JAK´s Hell – Ein Tonstudio feiert am 29.11.2019 in Kiel mit einem Minifestival Geburtstag

Der Orange Club der Traum GmbH fest in Kieler Band-Hand

Eventname: JAK´s Hell 20th Anniversary Festival

Bands: Carolina, Gordon Shumway, D.E.P., The Pinpricks, Tyson

Ort: Orange Club in der Traum GmbH, 24118 Kiel, Grasweg 19

Datum: 29.11.2019

Kosten: 10,00 € (nur Abendkasse)

Genre: Rock, Hardrock, Deutschrock, Punk, Metal

Besucher: ca. 100

Links: https://www.facebook.com/events/2280212042088456/

Setliste Carolina:

  1. I Can´t Keep Away
  2. Enough Is Enough
  3. Drop Of Love
  4. 3. Am Blues
  5. Haunted Love
  6. Full Grown Man
  7. Solitude
  8. All My Love

Setliste Gordon Shumway:

  1. Post Studi Depression
  2. FickiFicki
  3. Pissfressenalarm
  4. Hippe Dudes
  5. Polizei Nackidei
  6. Jodel
  7. Deine Freunde
  8. Good Old Times
  9. Thailand
  10. BWL
  11. Quality Time
  12. Rüdiger
  13. Slagline
  14. Machtstrukturen
    Zugabe:
  15. Robocops

Setliste D.E.P.:

Liegt leider nicht vor

Setliste The Pinpricks:

  1. Marionette
  2. Two Wheeler
  3. Sweet Pain
  4. No Exit
  5. Voices
  6. Bait
  7. Get Out
  8. My Name Is …
  9. Paintless
  10. Same Blue …
    Zugaben:
  11. Cast Off
  12. Million Pieces

Setliste Tyson:

  1. (Prologue)
  2. From The Ashes
  3. Death By Silence
  4. Moshpit Alliance
  5. Bleeding Machine
  6. False Gods Of Destiny
  7. Higher
  8. Scars
  9. Breaking The Unbreakable
  10. Thin Ice
  11. Water In Your Hands

Heute mal wieder Mission Underground…
Der Einladung von Ronja Kaminski von den Pinpricks zum Kieler Regional-Festival im Orange Club der Kieler Traum GmbH zu kommen, konnte ich nicht widerstehen. Noch einmal vielen Dank!
Natürlich hat dieses Minifestival einen Hintergrund: 20 Jahre Geburtstag von JAK´s HELL, einem professionellen Tonstudio aus Preetz bei Kiel. JAK steht für Jens Arne Krabbenhöft, der auch das Festival organisiert und sich vor dem Einlass um alles selbst kümmert und die ersten Gäste schon mit warmen Worten empfängt. Der Orange Club in Kiel gehört zu einem Veranstaltungszentrum mitten in einem Industriegebiet und war einmal eine alte Fabrikhalle. Restaurant und Kino sind hier zusammen mit dem Club untergebracht. Zum Tresenbereich umgebaut ist ein alter Straßenbahnwaggon. Der stand schon hier drin, als die Betreiber das Areal kauften und zu dieser wunderbaren Location umbauten.

10 Euro Eintritt, das ist für diese Art Konzertabend absolut am unteren Limit. Wo sind die angeblichen Musikfans, die immer laut schreien, dass gute Konzerte viel zu teuer sind? Heute bekommt man jedenfalls über fünf Stunden gute Unterhaltung für wenig Geld geboten. Trotzdem bleibt der Club fast leer. Es scheint, als wenn sich ausschließlich Freunde und Familie des Studios und der Bands in der Traum GmbH einfinden.

Carolina

Carolina aus Kiel beginnen. Das Trio besteht aus Arvid Prigge (Gitarre und Gesang), Lennart Slenders (Bass und Gesang) sowie Hannes Graf an den Drums. Ein hervorragend eingespieltes Trio. Sie spielen ehrlichen Rock ’n‘ Roll mit einem kräftigen Schuss Blues und eine Prise Soul. Der Sound ist satt und ehrlich, die Melodien einfallsreich und bunt. Ihr Stil erinnert mich an den Alternativ Rock Sound der 80er und 90er. Ich bin überrascht über den richtig guten Stil.

