Beim nächsten Part bleibt man beim langsamen Stakkato-Riffing, aber die Drums werden schneller und auch Quietscher sind an Bord, um dann wieder komplett im Dreck zu wühlen. Man wird gerne schmutzig. Mir gefällt vor allem, dass man versucht, immer etwas hinzuzufügen, damit man nicht in stumpfe Deathcore-Langeweile verfällt, wie die Double-Bass-Einlage am Ende zum Beispiel.
John Gallagher von Dying Fetus dürfte jedem Brutalo-Death-Metal-Nerd ein Begriff sein, und auch dieser durfte sich auf diesem Album verewigen, und zwar bei dem Song Watch You Fold. Der Song ist, neben dem Opener, meines Erachtens der beste Song auf diesem Album. Hier gibt es wieder fette Death-Metal-Riffs zu hören und man knüppelt sich ordentlich durch die Botanik. Ob man beim Songwriting im Vorfeld schon im Sinn hatte, dass man ihn mit dabeihaben möchte, weiß ich nicht, aber das Songwriting geht schon ein wenig in Richtung Dying Fetus, besonders natürlich die Brutal-Death-Metal-Elemente mit absolut geilen Blast Beats und doppeltem Gesang. Auch hier werden die Deathcore-Elemente nicht außen vorgelassen, aber hier geht es eben wesentlich schneller zur Sache als beim Vorgängersong, und es liegt ja in der Natur der Sache, dass mir dieses natürlich besser gefällt und die Vocaleinlagen von John sind natürlich hervorragend. Okay, als Dying-Fetus-Fan muss ich das natürlich sagen, aber wenn es nun einmal so ist, dann ist es eben auch so. Da machste nichts. Das kleine, melodisch angehauchte Solo lockert den ganzen Spaß noch ein wenig auf. Ein echt geiler Song.
Die Burschen scheinen gerne Leute um sich zu haben, denn auch bei Dredge The Dark hat man einen Kollegen am Start. Kyle Medina von Bodysnatcher durfte sein Goldkehlchen ausleihen. Wir gehen mal davon aus, dass er diese wiederbekommen hat. Musikalisch zertrümmert man natürlich weiterhin die Gehörgänge der geneigten Zuhörer mit einer Mischung aus Death Metal und Deathcore, wie auch auf dem Rest des Albums. Breakdowns und brutaler Death Metal passen gut zusammen.
Hier geht es für weitere Informationen zu Ingested – Denigration in unserem Time For Metal Release-Kalender.



