Artist: Jinjer
Herkunft: Horliwka, Ukraine
Album: Alive In Melbourne
Spiellänge: 79:00 Minuten
Genre: Prog Metal
Release: 20.11.2020
Label: Napalm Records
Link: http://jinjer-metal.com/
Bandmitglieder:
Gesang – Tatiana Shmailyuk
Gitarre – Roman Ibramkhalilov
Bassgitarre – Eugene Abdukhanov
Schlagzeug – Vladislav Ulasevish
Tracklist:
- Intro
- Teacher, Teacher!
- Sit Stay Roll Over
- Ape
- Judgement (& Punishment)
- I Speak Astronomy
- Who Is Gonna Be The One
- Noah
- Retrospection
- Perennial
- On The Top
- Pit Of Consciousness
- Home Back
- Words Of Wisdom
- Pisces
- Captain Clock
- Outro
Jinjer veröffentlichen ihr erstes Livealbum und somit ihr insgesamt fünftes Album! Die ukrainische Band hat in Melbourne ihr letztes Konzert, bevor der Corona-Lockdown alles stillgelegt hat, zu einem Livealbum vertont. Das ist qualitativ absolut gelungen. Die Jungs rund um Sängerin Tatiana sind seit ihrem Durchbruch 2016, mit dem Welthit Pisces, viel unterwegs gewesen und die angesammelte Erfahrung hört mal deutlich raus. Innerhalb von sechs Jahren hat es die Band von unten bis ganz nach oben geschafft. Noch 2018 waren Jinjer Vorband für Arch Enemy – mittlerweile tourt die Band als Headliner quer durch die Welt und nimmt kleinere Bands mit, um diese zu supporten.
Bevor wir uns jetzt das Album genauer anschauen, sollten wir einen Blick auf die Setlist werfen. Insgesamt fünfzehn Tracks plus Intro und Outro erwarten euch auf dieser Scheibe und das bietet uns eine knapp achtzigminütige Show. Die Songauswahl ist gut getroffen worden. Unter den klassischen Jinjer-Hits finden sich auch Songs, die auf dem letzten Album Macro ihren Weg in die Öffentlichkeit gefunden haben. Who Is Gonna Be The One ist dann aber leider das einzige Lied aus dem ersten Album Cloud Factory, aber das lässt sich verkraften, da er wenigstens, meiner Meinung nach, der beste Track der Scheibe dabei ist. Ansonsten ist die Setlist so aufgestellt, dass die Show von vorne bis hinten energiegeladen ist, man aber in den Liedern selbst kleine „Durchschnaufmomente“ hat.
Wer Jinjer kennt, weiß, dass die Gruppe technisch auf einem ganz anderen Planeten lebt. Phänomenale Riffs in Kombination mit sagenhaften Rhythmen harmonieren unglaublich gut. Perfekt macht Tatiana das ganze Spiel mit ihrer ungeheuren Stimme, die einfach unverwechselbar ist und einen absoluten Wiedererkennungswert hat. Die tiefen bodenständigen Growls wechseln sich mit den typischen Screams ab und machen die Lieder zu vollen Erfolgen! Dazu trägt auch das geniale Mastering bei, welches auf den Punkt gebracht wurde. Man vermisst nichts, die Gitarre sowie der Bass blenden sich nicht gegenseitig aus und die Drums füllen die Tiefen, während die Becken sich einen Wettkampf mit der Stimme Tatianas liefern, wer dominanter ist. Was leider etwas schade ist, ist die Tatsache, dass die Menge auf den Aufnahmen kaum berücksichtigt wurde und das Ganze sehr sauber klingt. Mir hätte es persönlich besser gefallen, wenn das Publikum gezielt an den entsprechenden Stellen im Vordergrund gestanden hätte.
Um das Ganze jetzt mal zusammenzufassen: Jinjer haben hier großartige Arbeit geleistet. Die Aufnahme und das Mastering sind einwandfrei und man findet hier keine technischen Kritikpunkte. Die Setlist lädt zum Feiern ein und lässt mit der großen Auswahl der Songs keine Wünsche offen – von alten bis hin zu den neuen Songs ist alles dabei. Eine geniale Jinjer-Platte erwartet uns also, die alles vereint.