Mittlerweile haben sich ein paar Gäste mehr eingefunden. Auch Musiker anderer Bands aus Schleswig-Holstein lassen sich blicken und feiern mit ihren Kollegen. Ich treffe zum Beispiel Chiara Lütje von Pay Pandora aus Heide und muss mich auch schon auf die zweite Band des Abends konzentrieren.

Gordon Shumway

Die zweite Band ist Gordon Shumway, ursprünglich aus Preetz. Nun ist ihre Adressangabe auch Kiel. Band ist eigentlich übertrieben, denn es handelt sich um ein Duo. „Klötenhugo“ Jören Gloe an den Drums und „Holzknüppel“ Nils Hossa am Bass beweisen, dass auch ein Duo rocken kann. Sie spielen ein Gemisch aus Punk, Rock und Pop mit Deutschen Texten. „Die wohl asozialste Vorband, die wir je hatten“ – Tequila And The Sunrise Gang, eine mittlerweile renommierte Band aus Kiel, traf passende Worte. Was die beiden leisten, ist jedenfalls enorm. Sie bringen Spaß, die Musik ist herrlich einfach. Sie feiern mit ihren kurzen, einprägsamen Titeln selbst gerade ein CD-Release. Vor einer Woche war Pre-Release-Party ihrer neuen 4-Track-EP Alpaka Suicide in der Kieler Kultkneipe Palenke. Sie engagieren sich stark in Aktionen gegen Nazis und das spiegelt sich auch in vielen Texten wieder. Für sie war eigentlich ein Zeitslot von 45 Minuten vorgesehen, die Setliste aber noch nicht abgearbeitet. Was machen Rotzlöffel wie diese in so einer Situation? Einfach weiterspielen … Die Verspätung zieht sich natürlich durch den ganzen Rest des Abends. Die Bühne ist mittlerweile eingenebelt, Nils mit seiner Schießbude kaum noch zu sehen.
Leider packen die beiden ihren reichhaltigen Merch im Verlauf des Abends plötzlich ein und verschwinden. Da ich gerade mit fotografieren beschäftigt war, kam ich so leider nicht mehr in den Genuss ihrer neuen Vinyl …

D.E.P. – Hier trommelt der Chef selbst.

Die dritte Band des Abends ist D.E.P.. Dies steht für Dog Eared Pages. Hier spielt der Chef noch selbst. D.E.P. aus Kiel machen seit über zehn Jahren zusammen Musik, und zwar weil es ihnen Spaß macht. Sie scheren sich nicht mehr so ganz um “Regeln” und das neue Album Rockportrait zeigt dieses eindrucksvoll. „Sie“, das sind Stefan Schmidt (Gesang, Gitarre), Arne Eckholdt (Gitarre, Back-Gesang), Toby Jensen (Bass, Back-Gesang) sowie … Jens Arne Krabbenhöft, der Veranstalter des heutigen Abends am Schlagzeug. Deutschrock mit ehrlichen, schnörkellosen Texten sowie Ausflüge in die alten Punkrockzeiten und breitbeinige Rocksongs. Die Bandbreite ist hoch und die Band spielt das, was ihr selber Spaß macht. Das merkt man und kommt gut an. Aufgetreten sind die vier schon zusammen mit Jennifer Rostock, Juli, Liquido, Peter Pan Speedrock, Torfrock, H-Blockx, und vielen anderen Bands. Quer durch die Republik, auf großen Festivals genau wie in der kleinen Kneipe um der Ecke. Die Nebelsituation verschärft sich, der Lichtmann hat Spaß daran, seine Stroboskope dermaßen mit Nebel zu hinterlegen, dass man die Band kaum noch sieht. Leider habe ich gepennt und mir keine Setliste geben lassen. Einen Merch-Stand hat die Truppe nicht.

The Pinpricks – Ronja Kaminski

The Pinpricks – Gitarre, Bass und Drums. Seit jeher die Quintessenz einer jeden guten Rockband. Dazu eine Röhre, die aus der Normalität heraussticht. Ronja Kaminski beherrscht nicht nur ihre Gitarre, sondern ist die Stimme der Band. Nils Degenhardt am Bass ist eher der Ruhepol, Rico „Rakete“ Kobarg an den Drums gibt der Truppe seit gut einem Jahr neue Impulse. Seit Neustem begnügt er sich nicht nur mit Backgroundgesang sondern singt bei einem der neuen Titel den Hauptpart. Sie spielen einen harten Alternative Rock. Heute ist am Merch-Stand die neue CD des Kieler Trios Bait vorab erhältlich. Eigentlich erscheint die Scheibe erst Heiligabend, 50 Exemplare mit einem besonderen Artwork stehen ab sofort schon bereit. Am Vorabend wurden sie per Express geliefert. Bei der Veröffentlichung der Titel ist das Trio neue Wege gegangen. Auf Konzerten wurden alle Titel vorab vorgestellt, professionelle Videos zu den wichtigsten Titeln gedreht und schon vor langer Zeit nach und nach veröffentlicht. So wurde die Vorfreude auf das 8-Track-Album angeheizt. Es ist die zweite Scheibe, die selbstproduzierte 6-Track-EP Hunger ist so gut wie ausverkauft. Ein super Sound, die Gäste feiern auf der Tanzfläche vor der Bühne richtig ab. Sehen kann man allerdings kaum etwas. Ronja und Nils stellen sich schon ganz in die Ecken der Bühne, denn die ist voller Nebel. Rico verschwindet in der Wand und ist aus zwei Meter Entfernung nur schemenhaft zu erkennen …

Tyson

Die letzte Band der Nacht ist Tyson, ebenfalls aus Kiel. Auch sie haben ein neues, das dritte Album draußen. Aufgenommen im JAKs Tonstudio. Unbreakable ist schon 2018 veröffentlicht. Die Setliste ist betont auf das Album zusammengestellt, um es zu promoten. Leider sind nur noch wenige Gäste anwesend. Ein kleiner Teil ging schon nach dem Auftritt des Chefs mit D.E.P., ein großer Teil ging nach dem Pinpricks. Die vier Jungs spielen einen Melodic Thrash Metal, der richtig in die Beine geht. Doom-Anteile, melodische Soli und hammerharte Riffs bestimmen das Klangbild. Die Mitglieder der Band nennen sich Kochi van Tyson (Bass, Gesang), Pierre Diddy (Gitarre), Zed Doomhammer (Gitarre) sowie Tom Banx (Drums). Sie sind bei diesem Festival als Metaller auf der Außenbahn, die anderen Bands sind eher der „Mainstream“, was sich ja auch an den noch verbliebenen Gästen ablesen lässt. Lichttechnisch scheinen die Tanks leer zu sein. In der mehr dunklen Bühnenbeleuchtung kommt kein neuer Nebel hinzu. Das langt aber auch so noch von den anderen Bands.

Es ist 01:15 Uhr, ich warte nicht mehr ab, dass die Band wie versprochen an der Bar auftaucht. Ein friedliches, familiäres Fest mit regionalen Bands der unterschiedlichsten Genres und verschiedenen Bekanntheitsgraden geht zu Ende. Dank der Initiative von JAK´s HELL wurde ein tolles Festival auf die Beine gestellt, das reibungslos funktionierte. Noch einmal Danke für einen tollen Abend!

Fazit: Solche Abende erlebt man nicht in renommierten Clubs oder bei großen Bands. Hier liegen die Wurzeln und hier regiert der Spaß. Preise von Eintritt, Merch und Bier sind an der unteren Grenze. Friedliches, feierwütiges Volk in kleinem Rahmen. Geht hin, wenn euch solche Events zum Low Budget geboten werden! Viel bezahlen, wenn die Bands bekannter sind, könnt ihr immer noch!

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